Jaguar XF Sportbrake : Ein Bild von einem Kombi

Extrem vernünftig: Jaguar baut seit kurzem auch Kombis. Und sogar bildschöne. Ein Tabubruch, der den Briten in indischer Hand zu einem ungeahnten Aufschwung verhilft. Wir schauen mal genauer hin.

von
Hübsch und praktisch: Wenn Jaguar schon einen Kombi baut, dann muss er wenigstens ansehnlich sein.
Hübsch und praktisch: Wenn Jaguar schon einen Kombi baut, dann muss er wenigstens ansehnlich sein.Foto: Hersteller

Das indische Klima scheint den Briten außerordentlich gut zu bekommen. Unter dem neuen Eigner Tata hat Jaguar/Land Rover, wie man so im Volksmund sagt, einen Lauf: 13.5 Prozent mehr Verkäufe im vergangenen Jahr. Im März dieses Jahres gar 64 Prozent mehr bei Jaguar und 101 Prozent mehr bei Land Rover. Genug der Zahlen. Das wirklich Wichtige findet hinter den Kulissen statt: Es ist der neue Mut, mit alten Tabus zu brechen.

Das jüngste? Jaguar baut einen Oberklasse-Kombi. Für diese Behauptung wäre man noch vor zehn Jahren auf der Insel der Queen Elisabeth II. mit Hohn überzogen worden. Doch schon vor acht Jahren brachte Jaguar mit dem X-Type Estate den ersten Kombi – und auch zugleich auch den ersten Jaguar mit einem Dieselmotor. Und nun startet im Oktober der erste Kombi der Briten im Oberklasse-Segment - der Jaguar XF Sportbrake. Den wird es, auch das ist erneut ein Tabubruch, zur Markteinführung im Oktober ausschließlich mit Dieselmotoren geben.

Kombi muss sein
Die Briten wissen, dass sich Limousinen in diesem Segment immer schlechter verkaufen; Deutschland wie auch Europa sind einfach Kombi-Terrain. Also wurde der XF schick gemacht; der XF Sportbrake ist ein Designer-Kombi geworden. Schöne Kombis heißen Avant, sagt Audi. Wir sagen: Schöne Kombis heißen nun Sportbrake. Und gutes Design muss die Funktionalität nicht stören. Im Fond offeriert der elegante Kombi hoch Gewachsenen 4,8 Zentimeter mehr Kopffreiheit als die Limousine. Der 4,97 Meter lange Brite bietet mit 1675 Liter nur eine Winzigkeit weniger Laderaum als der vier Zentimeter kürzere Audi A6 Avant mit seinen 1680 Litern.

Praktisch kann er auch noch: Auf einen Zug legt der XF seine Rückbank um und eröffnet eine ebene Ladefläche.
Praktisch kann er auch noch: Auf einen Zug legt der XF seine Rückbank um und eröffnet eine ebene Ladefläche.Foto: Hersteller

Beim Jaguar genügt ein Zug am Hebel, und schon klappt die Rücksitzlehne automatisch um; der 1,97 Meter lange und 1,01 Meter breite Ladeboden ist dann eben – und der XF Sportbrake sogar Ikea-tauglich! Die breite Hecklappe öffnet auf Wunsch elektrisch, gegen Aufpreis gibt es auch – wie bei Audi und Co. – ein schlaues Schienensystem aus Aluminium, mit dem Ladegut sicher verzurrt werden kann. Wer hätte das mal von Jaguar gedacht!

Dezenter Selbstzünder
Selbst die Pferdenarren haben die Engländer nicht vergessen: Dieser Jag darf 1850 Kilogramm an den Haken nehmen. Und damit Mensch und Gut nicht ungebührlich durch die Gegend geschaukelt werden, besitzt der Sportbrake an der Hinterachse anstelle der Schraubenfedern der Limousine eine Luftfederung inklusive Niveauregulierung. Der Neue startet mit drei Dieselmotoren: ein gemeinsam mit Peugeot entwickelter 2,2-Liter-Vierzylinder mit 190 PS, (auch wieder so ein Tabubruch!) sowie zwei Sechszylinder-Diesel mit 245 oder 275 PS. Immer an Bord ist eine moderne Achtstufenautomatik von ZF. Wir sind extra den „kleinen“ Diesel in der Limousine noch einmal gefahren.

Wer im Fond sitzt, braucht schon sehr gute Ohren, um den Selbstzünder herauszuhören. Die 450 Newtonmeter Drehmoment machen ordentlich Druck, die Automatik schaltet beflissen und diskret wie ein guter englischer Butler und die serienmäßige Start-Stopp-Automatik funktioniert einwandfrei. Mehr braucht man eigentlich nicht. Ach ja, der Preis. 2650 Euro Aufpreis will Jaguar für das bessere Ende des XF. Los geht es also bei 47.550 Euro für den empfehlenswerten Diesel mit 190 PS.

Die Mehrfahrgelegenheit - Carsharing in Berlin


Carsharing gilt als Verkehrskonzept der Zukunft, in Berlin wächst das Angebot rasant. Die einen macht die neue Ich-Mobilität glücklich, andere reich, manche wütend. Begegnungen mit Pionieren und Kritikern - und eine Datenanalyse mit vielen interaktiven Grafiken.

Mehrfahrgelegenheit –
ein Projekt von MEHR BERLIN

2 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben