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Honda und Audi: Zwei Kombis im Vergleich : Jetzt macht mal schön Platz

18.02.2012 14:07 Uhrvon
Kräftiger Sechszylinder mit hoher Laufkultur und viel Platz: Der Audi A6 Avant bringt alles mit, was ein Kombi braucht. Allerdings auch zu einem hohen Preis. Foto: HerstellerBild vergrößern
Kräftiger Sechszylinder mit hoher Laufkultur und viel Platz: Der Audi A6 Avant bringt alles mit, was ein Kombi braucht. Allerdings auch zu einem hohen Preis. - Foto: Hersteller

Kombis waren schon immer die schönsten Nutzfahrzeuge: Wir haben den Honda Accord Tourer und den A6 Avant probiert – jeweils mit Dieselmaschine.

Zugegeben, der A6 spielt vielleicht am Ende des Tages in einer anderen Liga als der Accord Tourer. Und doch haben die zwei viel gemeinsam, wenn man sie nebeneinander stellt. Stattliche Erscheinungen beide, sportlich geschnitten und selbstbewusst im Auftreten. Obwohl vor allem Audi als dynamische Marke gepriesen wird, wirkt der Honda auf den ersten Blick rassiger. Das liegt an der aggressiv gezeichneten Front, neben der das gewohnte Kühlerdesign des A6 nahezu bullig wirkt. Die Seitenschweller des Honda wirken leicht unnatürlich. Am Heck vergeben sich die beiden Protagonisten nicht viel – ein stimmiges, wohl gezeichnetes Bild.

Schon vor dem ersten Einsteigen offenbart sich eine Eigenwilligkeit des Japaners, an die wir uns bis zum Testende partout nicht gewöhnen mochten: Einmaliges Drücken auf den Türöffner am Schlüssel reicht nicht.

Der Accord besteht auf einen Doppelklick. Drinnen scheiden sich schnell die Geister: Wo der Audi mit geraden Linien und ebenen Flächen glänzt, heischt der Honda mit runden Formen und Bögen um Aufmerksamkeit. Schlecht gemacht ist der Innenraum nicht. Aber beim genauen Hinschauen und beim Anfassen bekommt man schon eine Ahnung davon, warum der Audi zig Tausend Euro teurer ist. Am spürbarsten ist der Unterschied auf Langstrecke: Die allzu dünne Polsterung des Accord geht irgendwann im wahrsten Sinne des Wortes auf die Knochen.

Honda sportlich, Audi ganz sanft

Der Honda Accord Tourer ist deutlich billiger als der Audi, aber nicht billig gemacht. Foto: HerstellerBild vergrößern
Der Honda Accord Tourer ist deutlich billiger als der Audi, aber nicht billig gemacht. - Foto: Hersteller

Überzeugen können beide Kombis mit einem ausgezeichneten Fahrwerk. Der Spagat zwischen Komfort und Sportlichkeit gelingt dem einen wie dem anderen – wobei der Honda unseren Geschmack besser trifft: Er fühlt sich knackiger an. Der Audi ist eine Sänfte. Gegen die Automatik des Audi lässt sich genauso wenig sagen wie gegen die kurzwegige, präzise Handschaltung des Honda. Auch die Lenkung hat uns bei beiden gefallen.

Zu welch enttäuschenden Ergebnissen mehrfache Probierfahrten führen können, zeigt sich an den Schnittstellen zwischen Mensch und Technik, die am häufigsten genutzt werden: Navigation und Musik. Hätte uns vorher jemand gesagt, im A6 würden wir es nicht zuwege bringen, einem iphone4 über USB Musik zu entlocken, wir hätten es nicht für möglich gehalten. Nicht bei Audi. Irgendwann geben wir auf und hören unsere Songs über Bluetooth. Die Hör- und Sprechqualität der Telefoneinrichtung ist einsame Spitze; nervig dagegen eine immer wiederkehrende, aber falsche Meldung auf dem Display, wonach mit der Telefon-Ankopplung irgendetwas nicht in Ordnung sei (ein Phänomen übrigens, von dem auch andere A6-Fahrer berichten).

Nicht alle Assistenten überzeugen

Die Multimediasystem nervte in der Praxis mit Verbindungsproblemen. Dennoch kann sich der Audi vom Honda deutlich absetzen. Foto: HerstellerBild vergrößern
Die Multimediasystem nervte in der Praxis mit Verbindungsproblemen. Dennoch kann sich der Audi vom Honda deutlich absetzen. - Foto: Hersteller

Von den neuen Features, die Komfort und Bedienung im A6 erleichtern sollen, haben uns nicht alle überzeugt. Das heraus fahrbare Display ist gestochen scharf und perfekt platziert, die Menüführung aber so wenig intuitiv, dass wir uns manchmal das alte MMI zurück gewünscht haben. Nicht ganz ausgegoren ist das Konzept des scheckkartengroßen Touchpad neben dem Schalthebel: Auf dem lassen sich zum Beispiel Buchstaben zeichnen, um einen Telefonkontakt schneller zu finden. Wirklich reibungslos klappt das nicht immer. So verkehrt sich das Ziel ins Gegenteil, weniger von der Fahrt abgelenkt zu werden als bei der Eingabe über den Drehregler.

Im Honda hat vor allem das Navi Eindruck hinterlassen – leider keinen guten. Es ist trotz seiner beachtlichen Größe miserabel ablesbar und von einer grafischen Grobschlächtigkeit, die Honda getrost als Alleinstellungsmerkmal verbuchen darf. Für die vielen Assistenzsysteme gilt das nicht mehr: Honda lag mit seinen Brems-, Abstands- und Spurhelfern lange vorne; inzwischen haben die anderen Hersteller nachgezogen. Dennoch: Honda hat auf diesem Feld eine hohe Kompetenz und die merkt man auch im Accord. Im A6 stechen die vier Rundum-Kameras heraus – beim Einparken eine effektive, aber teure Hilfe (2000 Euro).

Honda-Motor kräftig, aber schluckfreudig

Auf den zweiten Klick: Der Honda öffnet nur nach zweimaligen Drücken der Fernbedienung seine Pforten. Warum ist allerdings unklar. Foto: HerstellerBild vergrößern
Auf den zweiten Klick: Der Honda öffnet nur nach zweimaligen Drücken der Fernbedienung seine Pforten. Warum ist allerdings unklar. - Foto: Hersteller

Die von uns gefahrenen Diesel lassen sich nominal nicht vergleichen, bringen aber markentypische Eigenschaften ans Licht: Der 2,2-Liter im Honda hat für 180 PS einen ungewöhnlichen Bumms und glänzt mit gleichmäßigem Durchzug über alle Drehzahlen. Aber: Mit gut acht Litern verbraucht er einfach zu viel. Der 3-Liter-TDI von Audi ist auch bei Minusgraden die Ruhe selbst (jedenfalls im Inneren), entfaltet seine Stärke besonders bei Überholmanövern auf der Autobahn souverän. Trotzdem bleibt der Sechszylinder sehr sparsam.

Zum Schluss ein Blick auf die Platzverhältnisse: Fondpassagiere haben im Audi mehr Luft für ihre Beine – und auch im Kofferraum offeriert der Ingolstädter mit 1680 Litern deutlich mehr Raum als der Honda mit nicht einmal 1300 Litern. Die Ladekante ist bei beiden so angenehm niedrig wie es sich für Kombis geziemt.

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