HIN & WEG : Nissan verrückt: Ein Container namens Cube

Auf den ersten Blick…

fallen die Würfel: Schöner Karton, häßlicher Karton. Karton aber in jedem Fall. Eine Demo gegen den Zeitgeist: Nicht schön, nicht sportlich, nicht alternativ. Und eine Demo für den Zeitgeist: Ich will leben wie ich will.

Pluspunkte gibt es vor allem für…

den sagenhaften Überblick. Riesige, gerade Scheiben, erhöhte Sitzposition. Der Cube ist handlicher als erwartet. Die 110 PS eines altbekannten 1.5-Liter-Diesel reichen für die Stadt; die Kombi mit der manuellen Sechsgang-Schaltung passt. Die Federung nimmt kleinere Fehlstellen im Asphalt gelassen; bei Querrillen und Huppeln verrät sie ihre einfache Bauart.

Weniger Charme hat…

die fehlende Variabilität. Mit der seitlich angeschlagenen Hecktür öffnet man quasi einen Container. Aber dann passt die Waschmaschine doch nicht aufrecht hinein – die Rücksitze lassen sich nach dem Umlegen der Lehnen nämlich nicht als Ganzes nach vorne klappen. Nervig sind lange Autobahnfahrten: Der Wind stößt ständig Freudenschreie aus, weil er soviel Fläche zum Austoben hat. Die Vordersitze sind unbequem, weil kaum konturiert.

Das spannendste Detail…

lässt sich unter dem serienmäßigen Panorama-Glasdach verschieben: Ein Rollo aus Reispapier softet einfallendes Licht.

Unterm Strich die richtige Wahl für…

Leute, die über sich selbst lachen können, na ja, zumindest über ihr Auto. Das nämlich kann man gar nicht ernst nehmen. Aber genau deshalb ist diese 20 000 Euro-Box eine ernstzunehmende Alternative: Gut, Ihr verbraucht zwei Liter weniger, weil Ihr aerodynamischer seid; richtig; ihr habt ein paar Tausend Euro gespart, weil Ihr was von der Stange genommen habt. Aber dafür bin ich cool. eric

Die Mehrfahrgelegenheit - Carsharing in Berlin


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