Glatteis : Bessere Technologie bei Winterreifen

Bei Winterreifen hat sich die Technologie in den letzten Jahren deutlich weiterentwickelt

Sven Jürisch

Auch wenn Schnee in den letzten Jahren eher die Ausnahme war, so sollte man jetzt trotzdem die Sommerreifen einmotten und gegen Winterreifen tauschen.

Ab einer Außentemperatur von sieben Grad verlieren Sommerreifen aufgrund ihrer für höhere Temperaturen ausgelegten Gummimischung bis zu 40 Prozent an Bodenhaftung. Entgegen der weit verbreiteten Ansicht, dass sich dies nur beim Bremsen und Beschleunigen bemerkbar macht, führt ein Verlust an Grip insbesondere in Kurvenfahrten zu gefährlichen Situationen. Bedingt durch eine andere Materialzusammensetzung sind Winterreifen besser auf die frostige Jahreszeit abgestimmt. So stellt Michelin dieses Jahr erstmals mit dem Alpin A3 einen Reifen vor, dessen Haftungseigenschaften bei Nässe und Schnee durch die Beimischung von Sonnenblumenöl in die Gummimischung der Lauffläche erheblich verbessert wurde. Ein deutlich verkürzter Bremsweg steht ebenfalls auf der Habenseite dieses modernen Reifens.

Moderne Zeiten auch in Sachen Komfort. Malträtierten in der Vergangenheit Winterreifen mit groben Profilblöcken die Ohren der Fahrzeuginsassen, können es aktuelle Produkte in Sachen Abrollkomfort und Laufruhe ohne weiteres mit Sommerreifen aufnehmen. In diesem Zusammenhang haben die Reifenhersteller auch die Wünsche der Kunden berücksichtigt, die in der kalten Jahreszeit nicht auf hohe Geschwindigkeiten verzichten wollen. Waren vor einigen Jahren Winterreifen der Geschwindigkeitskategorie H (bis 210 km/h) eher die Ausnahme, so sind aufgrund der gestiegenen Fahrleistungen der Fahrzeuge viele Reifentypen nun auch in der Kategorie V (bis 240 km /h)verfügbar. Eine Alternative, die auch Fahrer von schnellen Fahrzeugen zum Umrüsten bewegen dürfte. Diese können zudem sicher sein, dass die Optik ihres PKW nicht unter schmalen Reifen leidet.

Entgegen der landläufigen Meinung bringen schmalere Reifen im Winter, selbst bei einer Schneedecke, keine Vorteile mehr. Grund hierfür ist die moderne Konstruktion der Lauffläche. So sorgen breite Wasserkanäle in Verbindung mit zusätzlichen Längsschnitten für eine gute Performance auf nassen Straßen. Auf verschneiten oder vereisten Pisten schlägt dann die Stunde der von den meisten Herstellern angebotenen Lamellentechnik. Bis zu 1400 speziell angeordnete Lamellen sorgen für ausgezeichnete Haftung auf Schnee und rutschiger Fahrbahn. Dabei krallen sich die Gripkanten der Lamellen in die Schneedecke und sorgen so für bestmögliche Traktion.

Damit diese Vorteile möglichst lange erhalten bleiben, setzen die Hersteller auf eine spezielle Reifenarchitektur. Diese ermöglicht eine gleichmäßige Verteilung der auftretenden Kräfte auf die gesamte Aufstandsfläche und sorgt so für eine lange Lebensdauer, aber auch für eine Senkung des Rollwiderstandes und damit für eine Kraftstoffeinsparung. So erreichen moderne Winterreifen in puncto Rollwiderstand mittlerweile das Niveau eines Sommerreifens.

Angesichts dieser Weiterentwicklungen in der Reifentechnik ist es somit auch für Besitzer von älteren Winterreifen ratsam, über einen Wechsel nachzudenken. Denn nur wenn an der Schnittstelle zwischen Fahrzeug und Straße optimale Bedingungen herrschen, kann man dem ersten Glatteis gelassen entgegensehen. Und am Ende kommt der Satz Reifen günstiger als ein Unfall. Sven Jürisch

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