• Immer mehr Oldtimer hinterm Steuer Die Gesellschaft altert – das verändert das Fahren

Auto : Immer mehr Oldtimer hinterm Steuer Die Gesellschaft altert – das verändert das Fahren

Heiko Haupt (dpa)

Sollte man denn? Oder sollte man nicht? Ältere Autofahrer dazu verpflichten, sich regelmäßig auf ihre Fahrtauglichkeit untersuchen zu lassen? Befürworter argumentieren, die körperliche Leistungsfähigkeit lasse nun einmal mit den Jahren nach, Gegner weisen darauf hin, dass Ältere nicht übermäßig an Unfällen beteiligt sind.

Sicher ist: Vor allem die Gruppe der Über-80-Jährigen wird in absehbarer Zeit stark wachsen – und damit neue Herausforderungen an die Verkehrsexperten stellen. Bis zum Jahr 2030, so hat die OECD errechnet, soll mehr als jeder sechste Deutsche dieses Alter erreicht haben. Und fast alle der Senioren der Zukunft werden einen Führerschein haben – schwer vorstellbar, dass sie die Segnungen der Mobilität ausgerechnet im hohen Alter freiwillig kollektiv aufgeben.

 Tatsächlich sieht es im Zusammenhang mit den Unfallgefahren für ältere Verkehrsteilnehmer alles andere als schlecht aus. Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) in Bergisch Gladbach hat sich mit dem Thema auseinandergesetzt und kam zu diesem Schluss: „Insgesamt gilt, dass sowohl die vorliegenden Untersuchungsergebnisse als auch die Zahlen der amtlichen Statistik bislang kein bedrohlich steigendes Verkehrsrisiko mit zunehmendem Alter aufweisen.“    Auch die typischen Fahrfehler der älteren Generation hat man bei der BAST ermittelt: Meist sind es unter anderem Vorfahrtsfehler und Rotlichtverstöße. Erwähnt wird auch „falsche Straßenbenutzung“ – was allerdings laut ADACMann Maximilian Maurer nicht mit dem GeisterfahrerPhänomen gleichgesetzt werden sollte. In diesem Zusammenhang prägen sich zwar vereinzelte Nachrichten ein. Tatsächlich gebe es aber keine Häufung.

„Die Zielgruppe ist nicht gefährlich“, fasst daher Burkhard Gerkens, Referent Ältere Verkehrsteilnehmer beim Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) in Bonn zusammen. Zwar kommen mit dem Alter auch typische Begleiterscheinungen wie schlechteres Sehen, geringere körperliche Beweglichkeit oder ein Nachlassen der Reaktionsfähigkeit. Auf der anderen Seite steht aber noch ein weiterer wichtiger Faktor: Ältere Menschen können vieles davon durch ihre Erfahrungen wieder ausgleichen, oder dadurch, dass man den Einschränkungen Tribut zollt. So fährt mancher nicht mehr in der Dunkelheit, andere umfahren stressige Verkehrsknotenpunkte.

Weil sich aber eben nicht jede Begleiterscheinung des Alters ausgleichen lässt, sind die Fahrer selbst, ihre Verwandten und auch die Hausärzte gefordert. Die Fahrer sollten sich kritisch mit ihren Fähigkeiten auseinandersetzen, die Familie sollte auf eventuelle Handicaps hinweisen – und der Arzt sollte die Fahrtüchtigkeit nicht außer Acht lassen.

Aber was auch Jüngere nicht vergessen sollten: Die Mobilität ist für Senioren nicht selten die einzige Möglichkeit, noch am Leben außerhalb der eigenen vier Wände teilzunehmen.   Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat hat dazu übrigens eigens ein Programm aufgelegt: „Sicher mobil“ wird vom Bundesverkehrsministerium unterstützt und soll den Teilnehmern helfen, auch im Alter noch mobil zu sein. Bei den Seminaren werden Themen wie Gesundheit ebenso angesprochen wie neue Verkehrsregeln oder die technische Ausstattung moderner Fahrzeuge. Heiko Haupt (dpa)

Informationen zu „Sicher mobil“ unter www.dvr.de

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