Auto : Halbzeit ist Sparzeit

Optisch hat BMW den Siebener kaum verändert – die Ingenieure haben sich vor allem den Motoren gewidmet.

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Sanfter Riese. An der Hinterachse gibt es nun auch bei den Basismotorisierungen immer eine Luftfederung, die vor allem im Fond für ein extrem rückenfreundliches und sanftes Abrollen sorgen soll. Foto: promo/sppr
Sanfter Riese. An der Hinterachse gibt es nun auch bei den Basismotorisierungen immer eine Luftfederung, die vor allem im Fond für...

Da kann man ewig drüber streiten: Muss man ausgerechnet im Flaggschiff auf die klassischen Rundinstrumente verzichten und stattdessen einen digtalen Tacho einblenden? Wir finden ja. BMW zeigt im Siebener, wie Form und Funktion vorm Lenkrad auf modernste Weise zusammenfinden: Je nach gewählter Position des „Fahrerlebnisschalters“ färbt und konfiguriert sich das programmierte Bild neu – am eindrucksvollsten nach Wahl des nun auch im 7er angebotenen Modus „Eco Pro“, bei dem nützliche Informationen zur Fahrweise und zum Verbauch eingeblendet werden.

Unabhängig davon, ob die wohlhabende Klientel daran Gefallen findet oder nicht: Generell hat der 7er optische Spielereien nicht nötig. Wie gehabt steht er satt und zufrieden da; keine Falte zuviel, kein rätselhaftes Sicken-Gewitter à la Mercedes. Ein souveräner Strich in der Landschaft. Die Bayern haben gut daran getan, sich – abgesehen von den LED-Scheinwerfern in der Front – bei der Überarbeitung ihres größten Modells auf die inneren Nochs zu konzentrieren: Von der Außenwelt und dem Antrieb ist noch weniger zu hören; die hinteren Sitze sind noch bequemer und der Nachtlicht-Assistent arbeitet noch effektiver als bisher, in dem er gefährdete Fußgänger automatisch anstrahlt. Vor allem aber sind die Motoren allesamt sparsamer geworden; auch ein Erfolg des serienmäßigen Start- Stopp, der neuen Achtgang-Automatik und des „Segelmodus“, in dem sich der Antrieb zwischen Tempo 50 und Tempo 160 schon mal in den sparsamen Leerlauf verabschiedet. Beim Bestseller der Baureihe, dem Reihensechszylinder 730d, schlägt sich die technische Feinarbeit in einem Verbrauch nieder, den man angesichts des gehörigen Gewichts und der gewaltigen Kraft des Fahrzeugs durchaus phänomenal schimpfen darf: fünfeinhalb Liter Diesel auf dem Norm-Prüfstand, mutmaßliche siebeneinhalb im realen Leben. Beim Achtzylinder 750i meldet BMW gar einen Rekord: Die 450-PS-Maschine emittiert als erster Achtzylinder überhaupt weniger als 200 Gramm CO2 auf hundert Kilometer.

Dass der Siebener in der Preisliste und vor allem auf den hinteren Sitzen allen erdenklichen Luxus von der Kühlbox bis zum Fernsehmonitor bietet, muss nach einem Facelift nicht ausführlich behandelt werden. Wer 74 900 Euro aufwärts ausgibt, kann sicher sein, dass ihm so ziemlich jeder automobile Wunsch von den Augen abgelesen wird, den auch andere Premiums gegen Bares gerne erfüllen. So richtig spannend wird’s ohnehin erst im nächsten Jahr; dann, wenn die nächste S-Klasse von Mercedes mit neuen Karosserievarianten an den Start rollt. Das Aushängeschild von BMW steht jetzt in der Mitte seines Lebenszyklus und hat dann noch drei Jahre Laufzeit vor sich.

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