Auto : Hoch hinaus

Der neue Opel Combo ist für Familien so interessant wie für Handwerker – nicht nur, weil man die hinteren Sitze ausbauen kann.

Bei jungen Familien und solchen mit hohem Platzbedarf sind die modernen Hochdachkombis beliebt. Die Mittlerweile dritte Generation des Opel Combo bietet mit zwei Längen, zwei Radständen sowie zwei verschiedenen Dachhöhen schon vom der Konzeption her viel Auswahl. Anders als sein Vorgänger basiert er nicht mehr auf dem Kleinwagen Corsa, sondern auf dem Fiat Doblo. Beide Fahrzeuge laufen zusammen im türkischen Busra vom Band.

Der Combo ist nicht nur als Kastenwagen beliebt, sondern auch als Pkw-Ableger. In der familienfreundlichen Version wird er überwiegend in der Variante 4,39 Meter lang sowie mit kurzen Radstand (2,76 Meter) und normaler Dachhöhe (1,85 Meter) verkauft und kann entweder als Fünf- oder Siebensitzer geordert werden. In Verbindung mit dem 70 kW/95 Benziner kostet der Combo ab 17 650 Euro. Nimmt man das beliebte Ausstattungsniveau „Editon“ muss man mindestens 19 000 Euro investieren. Ab Werk sind ESP, zwei Frontairbags sowie zwei Schiebetüren im Preis inklusive. Eine Klimaanlage ist allerdings nur gegen Zuzahlung erhältlich und kostet im Paket mit Lederlenkrad, Radio und Sitzheizung 650 Euro.

Die Schokoladenseite des neuen Opel Combo erschließt sich nicht auf den ersten Blick. Dieser gewährt zunächst die typischen Formen eines Hochdachkombis: wenig Emotionen, dafür Ecken und Kanten gepaart mit ein paar Rundungen. Kein Wunder, sind die preiswertere Alternativen zu Kombis oder Vans auf maximale Raumnutzung ausgelegt. Die Nutzfahrzeugvarianten sind als Kastenwagen unterwegs und erfreuen Handwerker mit ihrer Vielseitigkeit und ihrem Ladevolumen. Wo wir schon beim Thema wären. Öffnet man die weit nach oben schwingende Heckklappe (ein Zugband hilft kleinen Personen, die doch recht schwere Klappe wieder zu schließen), schaut man in fast unendliche Weiten eines Kofferraumschlunds. Zumindest dann, wenn man die fünfsitzige Konfiguration wählt. Knapp 800 Liter Ladevolumen können ohne störende Radkastenausbuchten gefüllt werden.

Mit 800 Kilogramm Zuladung muss man auch keine allzu großen Einschränkungen machen. Hat man sich für den Siebensitzer (Aufpreis 750 Euro) entschieden, den es übrigens nur in der kurzen Ausführung gibt, bleiben nur 133 Liter übrig. Die hinteren Sitze, die je ca. 20 Kilogramm auf die Waage bringen, können ausgebaut werden. Praktische Sitzfaltsysteme wie beim nobleren Bruder Zafira sucht man – angesichts der Preisgestaltung nicht verwunderlich – vergebens. Die zweite Bank erlaubt es, bis zu drei Kindersitze zu installieren. Die äußeren Plätze verfügen über Isofix. Fahrer und Beifahrer können sich über großzügige Platzverhältnisse freuen. Viele Ablagen nehmen den üblichen Kleinkram von Taschentüchern bis Ersatzbatterien für die Spielekonsolen auf, der bei Familien mit Kindern griffbereit sein sollte.

Die verwendeten Materialien fühlen sich nicht billig an, der großflächige Einsatz von Kunststoffen macht den Innenraum pflegeleicht. Das Lenkrad ist sowohl in der Höhe als auch in der Tiefe verstellbar. Leider lässt sich der Tacho nur schlecht ablesen, so dass man die Anzeige besonders im Auge behalten sollte, will man nicht den Geschwindigkeitsvorgaben des Straßenverkehrs allzu sehr entgegen handeln. Denn flott lässt sich der Combo durchaus bewegen. Nicht nur der Top-Diesel mit 99 kW/135 PS sorgt für ordentliche Beschleunigungswerte, auch mit dem bei ersten Testfahrten zur Verfügung stehen 77 kW/105 PS starken Selbstzünder ist man kein Verkehrshindernis – vorausgesetzt man nutzt die Schaltung eifrig. Allerdings sollte man nicht vergessen, dass man mit einem relativ hohen Fahrzeug in die Kurven geht. Zu schnell mag er es nicht. Gelassenheit ist Trumpf, das kommt dann auch dem Verbrauch zugute genauso wie die gegen Aufpreis von 355 Euro erhältliche Start-Stopp-Automatik.

Apropos Aufpreis: Neben der Klimaanlage offeriert Opel noch viele Möglichkeiten, den Combo fein zu machen. Seitenairbags für Fahrer und Beifahrer für 225 Euro (Serie bei Edition) und Nebelscheinwerfer für 185 Euro sollten auch bei kleinem Familienbudget aus Sicherheitsgründen bestellt werden. sppr

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