IAA : Erst das Klima. Dann der Wandel.

Die Messe in Frankfurt kommt gerade recht, Kunden wie Herstellern. Klimaschutz wird groß geschrieben - sogar die Grünen sind mit einem Stand vertreten.

Eric Metzler
E-Flex
Unser Favorit zum Klimaschutz. Die ersten 100 km fährt Opels E-Flex-System mit reinem Elektromotor, danach springt zum Beispiel...Foto:Opel

Nicht mehr lange, dann geht es uns im Autogeschäft wie im Supermarkt: Ratlos schaut man auf das Produktschild, mehr fragend als ahnend, wo Bio drin ist oder wo es nur drauf steht. Öko-Etiketten auf vier Rädern gibt es neuerdings reichlich und auf der IAA leuchten sie grell: Eco-flex steht drauf, Greenline, Flex Fuel, Bluetec oder Blue motion. Die Hersteller sind hyperaktiv, reagieren heftig auf eine Klimadebatte, die diesen Sommer heißer über uns kam als irgendwas sonst. Dabei hat die Branche ohnehin Kummer genug: Die Umsätze brechen ein, vor allem Privatleute kaufen weniger als kalkuliert.

Eine Messe wie die IAA kommt da gerade recht. Den Verbrauchern, weil sie hinschauen können. Hier ist zu sehen, was noch Versprechen ist und was schon Verhalten. Den Anbietern, weil sie zeigen dürfen, dass sie besser sind als ihr Ruf – endlich drehen sie die Scheinwerfer nicht nur auf die Schnellen, sondern auch auf die Reellen. Die Industrie stellt sich einer schwierigen Zeit, zuweilen noch mit verkniffener Miene. Aber wer den Vorständen zuhört, der merkt, da kommt was in Fahrt. Natürlich stehen auf der IAA auch Spritschlucker und Protzer, wer bitte verschenkt Umsätze? – doch am anderen Ende der Skala gibt es Dutzende Angebote im Kaliber zwischen vier und sechs Litern Verbrauch. Dabei wird es nicht bleiben. In ein paar Jahren kommen wir vielleicht ohne Brennstoff im Tank aus: GM hat 500 Ingenieure abgestellt, die den Elektroantrieb weiterentwickeln. Auch so was sollten redliche Grüne ins Land der Autofahrer trompeten. Nicht nur illusorische Grenzwerte für den CO2-Ausstoß. Vielleicht sind wir nach der IAA weiter – die Grünen fahren ja mit eigenem Stand hin.

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