Junge Fahrer : Dicke Anlage allein reicht noch nicht

Mit Sicherheit: Worauf Fahranfänger beim Kauf ihres allerersten Autos achten sollten.

Stefanie Hiekmann[dpa]

Vier Räder, ein Motor. Das sind in etwa die Anforderungen, die man in der Regel mit 18 oder 19 an sein erstes Auto stellt. Und grundsätzlich halten Experten ein eigenes Auto für Fahranfänger auch für keine schlechte Idee, wenn das Portemonnaie es hergibt: Fahrpraxis sei das absolute A und O, um Sicherheit am Steuer zu gewinnen, meint zum Beispiel Bernhard Reiter vom Verband der Technischen Überwachungs-Vereine (VdTÜV). Allerdings sind ein paar Gedanken mehr nicht verkehrt, damit mit der Auto-Traum nicht zum Alptraum wird – sowohl bei den Finanzen als auch beim Thema Sicherheit.

Schon beim Autokauf geht das los: Denn der billigste Wagen kann zum Teuersten werden. Denn natürlich kann auch ein altes Auto zuverlässig sein. Aber nur, wenn man Glück hat: Reparaturkosten können schnell 1000 oder 2000 Euro Differenz beim Kaufpreis auffressen. Das bessere Auto ist deshalb in der Regel auch der bessere Kauf. Hinzu kommt, dass sich Autos mit zwölf oder 15 Jahren auf dem Buckel meist ganz anders fahren, als man es vom Fahrschulwagen gewohnt ist: ESP zum Beispiel, das elektronische Stabilisierungsprogramm, das eine Extraportion Sicherheit liefern kann, wenn man sich verschätzt hat, wird in Klein- und Mittelklassewagen erst seit wenigen Jahren eingebaut. So fehlt das Sicherheitssystem in vielen Autos, in denen es gerade für Führerscheinneulinge sehr nützlich wäre. Ganz alte Wagen verfügen nicht einmal über Airbags oder ABS – ebenfalls Ausstattungen, die über Leben und Tod entscheiden können.

Und: „Man sollte mindestens einmal darin gesessen und möglichst eine Probefahrt gemacht haben“, rät Maximilian Maurer vom ADAC. Auch wenn Freunde gute Erfahrungen mit einem bestimmten Modell gemacht haben, heißt das noch lange nicht, dass das Auto auch für einen selbst perfekt ist, weil jeder andere Ansprüche hat. Außerdem sollte man sich vorher über das Modell informieren und jemanden mitnehmen, der sich mit Autos auskennt und zu dem man Vertrauen hat. Allein schon deshalb, weil vier Augen mehr sehen als zwei und weil dann jemand da ist, der Verkäufersprüche entlarven und den potentiellen Käufer bremsen kann, wenn die Liebe zum Wagen gerade blind macht.

Außerdem, auch wenn es uncool klingt: Es ist nur normal, dass man sich als Anfänger öfter verschätzt und mehr Fehler macht als später mit mehr Erfahrung – allein schon deshalb, weil nach ein paar Fahrschulstunden die Reflexe und Automatismen noch nicht so trainiert sein können wie bei einem älteren Fahrer. Kein Fehler wäre es deshalb, beim allerersten Auto in Sachen Leistung etwas bescheidener zu sein, findet Kay Schulte vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat: „70 bis 75 PS sollten nicht überschritten werden“, Sonst sei die Verlockung, zu schnell unterwegs zu sein, für viele zu groß.

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