Iveco Daily Hi Matic : Einfach mal schalten lassen

Automatikgetriebe sind bei leichten Nutzfahrzeugen eher selten. Schade eigentlich, wie der Iveco Daily Hi Matic zeigt.

Paul Mühlenweg
Lässt schalten. Der Iveco Daily Hi Matic lässt sich dank der Achtgang-Wandler-Automatik sehr gut und vor allem spritsparend bewegen.
Lässt schalten. Der Iveco Daily Hi Matic lässt sich dank der Achtgang-Wandler-Automatik sehr gut und vor allem spritsparend...Foto: P. Mühlenweg

Der Lkw-Verkehr ist das Rückgrat unserer Wirtschaft. Zwar wäre es aus ökologischer Sicht wünschenswert, wenn die Bahn mehr Transporte übernehmen könnte. Leider ist das auf Schienen transportierte Volumen aber eher rückläufig. Wenn aber die Lkw das Rückgrat sind, dann sind die leichten Transporter bis 3,5 Tonnen so etwas wie die Adern des Verkehrsnetzes. Sie bringen eilige Waren über Nacht, liefern Pakete bis an die Haustür, transportieren Material und Werkzeuge für Handwerker und bringen von der Waschmaschine bis zum Sofa alles, was der Endverbraucher so wünscht.

Der Volksmund nennt sie meist Sprinter, obwohl der Klassiker von Mercedes alles andere als alleine auf dem Markt ist. Seit 1978 fährt in dieser Klasse auch der Iveco Daily. Und das mit ziemlich großem Erfolg. Seit der Markteinführung wurde der Transporter weltweit mehr als 2,6 Millionen mal verkauft. Mehr als beachtlich.

Zu unserem Test fuhr ein Iveco Daily Hi Matic mit langem Radstand vor. Damit tut sich ein Auto mit der stattlichen Länge von 6,05 Meter vor uns auf. Mit 2,78 Meter Höhe bietet das Lastentier aus Turin zwar auch eine beachtliche Höhe (Laderaumhöhe 2,10 Meter), ist aber gerade noch so groß, dass es im städtischen Gebiet nur wenige Einschränkungen gibt. Wie man eine Palette ordentlich transportiert zeigt uns Iveco ebenfalls. Im Heck ist vorschriftsmäßig mit dem Zubehör von Sortimo eine Euro-Palette samt Ladung fixiert. Mit zwei extrastarken Spanngurten, Stangen gegen das Rutschen und Arretierung an den seitlichen Schienen wäre es wahrscheinlich möglich das ganze Auto an der Palette hochzuheben.

Eco-Modus hält Verbrauch niedrig

Das gibt uns die Gelegenheit den Iveco Daily praxisnah zu testen. Denn natürlich ist unser Thema weniger die ordentliche Sicherung der Ladung als das Fahren mit dem neuen Drei-Liter-Diesel, der seit vergangenem Jahr auch die Schadstoffnorm Euro 6 erfüllt. Brandneu ist dazu die Achtgang-Automatik, die es für den Daily gibt. Im Nutzfahrzeugbereich fast schon eine Revolution, wobei doch gerade diese Vielfahrer eine Automatik zu schätzen wissen sollten. Aber im Gewerbe wird mit spitzem Bleistift gerechnet und so setzt sich, ähnlich wie bei den schweren Lkw erst nach und nach hier auch das Automatikgetriebe durch.

Wir sitzen auf und fahren los. In Punkto Übersicht bietet der Daily erst mal so viel, wie eben geht. Ein ausgesprochen nützliches Feature ist das die Rückfahrkamera, die das Rangieren auch ohne Kollegen hinter dem Fahrzeug möglich macht. Schon auf den ersten Kilometern in der Stadt spielt die Achtgangautomatik ihre Stärken aus. Die Schaltvorgänge gehen rasend schnell vonstatten. 200 Millisekunden gibt Iveco an und wir halten das für absolut glaubhaft. Vor allem aber bietet die Wandlerautomatik einen Eco-Modus, der die Drehzahl des Motors stets im sparsamen Bereich hält. So schwimmen wir auch mal mit 50 km/h im sechsten oder gar siebten Gang im Verkehr mit, beim Start an der Ampel arbeitet sich der Automat schnell in den dritten und vierten Gang hoch. Der Bordcomputer belohnt unsere, zugegeben defensive, Fahrweise mit einem angezeigten Verbrauch von 7,7 Litern.

Große Stärke ist die Autobahn

Nun sind diese Transporter beliebten Helfer im Stadtverkehr, aber ihre größte Stärke ist die Autobahn. Dort unterliegen sie nämlich nicht der Geschwindigkeitsbegrenzung von 80 km/h, die für Lkw gilt. Der Iveco Daily mit seinem zulässigen Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen darf fahren wie ein Pkw. Und fährt er sich dort auch. 170 PS hören sich zwar erst mal nicht viel an bei einem solch großen Auto. Doch der Euro-6-Diesel stellt im niedrigen Drehzahlbereich (1250 bis 2750 U/Min) bereits 430 Newtonmeter breit. Der Motor kommt selten in den Drehzahlbereich (3000 bis 3500 U/Min) wo die vollen 170 PS abgerufen werden.

So sind wir zügig mit rund 140 km/h auf der Autobahn unterwegs und haben trotz des Zusatzgewichts an Bord immer noch ausreichend Reserven für einen Überholvorgang. Dabei stimmen auch die übrigen Koordinaten. Die Federung des Daily bleibt straff und hält die hohe Fuhr zuverlässig in der Spur. Ebenso ist die Bremsleistung souverän. Hier ist gar noch Raum für mehr Gewicht.

Am meisten hat uns aber das Zusammenspiel von Achtgangautomatik und Motor überzeugt. Eine solche Kombination ist jedem Fahrer zu wünschen, der über Nacht quer durch die Republik „sprinten“ muss um eilige Ware abzuliefern. Der Grundpreis des Iveco Daily liegt bei 49 004 Euro. Unsere Version mit langem Radstand, Euro6-Diesel und (Laderaum Länge/Breite 3,54/1,80 Meter) liegt 53 764 Euro. Die Automatik kostet 2000 Euro Aufpreis.

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