Hyundai : Weg mit den alten Namen – Korea schreibt sich jetzt mit „i“

Die Zeit der tierischen Namen beim südkoreanischen Hersteller Hyundai sind vorbei. Nur noch alphanumerisch sollen künftig alle Limousinen auf dem europäischen Markt benannt werden.

Lama, Pony, Maultier oder Hengst? Eins dieser Tiere stand Pate bei der Namensgebung für einen kleinen Kompaktwagens, tief in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Richtig: Es gab ja den „Pony" des südkoreanischen Herstellers Hyundai. Von Modellbezeichnungen wie dieser ist man im Jahr 40 nach Firmengründung allerdings abgekommen. Nur noch alphanumerisch sollen künftig alle Limousinen auf dem europäischen Markt benannt werden: Den Anfang macht eine Woche vor der IAA im September der neue i30 als erster Hyundai der Golf-Klasse (siehe Text rechts). Im kommenden Jahr löst dann der i10 den Kleinstwagen Atos, der i20 den etwas größeren Getz, der i40 den Mittelklassevertreter Sonata und der i50 das Oberklassegefährt Grandeur ab. Die Typenschilder der gut laufenden SUVs Tucson und Santa Fe werden jedoch vorläufig beibehalten. Ab Oktober 2008 reiht sich der Veracruz ein, ein Premium-Offroader, das gegen Q7 und Konsorten antreten will.

Allen SUVs gemein ist, dass sie nach Städten im Südwesten Amerikas benannt sind. Und dort, genauer, in Kalifornien, unterhält Hyundai nicht nur ein Design-Zentrum, sondern dort sitzt auch der Computer- und Unterhaltungselektronikhersteller Apple, der vor ein paar Jahren mit dem iPod eine beispiellose Erfolgswelle lostrat. Liegt da nicht die Vermutung nahe, dass Hyundai mit seiner i-Offensive am Apfelkuchen naschen will? Genährt wird die Mutmaßung durch Pläne, die es dem Vernehmen nach bei den Koreanern gibt: Vom Golf-Herausforderer i30 ist ein i-Sondermodell angedacht, Apple soll Kooperationswünsche geäußert haben. Wann, wie und wo? Darüber wird sich ausgeschwiegen, aber in weiß soll die Spezialausführung schon kommen.

Im Frühjahr 2008 folgt die Kombivariante des i30, die erste seit dem 2000 eingestellten Lantra. Der für den europäischen Markt entwickelte Kompakte wird Hyundai Deutschland-Geschäftsführer Karl-Heinz Engels zufolge das Volumenmodell unter den 13 erhältlichen werden. Grund: Er sei das schönste Auto, das Hyundai jemals hatte. Würde ja passen.

Zurück zum „i“: Für den Hersteller steht das für „Innovation“ oder auch für „Intelligenz und Inspiration“, sagt Engels. Innovativ gibt sich Hyundai allemal, sollen doch ab 2008/2009 Hybridfahrzeuge in großen Stückzahlen in Serie gehen, allerdings nur in den USA und Asien. In Deutschland will man sich stattdessen mit Biodiesel befassen. Ab 2010 soll dann im Tucson die Brennstoffzelle Serienreife erreichen.

Wer die alten Namen à la Pony allerdings lustig fand, der wird wohl bei der neuen Einheitlichkeit den Humor vermissen. Aber in der Wirtschaft geht es ja auch schließlich vorrangig um darum, den Absatz zu optimieren. Und das funktioniert bei Hyundai ganz gut , wie die seit Jahren steigenden Zahlen belegen. Übrigens hat schon der kleinste i30 einen iPod-Anschluss.srw

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