Kia Rio 1.2 im Test : Kein Samba, aber viel Freiraum

Früher war der Kia Rio eher eine automobile Verzichtserklärung. Vernünftig und günstig zwar, aber mit wenig Esprit versehen. Mit der Neuauflage im letzten Jahr hat er nun einen flotten Anzug bekommen. Wir haben den 1.2 Liter großen Basis-Benziner zum Test ausgeführt.

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So klein und macht schon auf Sportwagen. Im vergangenen Jahr hat der Kia Rio ein Facelift bekommen, das den Wagen klar aus der Sparmobil-Ecke heraushebt.Weitere Bilder anzeigen
Foto: Markus Mechnich
18.12.2012 14:39So klein und macht schon auf Sportwagen. Im vergangenen Jahr hat der Kia Rio ein Facelift bekommen, das den Wagen klar aus der...

„Sieht ja flott aus, der Kleine“ – Das ist der erste Gedanke beim Herantreten an den Kia Rio. War der Vorgänger noch ein Auto mit dem Charme eines Waschsalons aus den Siebzigern, so zeigt sich hier ein flotter Kompakter mit Steilheck und sportlicher Attitüde nach europäischem Geschmack. Keine Frage, der koreanische Kleinwagen macht der aktuellen Ausrichtung der Marke alle Ehre. Im Vergleich zur Konzernschwester Hyundai will Kia die eine Spur sportlicher, jugendlicher und flotter sein. Da passt der Rio optisch schon mal ganz gut ins Raster.
Mit dem Facelift hat er das aktuelle Markengesicht von Kia und eine Menge technischer Nettigkeiten bekommen. Vorbei die Zeit als der Rio, der auf dem deutschen Markt immerhin schon in sein zwölftes Jahr geht, ausschließlich als Synonym für Vernunft herhalten musste. Die Flanken sind nun mit Blechsicken tailliert, unter den Scheinwerfern sorgen große Lufteinlässe für Beatmung und eine flotte Linie zieht sich vom vorderen Radlauf bis ins Heck. Das Team von Design-Chef Peter Schreyer hat ganze Arbeit geleistet, was das Äußere des Kia Rio angeht.
Großzügigkeit ist eine der Tugenden

Sieht flott aus: Der Kia Rio ist sportlich geworden. Mit dem kleinen Benziner an Bord hält sich das aber in Grenzen.
Sieht flott aus: Der Kia Rio ist sportlich geworden. Mit dem kleinen Benziner an Bord hält sich das aber in Grenzen.Foto: Hersteller

Der gute Eindruck setzt sich im Innern fort. Dort werden die Passagiere von einem schwarzen Armaturenbrett mit silberfarbenen Applikationen in der Mittelkonsole und am Lenkrad begrüßt. Alles ist aufgeräumt und am richtigen Platz. Das bringt uns direkt zu einer der wesentlichen Stärken des Rio. Mit einer Länge von 4,05 Metern ist er gegenüber dem Platzhirsch, dem VW Polo, gut acht Zentimeter größer. Dieser Größenvorteil ist im Innenraum durchaus sichtbar. Vorne sind die Platzverhältnisse schon sehr ordentlich. Aber auf der Rückbank können selbst gestandene Erwachsene mit einem Maß gut 1,90 Meter noch annehmbar sitzen. Zwar findet das Haupthaar durchaus mal Anschluss an den Fahrzeughimmel, aber für sein Segment zeigt sich der Koreaner durchaus großzügig.

In der höchsten Ausstattungsvariante kommt der Rio mit 17-Zoll-Felgen und chromgefassten Kühlergrill daher.
In der höchsten Ausstattungsvariante kommt der Rio mit 17-Zoll-Felgen und chromgefassten Kühlergrill daher.Foto: Markus Mechnich

Dass dieses Raumangebot nicht zu Lasten des Gepäckraums geht, zeigen die nackten Zahlen. Mit 288 Liter stellt der Kia Rio ebensoviel Platz zur Verfügung wie der Renault Clio und sogar acht Liter mehr als der VW Polo. Die asymmetrisch geteilt umlegbare Rückbank gehört zu Serienausstattung und gibt bis zu 923 Liter Laderaum auf einer halbwegs ebenen Fläche frei. Die Ausformung der Heckklappe ist ordentlich breit ausgeformt, zeigt keine Hindernisse beim Durchladen und auch die Ladekante gibt von der Höhe her keinen Grund zur Beanstandung.

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