International Auto Show : Weniger Schmuddel und viele Ecken

In New York zeigt Mercedes erstmals SUVs mit Bluetec-Diesel, die Japaner stellen originell geformte Studien auf die Stände

Thomas Geiger (dpa)

Nach der Show ist vor der Show – und den Autobauern scheinen die Neuheiten nicht auszugehen: Kaum zwei Wochen nach dem Genfer Automobilsalon werden auf der New York International Auto Show seit Freitag schon wieder zahlreiche Premieren gefeiert. Zwar ist die Messe vor allem auf das US-Publikum zugeschnitten – doch auch aus europäischer Perspektive sind einige interessante neue Modelle zuentdecken.

Von den deutschen Herstellern hat allerdings nur einer wirklich Neues zu bieten. Das dafür nicht zu knapp : Mercedes zeigt nicht nur die überarbeitete M-Klasse, vor allem im Blickfeld stehen der ML 320 Bluetec, der R 320 Bluetec und der GL 320 Bluetec. Mit diesen Modellen hat Mercedes die Zulassung für alle 50 US-Staaten erhalten. Damit sind die neuen Bluetecs die ersten Geländewagen mit Dieselmotor, denen das gelungen ist – den verunsicherten Amerikanern könnte das den Glauben an ihre SUVs wiedergeben. Im Herbst kommen die Modelle in den USA auf den Markt, in Europa sollen sie ab 2009 erhältlich sein.

Der verwendete V6-Motor soll in den drei Baureihen 20 bis 40 Prozent weniger verbrauchen als vergleichbare Benziner. Um die Stickoxid-Emissionen unter die Grenzwerte zu drücken, rüstet Mercedes die Fahrzeuge mit einer sogenannten AdBlue-Einspritzung aus. Dabei wird eine Harnstofflösung ins Abgas gespritzt, die dort zu Ammoniak reagiert und die Stickoxide an einem speziellen Katalysator zu Stickstoff und Wasser reduziert. Dafür benötigen die Fahrzeuge auf 100 Kilometer etwa rund 0,1 Liter eines AdBlue genannten Zusatzes, der in einem speziellen Tank mitgeführt wird. Aufgefüllt wird der bei den Inspektionen.

Marken wie Audi, VW, Porsche, BMW, Mini und Smart sind in der US-Metropole dagegen nur mit Fahrzeugen vertreten, die bereits in Genf oder auf einer der anderen Messen der letzten Monate zu sehen waren. Das gilt auch für die übrigen europäischen Marken wie Saab mit den Studien Studien 9-4x und 9x-Biohybrid, Volvo mit dem XC60 oder Lamborghini mit dem Gallardo LP 560-4.

Neuheiten auch für den europäischen Markt finden sich dagegen bei den asiatischen Herstellern: So zeigt Hyundai in Manhattan ein neues Coupé. Das basiert auf der vor wenigen Wochen präsentierten Genesis-Limousine für die gehobene Mittelklasse – soll daher ebenfalls mit Hinterradantrieb und Motoren mit bis zu acht Zylindern kommen. Während es den Viertürer vorerst nur in Nordamerika und Asien geben wird, hat das Coupé auch Chancen auf Europa.

Während dafür eine endgültige Bestätigung allerdings noch aussteht, macht Suzuki aus den Plänen für den Kizashi kein Geheimnis. Nach den beiden in Frankfurt und Tokio vorgestellten Studien zeigt der japanische Autobauer in New York nun den dritten Vorläufer des kommenden Mittelklasse-Modells. Das Serienmodell wird wahrscheinlich im Herbst 2009 gezeigt und kommt beiderseits des Atlantik Anfang 2010 in den Handel. Später folgt dann möglicherweise als weitere Variante noch ein Kombi.

Daneben gibt es in New York eine Reihe von Premieren asiatischer Hersteller, die ausschließlich auf den Geschmack der US-Kunden zugeschnitten sind. So zeigt die für eher junge Käufer zuständige Toyota-Tochter Scion das futuristische Hako Coupé Concept: Ein Sportwagen mit fast würfelförmiger Karosserie. Die vor wenigen Wochen in Genf von Honda als neuer Accord präsentierte Mittelklasse-Limousine wird in Manhattan zum TSX der noblen Schwester-Marke Acura, und bei Nissan wird das in Europa nicht mehr angebotene Mittelklasse-Modell Maxima mit einem Facelift optisch dem neuen Sportwagen GT-R angeglichen. Auch einige Elektroautos werden vorgestellt, vor allem kleine und handliche Modelle. Bei Subaru ist das der „Re1“, bei Mitsubishi der Viersitzer „i“, und bei Nissan steht mit dem Cube ein weiterer würfelförmiger Entwurf: Der soll zumindest in der nächsten Generation und wohl zunächst mit konventionellen Motoren auch nach Europa kommen.

Ihren großen Auftritt haben in New York allerdings die amerikanischen Hersteller. Wieder einmal stehen bei ihnen auch viele Hybrid-Modelle oder Fahrzeuge mit Brennstoffzelle im Rampenlicht. Doch diesmal dominiert nicht die Vernunft, sondern der Spaß. Bei Pontiac steht die Mittelklasse-Limousine G8 mit einem 6,2 Liter großen und mehr als 294 400 PS starken V8-Motor im Rampenlicht. Hinzu kommt die Neuauflage des El Camino aus den 70er Jahren, der als Kombination aus Limousine und Pick-Up einst zum Urvater der Lifestyle-Laster wurde. Der mit dem Opel GT baugleiche Roadster Solstice wird nun auch als Targa-Coupé präsentiert.

Dass allerdings selbst bei reinen Spaßautos jetzt etwas mehr Bodenhaftung gefragt ist, zeigt der Dodge Challenger: Den gibt es für wenig mehr als 20000 Dollar ausgesprochen preiswert auch mit sechs statt acht Zylindern. Umgerechnet entspricht das einem Verkaufspreis von rund 12760 Euro.

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