Der Nissan Micra als Gebrauchter : Trotz Besserung im Abseits

Ob ADAC oder TÜV-Report - der Nissan Micra kommt nicht gut weg. Der kugelrunde Kleinwagen der Japaner kränkelt bei Lenkung und Antrieb - und hat auch noch Konkurrenz aus dem eigenen Hause.

Fast eine Knutschkugel: Das Auto der dritten Auflage war der bislang rundeste Micra. Er und auch sein Vorgänger gelten als nicht sonderlich ausgereift, wenngleich der TÜV ab Baujahr 2007 zumindest deutliche Besserung registriert hat.
Fast eine Knutschkugel: Das Auto der dritten Auflage war der bislang rundeste Micra. Er und auch sein Vorgänger gelten als nicht...Foto: dpa

Über Jahrzehnte war der Micra bei Nissan der einzige Kleinwagen im deutschen Verkaufsprogramm. Doch seit 2005 - und spätestens seit seiner Neuauflage im vergangenen Herbst - gräbt der Note dem Micra das Wasser ab. Der Minivan ist vollgestopft mit Technik, darunter ein 360-Grad-Kamerasystem, und er hat das variablere Raumkonzept. Und auch wegen seiner nicht sehr ausgeprägten technischen Zuverlässigkeit ist der Micra mehr etwas für Fans.

Weder beim ADAC noch im „TÜV Report 2014“ kommt der Micra gut weg, und das, obwohl Kinderkrankheiten eigentlich längst auskuriert sein müssten. „Nicht sonderlich pannensicher“, so stuft der Münchner Autoclub zwischen 2002 und 2007 gebaute Exemplare der dritten Fahrzeuggeneration (K12) ein. Erst danach sei eine deutliche Verbesserung eingetreten. Bei 1,2-Liter-Benzinern bis Baujahr 2005 habe es vergleichsweise häufig defekte Steuerketten gegeben, kaputte Anlasser waren bei Motoren der Baujahre 2003 bis 2006 ein Problem. Bis 2006 produzierte Diesel leiden öfter unter Ölverlust.

Bislang vier Modelle in der Baureihe

Der TÜV-Report moniert vor allem Achsaufhängung und Lenkung als Schwachpunkte. Bei bis 2002 gefertigten Exemplaren der Vorgängergeneration (K11) träten vor allem knackende Antriebswellen negativ in Erscheinung. Beim Licht steige die Mängelquote ab dem siebten Jahr stark an, was womöglich am Wartungsstau liegt.

Nissan bietet den Micra seit 1983 an. Die zweite Auflage kam 1993 zu den Händlern. Weitere zehn Jahre dauerte es, bis der in seiner Form deutlich runder gewordene Micra Nummer drei in den Verkauf ging. Das aktuelle, seit 2010 verkaufte Modell, erhielt zuletzt vor einem knappen Jahr ein Facelift, das markante Änderungen an Front und Heck brachte. Seitdem hat das Modell auch Rückleuchten mit LED-Technik. Zwischenzeitlich war auch ein Cabrio-Coupé am Markt.

Auch neuere Modelle ab 5600 Euro zu haben

Seit der neuesten Generation fährt der Micra nur noch mit Dreizylindermotoren, die zwischen 59 kW/80 PS und 72 kW/98 PS leisten. Diesel wurden beim Modellwechsel 2010 aus dem Programm genommen. Die Reihenvierzylinder der Vorgängergeneration ab 2003 kommen als Ottomotoren auf 48 kW/65 PS bis 81 kW/110 PS. Die Diesel entwickeln 48 kW/65 PS bis 63 kW/86 PS.

Wer einen möglichst jungen Selbstzünder sucht, kann ab 5600 Euro fündig werden. Diesen Richtpreis nennt der Branchendienst Schwacke für den Micra 1.5 dCi visia vom letzten Jahrgang 2010, der auf 63 kW/86 PS kommt (durchschnittliche Laufleistung: 74 600 Kilometer). Wenn es ein Cabrio-Coupé sein soll, kommt man für 7950 Euro an einen C+C 1.4 active luxury mit 65 kW/88 PS von 2009 (62 000 Kilometer). Als Benziner 1.2 Season mit 59 kW/80 PS von 2005 kostet der Micra im gepflegten Zustand noch durchschnittlich 3400 Euro (110 000 Kilometer). (dpa)

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