IAA : Sauber in Frankfurt - und auf der Straße?

Auf der IAA wird zu ökologischen Autos so einiges versprochen. Was es heute schon gibt, was es morgen geben soll und wie die Zukunft aussehen könnte - ein Überblick.

Eric Metzler

DAS GIBT ES SCHON HEUTE Verbrenner - hier die sparsamsten der Messe Dass man schon in der Zeit bis zum großen Systemwechsel zu den Elektroautos gewaltig Sprit sparen kann, beweist auf der IAA eine Reihe besonders effizienter Dieselfahrzeuge. Zwar ist das Sparpotenzial mit einem E-Motor größer als mit einem effizienten Selbstzünder. Doch die vermeintlich alte Technik hat einen entscheidenden Vorteil: Man kann sie bereits kaufen. Die sparsamsten Großserienneuheiten kommen dabei von VW. Dort wurde jetzt die zweite Generation der "Blue Motion"-Modelle enthüllt, die künftig auch mit Start-Stopp-Funktion und Bremsenergie-Rückgewinnung (Rekuperation) ausgerüstet werden. Das senkt etwa den Verbrauch des 55 kW/75 PS starken Polo auf 3,3 Liter (CO2-Ausstoß: 87 g/km). Der Golf steht bei 77 kW/105 PS mit 3,8 Litern (99 g/km) in der Liste, und für den Passat Blue Motion weist VW 4,4 Liter (114 g/km) aus.

Wie ernst es den Herstellern mit ihrem Sparkurs ist, belegt auch eine Premiere am Opel-Stand: Dort steht der neue Astra auch als EcoFlex-Modell. Zwar muss dieser 70 kW/95 PS starke Ökonom vorerst noch ohne Start-Stopp-Automatik auskommen. Er geht aber auch so mit respektablen 4,2 Litern (109 g/km) ins Rennen. Und nebenan dreht sich der Corsa EcoFlex im Rampenlicht, dessen CO2-Ausstoß bis zur Markteinführung im Januar 2010 auf 98 g/km sinken soll. Weiteres Einsparpotenzial hat Opel bereits in Aussicht gestellt: Im nächsten Jahr bringen die Hessen eine Start-Stopp-Automatik, die binnen 24 Monaten in allen Modellreihen Einzug halten soll. Dritter im Bunde ist der Ford Focus, den es als Econetic künftig ebenfalls mit Rekuperation und optional mit Start-Stopp-Automatik gibt. Damit sinkt der Verbrauch des 80 kW/109 PS starken Diesels auf 3,8 Liter (99 g/km). Auf den gleichen Wert kommt Volvo mit dem weiterentwickelten Volvo C30 DrivE, der inzwischen ebenfalls mit Start-Stopp-Automatik zu haben ist.

Aber nicht nur in der Kompaktklasse wird gespart. Auch in der gehobenen Mittelklasse dreht die Industrie dem Diesel langsam den Hahn zu. Jüngstes Beispiel ist der 120 kW/163 PS starke BMW 320d "Efficient Dynamics Edition", der mit reduzierter Leistung und neuer Motorsteuerung nur noch 4,2 Liter verbraucht (106 g/km). Gegenüber dem Serienmodell ist das laut BMW ein Vorteil von 0,7 Litern. Die Konkurrenz zieht da munter mit: Audi zeigt den A3 als Downsizing-Modell mit einem 77 kW/105 PS starken 1,2-LiterMotor und den A4 mit einer Flexifuel-Lösung für den Einsatz von Bio-Ethanol. Und Mercedes weist darauf hin, dass mittlerweile 76 Modelle das "Blue Efficiency"-Label tragen und allein im ersten Halbjahr der CO2-Ausstoß der Flotte um 14 g/km gesenkt worden sei.

Während Greenpeace in einem Tagesspiegel-Interview behauptet hat, seit der letzten IAA 2007 seien die Autobauer nicht vorangekommen, sehen das Experten wie Analyst Christoph Stürmer vom Marktbeobachter Global Insight anders. Gerade mit Blick auf das Messeprogramm und die langen Entwicklungszyklen der Hersteller hält er es für "bemerkenswert, wie viele spezielle Eneregiesparversionen jetzt schon auf dem Markt sind". Zumal viele der eingesetzten Technologien auch in anderen Modellen verwendet würden und so den Flottenverbrauch nachhaltiger beeinflussten, als das einzelne Extremvarianten könnten. Mindestens genauso wichtig sei allerdings die Innenwirkung dieser Premieren: "Für die Entwicklungsabteilungen ist das Spargebot ein Motivations- und Innovationsschub, den die Industrie schon lange gebraucht hat. Das wird eine Flut heute noch gar nicht absehbarer Ideen hervorbringen."

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