Hin & weg : Sonnenlustfaktor 70

Unterwegs im Alltag – heute mit einem Nordlicht, das für den Süden gemacht ist: dem Volvo C 70.

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Auf den ersten Blick…
wagen wir diese These: Hätte man darauf verzichtet, den C 70 aufzuschneiden, dann wäre er eben als bildschönes Coupé in den Markt gekommen und hätte vielleicht etwas mehr Erfolg denn als Cabrio. Geschlossen ist er einfach whow. Da schlägt er die CC-Konkurrenz um Längen. Offen ist der Staun-Effekt nicht ganz so nachhaltig, aber die gerade Linienführung ergibt auch hier ein vorzeigbares Bild. Das aktuelle Modell verrät schon ein bisschen, wie der S 60 von vorne aussehen wird, wenn er im Herbst erscheint: Keilförmig, bissig, aber nicht böse.

Pluspunkte gibt es vor allem für…
die Charakteristik des stärksten Turbo- Benziners, der bei den Schweden schlicht unter dem Kürzel T 5 läuft. Ein souveränes und beeindruckend laufruhiges Aggregat, das seine 230 PS nie plakativ, aber immer mit Nachdruck auf die Straße bringt. Reserven stehen stets dann zur Verfügung, wenn man sie für einen Spurt auf der verstopften Landstraße oder einen zeitknappen Ritt zur Ostsee braucht. In Verbindung mit dem stylischen Interieur stellt sich nach wenigen Kilometern ein vornehmes, aber nie biederes Fahrgefühl ein. Die Federung des Wagens ist eine Wonne beim sonntäglichen Cruisen; die Sitze geben genauso wenig Anlass zur Klage wie der Kofferraum. Sebst, wenn sich das dreiteilige Blechdach nach einer halbminütigen Prozedur (klappt nur im Stand) hier ablegen soll, bleibt unter einer schützenden Abdeckung Platz für zwei Reisetaschen und zwei Schuhbeutel dazwischen. Praktisch zudem: Hinten gibt es tatsächlich zwei richtige Sitze – allemal ausreichend für Kleingewachsene oder eine Ladung Lidl.

Weniger Charme haben…
die – diplomatisch ausgedrückt – höchst empfindsamen Kunststoffe im oberen Bereich der Türen. Im unteren ein weiteres Minus: Kleine, schlecht erreichbare Fächer, die kaum sinnvoll zu nutzen sind. Die manuelle Verstellung der Vordersitze ist klemmig; das sehr dicke Lenkrad für kleine Hände eine Herausforderung. Extrem nervig auf langen, geführten Strecken: Die Lautstärke der Navigations-Ansagen lässt sich nicht über die Regler der Audioanlage justieren, muss mühsam übers Setup vorgenommen werden.

Das spannendste Detail…
hat Nachahmung verdient. Das Windschott sitzt gleich hinter den vordere Sitzen. Nach hinten lässt sich ein Teil davon herunterklappen, das dann 30 Zentimeter über den hinteren Sitzflächen liegt – und vermeidet, das die dort verstreuten Blöcke, Jacken und Tagesspiegel vom Fahrtwind aufgewirbelt werden.

Unterm Strich das richtige Auto für…
alle, denen Substanz mehr wert ist als Show. Aufs Design darf man hier gerne schauen, aufs Geld weniger: Mit wenigen Extras sprengt man die 50 000-Euro- Marke – und der Verbrauch liegt faktisch immer klar über 10 Liter.

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