Skoda Fabia aus zweiter Hand : Das kleine Raumwunder

Kleinwagen als Kombi sind bis heute eher die Ausnahme als die Regel. Aber nicht nur diese Tatsache begründet den Erfolg des Skoda Fabia Combi. Er ist auch ein gutes Auto, bis auf ein paar Macken.

Große Klappe und viel dahinter: Der Skoda Fabia Combi zählt zu den geräumigsten Autos in der Kleinwagenklasse.
Große Klappe und viel dahinter: Der Skoda Fabia Combi zählt zu den geräumigsten Autos in der Kleinwagenklasse.Foto: dpa

Als die erste Generation des Skoda Fabia vor gut 15 Jahren auf den Markt kam, war sie ein Vorreiter im VW-Konzern. Der Fabia eilte damals dem Polo IV, der die gleiche Plattform nutzt, um rund zwei Jahre voraus. Gerade abgelöst wird nun die zweite Generation des Fabia, die in Sachen Zuverlässigkeit gegenüber dem Vorgänger noch zulegen konnte. Gravierende Mängel sind bei allen bisherigen Jahrgängen des Kleinwagens selten.

Der „TÜV Report 2014“ führt beide Fabia-Generationen als Empfehlung für Gebrauchtwagenkäufer. Vor allem, weil sie dank der verzinkten Karosserie nicht rosten. Auch das Fahrwerk bleibt lange rostfrei, Radführungsgelenke und Querlenkerbuchsen machen jedoch öfter Probleme. Ein weiterer Schwachpunkt sind die Bremsen, die bei der Kfz-Hauptuntersuchung gelegentlich bemängelt werden. Der Skoda Fabia I weist laut dem Report häufiger defekte Fensterheber, Luftmassenmesser und Störungen der Motorsteuerung auf. Beim Fabia II sei es primär die Elektrik, die Probleme mache, außerdem sorgte das siebengängige Doppelkupplungsgetriebe (DSG) für Ärger.

Handbremse sitzt gerne mal fest

Beim ADAC gilt vor allem der Skoda Fabia II als zuverlässig. Ab dem Baujahr 2009 rief das Modell die Pannenhelfer immer seltener auf den Plan. Bis dahin waren öfter Fehler im Motormanagement Pannenursache. Feuchte und defekte Zündkerzen verursachten bei bis Juli 2010 gebauten Exemplaren mit 1,2-Liter-TSI-Motor Startschwierigkeiten. Weitere typische Macken sind, dass sich der Handbremshebel gerne mal festsetzt (bis Ende 2007) und die Bremsbeläge hinten durch Rost verkleben (bis 2009).

Als der Fabia 1999 den Felicia ablöste, konnte er vom Start weg vor allem in der Kombi-Variante viele Käufer überzeugen. Denn Kleinwagen mit großem Laderaum gab es damals kaum. Bei dem 2007 eingeführten Skoda Fabia II war das schon anders, doch er bot mit bis zu 1485 Litern Ladevolumen noch immer eines der größten Gepäckabteile seiner Klasse. Insgesamt ist der als viertürige Limousine, fünftüriges Fließheck und als „Combi“ angebotene Fabia wegen seiner Kastenform ausgesprochen geräumig. Für sportlich ambitionierte Kunden hatte Skoda ein RS-Modell im Programm, das in der ersten Generation noch von einem Diesel befeuert wurde, später dann von einem Turbobenziner.

Preise ab 3500 Euro

Basismotorisierung der ersten Fabia-Generation ist ein 1,0-Liter-Benziner mit 37 kW/50 PS, der kleinste Diesel schöpft aus 1,9 Liter Hubraum 47 kW/64 PS. Der stärkste Benziner leistet 88 kW/120 PS, noch etwas kräftiger ist der Diesel im Skoda Fabia RS mit 96 kW/130 PS und einem bulligen Drehmoment von 310 Newtonmetern. Beim Fabia II reicht das Leistungsspektrum der Benziner von 44 kW/60 PS bis zu 132 kW/180 PS im sportlichen Topmodell RS, und das der Diesel von 55 kW/75 PS bis 77 kW/105 PS.

Wem ein Fabia Classic 1.2 HTP mit Fließheck und 40 kW/54 PS genügt, dürfte laut dem Branchendienst Schwacke für rund 3500 Euro ein Exemplar von 2006 mit etwa 100 000 Kilometern auf der Uhr bekommen. Ein Fabia 1.4 16V Combi Classic mit 55 kW/75 PS des gleichen Baujahrs sollte bei gleicher Laufleistung für etwa 4100 Euro zu haben sein. Ein Fabia II von 2010 mit 51 kW/70 PS starkem Benziner kostet in der Ausstattung Sport immerhin noch rund 8000 Euro (52 000 Kilometer). Für einen jungen und 77 kW/105 PS starken Fabia 1.6 TDI Combi von 2012 in der Version Scout mit Offroad-Optik werden laut Schwacke noch etwa 11 400 Euro fällig (51 150 Kilometer). (dpa)

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