Kfz-Steuer : Jedes Gramm zählt

Ab 1. Juli wird die Kfz-Steuer neu berechnet – viel CO2 kostet in Zukunft extra Gut zu wissen also, was sich für welche Typen ändert.

Ab Juli gilt für alle neu zugelassenen Personenwagen eine neue Steuer – berechnet aus dem Hubraum und dem CO2-Ausstoß. Die Grundregeln sind bekannt: Pro 100 Kubikzentimeter werden beim Benzinmotor zwei Euro Steuer pro Jahr fällig, beim Diesel 9,50. CO2 bleibt bis 120 Gramm pro Kilometer frei, darüber kostet jedes Gramm (beim Benziner wie beim Diesel) jährlich zwei Euro. Die Auswirkungen sind erheblich – und für geringe Umweltbelastung auch erwünscht. Autos mit sehr sparsamen und damit wenig CO2 erzeugenden Motoren werden in der Steuer deutlich günstiger. Paradebeispiel ist der Chevrolet Matiz mit 800 ccm und 119 g/km. Für seinen Hubraum werden ganze 16 Euro pro Jahr fällig, das CO2 liegt noch unter 120 g/km, bleibt also frei. Ähnlich günstig sieht es bei den meisten Kleinwagen mit Einliter-Motor aus.

Etwas größere Modelle schaffen das CO2-Limit in speziellen Spar-Versionen, etwa der Mitsubishi Colt in der neuen ''Clear Tec''-Variante. Andere vom Alfa Mito über den Ford Fiesta/Focus und den Opel Corsa bis zum VW Polo bleiben unter 120 g nur mit Dieselmotor. Er kostet fast die fünffache Steuer, für 1,6 l Hubraum bereits 152 Euro. Er ist erheblich teurer und damit für Kleinwagen mit ihrer meist geringen jährlichen Kilometerleistung eher uninteressant.

Für große Wagen gibt es nur geringe Einsparungen, manche werden sogar teurer. Für einen BMW X5 mit 4,8-Liter-Motor etwa steigt die Steuer von 324 auf 428 Euro. 2012 sinkt die CO2-Freigrenze auf 110, 2014 auf 95 g/km: Sparsame Autos, auch moderne Spartechnik wie Start-Stopp-Systeme werden dann noch interessanter. Dies gilt auch für alternative Antriebe. Der Toyota Prius mit Verbrennungs- plus Elektromotor steht mit 104 g/km CO2 in der Liste, der Honda Civic Hybrid mit 109, der Insight mit 101 g.

Steuerlich interessant werden nicht zuletzt Fahrzeuge mit Gas-Antrieb. Flüssig- und besonders Erdgas enthalten gegenüber Benzin und Diesel mehr Wasserstoff und weniger Kohlenstoff. Beim Verbrennen entsteht mehr Wasser (-dampf), weniger Kohlendioxid. Beim Fiat Grande Punto in Erdgasversion z. B. sinkt das CO2 von 139 auf 115 g/km, bei der B-Klasse von Mercedes-Benz von 173 auf 135 g/km, beim neuen Turbo-Zafira von Opel von 197 auf 144 g/km. Ford bietet seinen Focus 2,0 sogar für Flüssig- und für Erdgas an: CO2 150 bzw. 141 g/km statt 169 beim Benzinmotor. Den Vogel indes schießt Volkswagen ab: Der neue Passat TSI Eco-Fuel mit DSG-Getriebeautomatik, eine ausgewachsene Mittelklasse-Limousine mit 110 kW/150 PS, bleibt mit 119 g/km CO2 noch unter der 120 g-Grenze, der normale 150 PS-Motor kommt auf 157 g.

Erd- und Flüssiggas (Autogas) werden nicht zuletzt durch die günstigeren Steuern populär. Viele Hersteller bieten inzwischen Erd- oder Flüssiggas-Varianten an - Ford und Volkswagen sogar für beide Gasarten. Der Trend geht speziell bei Erdgas zu Turbo-Motoren. Sie bieten Leistung und Drehmoment wie entsprechende Benzin-Turbos – zu erheblich niedrigeren Kraftstoffkosten. Speziell für Autogas existieren dazu viele Umrüst-Möglichkeiten. Beide Gasarten unterliegen bis Ende 2018 nur einer geringen Steuer, sie versprechen gegenüber Benzin und sogar Diesel erhebliche Vorteile in den Treibstoffkosten. Bei Erdgas locken dazu Prämien der örtlichen Gasversorger. Der Treibstoff-Nachschub bereitet dafür bei Flüssiggas weniger Probleme: Bald 5000 Tankstellen stehen bereit. Für Erdgas ist das Netz noch immer dünn: Es gibt nur gut 800 Zapfstellen, wenige an den Autobahnen. Allmählich bessert sich aber auch hier die Situation. wolt

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