Hin und Weg : Das gedopte Nähmaschinchen

Unterwegs im Alltag – dieses Mal mit einem Japaner, der wenigen auffällt, obwohl er auffällig anders ist

Eric Metzler

Das ideale Dienstauto für ...



... alle, die keine Marke brauchen, um mit einer echten Marke unterwegs zu sein. Der RX-8 hat einen Wankel, einen Kreiskolbenmotor. Den verbaut sonst keiner, der war lange weg vom Fenster. Mazda hat ihn wieder zum Surren gebracht. Wer schnelle Geschäfte liebt, ist mit dem RX-8 gut bedient. In den Kofferraum passen locker vier Aktenkoffer. Sakkos werfen auf den engen Sitzen schnell Falten – aber wäre das nicht so, wäre es schlimmer.

Pluspunkte gibt es vor allem für ...

... die Leistung ganz oben. Keine Frage, dieses Drehwunder macht süchtig. Wo andere in die Knie gehen, streckt sich der Mazda noch mal locker zur Decke. Sechstausend, sieben, da geht es auch ohne Turbo drehzahlmäßig zur Sache wie sonst bestenfalls bei einem Porsche mit Turbo. Deutsche Konkurrenten mit ähnlichen Katalogwerten mögen mehr Durchzug bieten; mehr Puste in der Höhenluft haben sie nicht. Dass der RX-8 dabei nie übertrieben angestrengt klingt, dass er leicht und sauber die Spur hält, das macht die Laune nicht schlechter.

Weniger toll war ...

... die Schaltung. Da hakt es schon mal, wenn man von eins bis sechs zählt. Schade – das gedopte Nähmaschinchen lädt einen doch geradezu ein, schnell mal nach unten zu tippen, um nach oben zu drehen. Die Gestaltung im Inneren ist schlicht, zu schlicht. Echtes Understatement sieht dann doch nach mehr aus.

Das spannendste Detail ...

... sind die Türen. Die öffnen vorne und hinten gegenläufig, ein einzigartiges Entrée für ein Coupé. Die Technik kommt selten zum Einsatz; Opel hat gerade angekündigt, den nächsten Meriva damit auf den Markt zu bringen.

Und woran werden wir uns erinnern?

An einen schön knackigen Sportwagen, mit dem dank des Gepäckfachs auch lange Wochenenden Spaß machen. Und: an den Mut der Japaner. Wankel durfte einfach nicht sterben. Danke.

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