Grüne Revolution : Designer sehen neue Lacktrends kommen

Heiko Haupt (dpa)

Autokäufer sind konservativ – zumindest in den letzten Jahren und zumindest bei der Wahl der Farbe ihrer Wagen: Silber ist seit den 90er Jahren die absolute Nummer eins, dahinter folgt, ebenfalls seit Jahren, Schwarz. Nun allerdings kommt, wenn auch gemächlich, wieder Bewegung in das Thema Farbe. Mit dem Interesse an alternativen Antrieben wird es einen farblichen Öko-Trend geben, glauben die Entwickler bei den Lackproduzenten, der sich in bräunlichen oder grünlichen Farbtönen ausdrückt.

Beginnen soll die Revolution nach dem Willen der Designer mit kleinen Schritten hinaus aus dem silbernen Einerlei: „Bisher handelt es sich bei den Silbertönen meist um hochglänzende oder sehr helle Lacke“, sagt die Farb-Designerin Eva Höfli vom Lackhersteller BASF Coatings. Nun aber will man Silber mit Farbnuancen kombinieren: Das kann mal ein Rosa-, mal ein Blauton sein. Ein rötlich schimmerndes Silber wäre laut Höfli eher etwas für weibliche Kunden, während ein leichter Goldschimmer im Silber für ein hochwertiges Fahrzeug stehen könnte.

Große Pläne hat man auch mit dem ebenfalls beliebten Schwarz – das soll künftig nicht mehr einfach dunkel sein. BASF will schwarzen Lack zum Leuchten bringen. Mit Beimischungen will man es ermöglichen, dass ein schwarzer Lack funkelt oder mit farbigen Highlights kombiniert wird.  Auch beim Lackhersteller Dupont Performance Coatings sieht man das Zusammenspiel mehrerer Farbtöne als einen Trend für die Lacke auf dem Auto. Hier spricht man von Bicolor-Effekten und davon, dass solche Mischungen wegführen sollen von der klaren Zuordnung zu einer Farbfamilie. In Zukunft könnten Lacke zur Wahl stehen, die man als Braun-Blau oder Grau-Beige bezeichnen würde. Gleichzeitig gehe es darum, all die verschiedenen Farbeffekte und Zusammenspiele sowie glitzernde Lackbestandteile geschmackssicher und sensibel einzusetzen. 

Größere Auswirkungen wird auch das Interesse an alternativen Antrieben und Kraftstoffen haben, glauben die Designer. Denn wie sich Silber mit Farbzusätzen von seinem technischen Look verabschieden soll, werde auch der Rest der Farbpalette eine Öko-Bewegung erleben – eine Art grüne Revolution auch auf der Karosserie der Autos.

„Wir werden sicher etwas mehr Grüntöne sehen“, sagt Eva Höfli. Außerdem könnte eine langjährige Wunschvorstellung der Lackmacher wahr werden: Sie sehen seit Langem ein Comeback der Erdtöne, speziell als exklusive Braun- oder Beige-Töne mit Metallic-Effekt. Im Zuge des Öko-Trends steht diese Rückkehr nun tatsächlich bevor, wie schon das verstärkte Auftreten solcher Modelle in der Autowerbung zeigt. Ein weiteres Indiz: Im Wohnbereich ist der Farbtrend bereits angekommen. Das letzte Wort wird aber der Kunde haben: Die Designer können nur anbieten, was gekauft wird, wird sich zeigen. Heiko Haupt (dpa)

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