Immer neue Extras für Offen-Fahrer : Warm am Nacken, kühl am Hintern

Sich abheben ist alles in diesem Jahr. Mit vielen Details und Spielereien versuchen die Hersteller von Cabrios und Roadstern, ihr Profil zu schärfen. Sie verlängern mit speziellen Heizungen die Open-Air-Saison, wappnen das Leder mit besonderen Beschichtungen gegen Aufheizen, liefern online die aktuelle Cabrio-Wetterprognose oder zählen die Sonnenstunden einer Saison.

Thomas Geiger (dpa)

All das kostet natürlich. Doch bei einigen Wohlfühl-Dreingaben wie der Nackenheizung sind Kunden offenbar gerne bereit, ein paar Hunderter zusätzlich auf den Tisch zu legen. Den sogenannten „Airscarf“ gab es bisher nur bei den Mercedes-Roadstern SLK und SL für einen Aufpreis zwischen 500 und 600 Euro. Rund 88 Prozent der Kunden gönnen sich laut Mercedes einen warmen Nacken beim Fahren. Nun bietet Peugeot dieselbe Technik unter dem Namen „Airwave“ erstmals auch für einen Viersitzer an. Im Modell 308 CC wird für etwa 700 Euro ein Gebläse so in der Kopfstütze integriert, dass sich warme Luft an kalten Tag wie ein Schal um den Hals legt.

   Damit die Sonne die Cabrios nicht zu sehr aufheizt, hat BMW eine neuartige Lederbeschichtung für die Sitzflächen entwickelt. Sogenannte „Cool-Pigmente“ in den Sitzbezügen und im Lack der Konsolen reflektieren nach BMW-Angaben die UV-Strahlung bei offen geparkten Autos, so dass sich die Polster weniger stark aufheizen. „Die Temperaturdifferenz kann im Vergleich zu herkömmlichem Leder bei dunklen Farben bis zu 20 Grad Celsius betragen“, beschreibt BMW. Wenn es dem Fahrer immer noch zu heiß ist, gibt es vor allem in der Oberklasse eine Sitzlüftung, die Schweißflecken vorbeugt.

   Für schlechtes Wetter ist dagegen das Akustik-Verdeck gemacht. Audi bietet es für 750 Euro beim offenen A3 und für 295 Euro Aufpreis jetzt auch beim neuen A5 Cabrio an. Eine zusätzliche Lage Dämmstoff zwischen Innenhimmel und Außenhaut bringe Geräusch- und Klimakomfort bei diesem Fahrzeug auf das Niveau eines konventionellen Coupés, so Audi. Um Cabriofahrern nasse Überraschungen zu ersparen, hat BMW seinen Internetdienst „BMW Online“ eigens um eine Wettervorhersage erweitert. Cabriofreunde erhalten Auskunft darüber, ob am folgenden Tag mit Regen gerechnet werden muss.

   Die neueste Spielerei ist der „Always Open Timer“ aus dem Mini Cabrio. Dieses Zusatzinstrument neben dem Tacho zählt die Sonnenstunden eines Mini-Fahrers während der Fahrt und zeigt ihm an, wie lange das Dach offen war – macht rund 200 Euro. Um den Absatz anzuheizen, planen die Bayern bereits Ranglisten und Wettbewerbe im Internet, bei denen der offenherzigste Cabriofahrer gekürt werden soll. So richtig Sinn macht das natürlich nicht mehr. Aber bestellt wird es trotzdem. 

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