Honda : Alles im grünen Bereich

Unterwegs im Alltag – heute mit ungleichen Brüdern aus Japan, die oft und gerne unterschätzt werden.

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Auf den ersten Blick…



ist die Verwandtschaft kaum zu begreifen: Insight und Jazz stehen auf derselben Plattform? So kann’s gehen. Honda hat aus gemeinsammen Genen grundverscheidene Autos gebaut: Einen Hybriden, der dem Prius ähnelt, aber immerhin ein bisschen schicker aussieht. Und einen Micro-Van, der glatt als Ostsee-Kiesel durchgehen könnte.

Die meisten Pluspunkte gibt es…

beim Insight für das 1a-Erziehungskonzept. Der Hybrid macht aus seinen Fahrern bessere Menschen. Einmal, weil der lahme Benzinmotor solo null Spaß macht. Da fährt man lieber defensiv. Aber vor allem, weil uns intelligente Grafiken und eine geniale Beleuchtungsautomatik im Cockpit motivieren. Sind Tacho und Instrumente blau illuminiert, bewegt man sich auf Kosten des Benzins. Der Verbrennungsmotor ist die treibende Kraft. Anders, effizienter bei Grün: Jetzt sammeln wir (unmerklich) Energie, die beim Verzögern oder Ausrollen frei wird. Die Batterie ist dankbar, weil man ihr Saft generiert. Saft, der sogleich einen 14-PS-Elektromotor zuschaltet. Bald geht uns ein Licht auf – aha, schon leichtes Lupfen des Gaspedals bringt den Insight in einen optimaleren Drehzahlbereich, in dem sich nicht nur mit Verbrennungsenergie voran kommen lässt. Dass die Grün-ist-schlau- Methode so gut funktioniert, hätten wir nicht geglaubt – nun gestehen wir freudig. Auch die Ladequalitäten des kleinen Jazz haben wir unterschätzt. Der Pummel packt richtig was weg. Kofferraum auf zwei Etagen, Becherhalter oben (!) im Cockpit und eine außergewöhnliche Rückbank: Deren Sitzlehne lässt sich nach hinten (!) hoch klappen, wenn Sperriges aufrecht transportiert werden soll. In unserem Falle: ein Monitor, eine Tischplatte und drei Faktumschränke von Sie wissen schon. Bei alledem fährt sich der Jazz herrlich unkompliziert: Lenkung und Schaltung laufen genauso geschmeidig wie der leise Motor mit seinen 100 PS. Seiden!

Weniger Charme haben…

in beiden Fällen die Materialien im Inneren: Hartplastik und schmutzempfindlicher Velours. Gut, Asiaten mögen den Stoff mögen. Wir mögen ihn nicht. Die Ablagefächer in den Türen des Jazz fassen zwar Atlanten; Schoki bekommt man aber nicht mehr heraus, wenn man sie in die Tiefe gelegt hat. Die Verarbeitungsqualität der Brüder ist solala. Schnelle Überlandfahrten mag der Insight weniger – ohne Hilfe des Elektroantriebs jaulen der 88-PS-Benziner und die gummiartige Automatik in unheilvoller Allianz.

Das spannendste Detail…

liefert der Bordcomputer des Insight: 5,7 Liter. Und das nach minus 15 Grad in der Stadt und Tempo 180 auf der Autobahn.

Unterm Strich…

hat Honda hier zwei (preisfaire) Geheimtipps zu bieten: Eine vollwertige Stadtlimousine mit alternativem Spar-Antrieb. Und ein Ladewunder, der praktischer ist als jede Konkurrenz. 

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