Auto : Gesunde Basis

Mazda will mit einem neuen Spardiesel punkten – der 1.6er kommt zunächst im Dreier und Anfang 2011 auch im Fünfer

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Verbraucht ein neues Auto weniger Kraftstoff, wird es reizvoller, es zu kaufen. Zumal die Kraftstoffpreise fast nur noch eine Richtung kennen. Also setzt Mazda auf einen neuen Spardiesel, der seinen Vorgänger alt aussehen lässt. Der stark überarbeitete Vierzylinder stammt noch aus der mittlerweile beendeten Zusammenarbeit mit Ford. Er ist ein Gemeinschaftsprodukt von PSA (Citroen/Peugeot), Ford und Mazda. Egal. Wichtig ist, was unterm Strich rauskommt, nicht, welcher Firmenname drauf steht.

Der Aufwand für die Überarbeitung war beträchtlich. Ohne allzusehr ins Detail zu gehen: Statt vier Ventile und doppelter oben liegender Nockenwelle arbeiten nun lediglich noch zwei Ventile pro Zylinder, die von nur noch einer oben liegenden Nockenwelle betätigt werden. Das verringert die Reibung im Ventiltrieb und zugleich das Gewicht um vier Kilogramm. Der Dieselpartikelfilter ist jetzt wartungsfrei; es ist kein Additiv mehr nötig, das alle 20 000 Kilometer aufgefüllt werden muss. Die bisherigen Magnetventil-Injektoren wurden ersetzt durch schnellere und präzisere Piezo-Injektoren, die eine Mehrfacheinspritzung pro Arbeitstakt ermöglichen.

Der variable Turbolader mit veränderten Schaufeln presst die Luft mit 2,6 statt wie bisher mit 2,3 bar in die Brennräume. Und das neu entwickelte Sechsgang-Schaltgetriebe, das überdies drei Kilogramm leichter ist als das alte Fünfganggetriebe, besitzt kürzer übersetzte Gänge eins bis fünf; der sechste ist ein echter Fahrgang, in dem auch die Höchstgeschwindigkeit erreicht wird.

Mazdas kleiner Diesel muss nun keinen Vergleich mehr scheuen mit dem zehn PS schwächeren 1.6 TDI von VW, der außerdem 20 Newtonmeter weniger Drehmoment auf die Kurbelwelle stemmt und 0,1 Liter mehr verbraucht.

Das Beste: Der neue 1.6er Diesel ist nicht teurer als der alte. Ab 20 390 Euro gibt es den Mazda 3 Prime-Line 1.6 MZ-CD – inklusive ESP, sechs Airbags, Klima und CD-Radio. Im nächsten Jahr will Mazda den Spardiesel auch in der beliebten und attraktiven Sonderausstattung Acitve anbieten. Und ab Januar wird es ihn auch im Familienvan Mazda 5 Prime-Line 1.6 MZ-CD geben (Preis hier ab 22 290 Euro)

Den Glanz mindert allein der Umstand, dass man mit dem tollen Diesel theoretisch sogar noch mehr sparen könnte: Ein Start-Stopp-System fehlt nämlich. Es kommt auch nicht so bald. Erst in der nächsten Motorengeneration, einer Mazda-Entwicklung mit großer Zukunft, die Euro-6-tauglich sein wird. Erstmals ab 2012 im Mazda 6, und ab 2013 im neuen Mazda 3. Dann wird es auch – endlich! möchte man rufen – ein Automatikgetriebe für den Diesel geben. Kein Doppelkupplungsgetriebe, sondern eines mit einem neuartigen hydraulischen Wandler, der Kraftstoff spart und zugleich kultivierter schalten soll als ein Doppelkupplungsgetriebe. Angepeilter Wert für die nächste Spritspar-Generation? Weniger als vier Liter. Rainer Ruthe

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