Jaguar : Mehr Biss für die kleinste Katze

Jaguar überarbeitet sein Einstiegsmodell

Stefan Woltereck

Jaguars Sorgenkind war er für lange Jahre, der X-Type – das Einsteiger-Modell, das den Briten eine sportlichere, jüngere Kundschaft zuführen sollte. Aber die sicht- und fühlbare Verwandtschaft zum Ford Mondeo und dazu noch Probleme mit der Qualität sorgten bei der Jaguar-Klientel für Irritation.

Mit der jüngsten Überarbeitung will man noch einmal Gas geben. Am augenfälligsten sind dabei die Änderungen an der Frontpartie, die mit neuem Drahtgeflecht-Grill jetzt noch mehr dem großen XJ nacheifert. Im Interieur verströmen edle Einlagen in Walnuss- oder Rosenholz, in Aluminium oder Kohlefaser mehr „Jaguarness“, das optionale Sportpaket kommt mit Ledersitzen, deren Mittelbahnen ein Rautenmuster ähnlich wie bei britischen Steppjacken aufweisen.

Die Benzinmotoren bleiben unverändert: V-Sechszylinder mit 2,5 und 3,0 Liter Hubraum und Leistungen von 196 und 231 PS, beide mit Allradantrieb. Größere Bedeutung hat der (von Ford stammende) 2,2-l-Diesel mit 145 PS und 360 Nm maximalem Drehmoment. Mit ihm erreicht der leer gut eineinhalb Tonnen wiegende Jaguar Tempo 100 aus dem Stand in 9,1 Sekunden. Bis auf 215 km/h beschleunigt der X-Type als Diesel, bei einem Normverbrauch von sechs Litern (entspricht 159 g CO2/km).

Für diesen Diesel steht neuerdings auch eine Sechsgang-Automatik zur Wahl. Beim ersten Kennenlernen erwies sich diese Kombination als sehr angenehm: Der Automat schaltet sehr sanft und spontan, der Diesel ist gleichermaßen leise, agil und sparsam. Den guten Eindruck trüben allerdings noch immer die sehr leichte, aber weitgehend gefühllose Lenkung und das kurze Gestühl, das eher an Wohnzimmersessel erinnert als an einen Fahrersitz.

Die Preise blieben dabei gleich: ab 31 500 Euro für die Diesel-Limousine, ab 33 350 Euro für den Diesel-Estate. Mit sechs Zylindern, 231 PS, Allradantrieb und nobler Executive-Ausstattung steigen die Preise bis auf 43 750 Euro. Bleibt als Fazit: Zu einer C-Klasse, einem 3er, A4, Alfa 159, Saab 9-3 oder Volvo S 60 bildet der Jaguar X in der Premium-Mittelklasse mehr denn je eine betont individuelle Alternative: eigenständig in Optik und Charakter, auf der Höhe in Leistung und Fahreigenschaften, versüßt mit drei Jahren Garantie. Stefan Woltereck

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