Auto : Immer schön Qurs halten

Audi baut sein SUV-Angebot aus: Der erste Eindruck vom 3er passt ins gewohnte Bild

Stefan Woltereck
Fluch der guten Tat. Verchromte Ascher, edle LED-Scheinwerfer: Woanders noch Hingucker, bei Audi längst selbstverständlich.
Fluch der guten Tat. Verchromte Ascher, edle LED-Scheinwerfer: Woanders noch Hingucker, bei Audi längst selbstverständlich.Foto: Abdruck fuer Pressezwecke honora

A1 bis A8: Limousinen baut Audi von kompakt bis repräsentativ, auch Coupés und Cabrios fehlen nicht. Geländetaugliche Hochdach-Modelle, Sports Utility Vehicles (SUV), gibt es bisher aber nur in überschaubarer Auswahl: Q7 und Q5. Im November kommt der Q3 hinzu: 24 Zentimeter kürzer als der Q5 (4,39 Meter), bald ebenso geräumig, im Auftritt fast eine Limousine, sportlich zu fahren und nobel eingerichtet. Und ab 29 900 gute 7000 Euro preiswerter: Es gehört nicht viel Fantasie dazu, dem kleinsten „Q“ den größten Erfolg vorauszusagen.

Außenmaße und vor allem Radstand (2,60 Meter) legen den Vergleich zum VW Tiguan nahe. In der Tat: Der Q3 ist so etwas wie der Tiguan im Sonntagskleid, er teilt mit ihm weitgehend Unterboden, Achsen, Technik. Außen und innen wirkt er aber ganz anders, Konkurrent ist vor allem der X1 von BMW.

Mit 1,59 Metern Höhe überragt der neue Audi übliche Kombis nur um eine Handbreite. Respektheischende Masse geht ihm ab. Der Q3 steht (auch mit 17 Zentimetern Bodenfreiheit) etwa in der Mitte zwischen dem Kombi und dem typischen, meist maskulin geprägten Geländewagen. Der riesige Hufeisen-Grill, die scharf geschnittenen Scheinwerfer mit Leuchtdioden-Spangen und die üppigen Luftöffnungen darunter machen dennoch Eindruck im Rückspiegel. Ein kleiner Dachspoiler und aerodynamischer Feinschliff senken den cw-Wert auf 0,32. Das ist für die Klasse genauso hervorragend wie das Gewicht ab 1445 kg. Innen glänzt der Q5 mit klaren Instrumenten, angenehmen Sitzen, vielen Ablagen, logischer Bedienung und den Audi-üblichen feinen Materialien.

Die hohe Sitzposition ergibt gute Übersicht und bequemen Einstieg. Dank platzsparend quer eingebautem Motor bietet die zweite Reihe fast denselben Platz wie im Q5. Der Kofferraum fasst 460, beim Umklappen (der wie üblich asymmetrisch geteilten) Rücksitzlehne 1365 Liter. Der Ladeboden allerdings ist nicht ganz eben, dazu stört die hohe Kante, über die schwere Gepäckstücke gehoben werden müssen. Dafür lässt sich (gegen Aufpreis) die Beifahrerlehne vorklappen, so dass auch lange (Baumarkt-) Pakete untergebracht werden können.

Der neue Q3 erscheint erstmals auch nur mit Frontantrieb: als Basismodell mit Zweiliter-TDI-Motor und 103 kW/140 PS. Zweiter Diesel ist der 2.0 TDI quattro mit S-Tronic und 130 kW/177 PS. Der Zweiliter-Turbo-Benziner (TFSI) wird nur mit quattro-Allradantrieb und gleichfalls in zwei Leistungen offeriert: mit 125 kW/170 PS und Sechsganggetriebe sowie mit 155 kW/211 PS und S-Tronic. Schon mit 140 PS erreicht der Q3 absolut zufriedenstellende Fahrleistungen: 202 km/h und 9,9 Sekunden für den Standard-Spurt 0 - 100 km/h. Im Verbrauch setzt er sogar Maßstäbe: 5,2 l/100 km nach Norm (CO2138 g). Freunde besonders agiler Autos dürfen sich auf eine künftige Sportversion freuen mit dem 300 PS-Fünfzylinder aus dem TTRS.

Die S-Tronic, die Siebengang-Doppelkupplungs-Automatik, erhielt eine nützliche Zusatzfunktion: Per „Efficiency“ -Taste (im optionalen Fahrwerkssystem Drive-Select) lässt sich ein Freilauf aktivieren. Beim Gaswegnehmen „segelt“ der Wagen im Leerlauf. Dies verringert Geräusch und vor allem Verbrauch – bis zu einem halben Liter auf hundert Kilometer. Mit Start-Stopp-Automatik und Rekuperation verfügt der Q3 auch sonst über modernste Spritspar-Technik.

Im Fahreindruck zeigt sich der neue Sport-Utility-Audi sicher und agil wie eine unproblematische Limousine: kaum Seitenneigung in schnell gefahrenen Kurven, komfortable Federung, leichte und präzise Lenkung. Auch in der umfangreichen Sonderausstattungsliste ist der Q3 ein typischer Audi: In ihr finden sich alle Assistenzsysteme, die die Elektronik heute bereithält – vom Spurhalte- und Spurwechsel-Assistenten bis zur Einparkhilfe mit Rückfahrkamera, vom Surround-Sound mit 465 Watt und 14 Lautsprechern über Navigation mit Vogelflug-Perspektive bis zur Tempolimit-Anzeige im Armaturenbrett.

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