Kia : Was zählt, ist die Familie

Unterwegs im Alltag – mit zwei ungleichen Brüdern, die jetzt gründlich überarbeitet an den Start gehen: Kia Ceed SW und Kia Sorento.

Eric Metzler

Auf den ersten Blick…

fällt vor allem die selbstbewusste Front ins Auge. Designer Peter Schreyer hat ein flexibles Haifischmaul kreiert, dass sich so anpassen lässt, dass es die Marke erkennen, aber das jeweilige Modell nicht verschwimmen lässt. Folgerichtig also: Der SUV Sorento sieht mit den flachen Scheinwerfern und der breit gezogenen Chromspange aggressiver aus als der nach wie vor unauffällige, aber gleichwohl gefällige Kompaktkombi Ceed. Wer einen SUV kauft, will nun mal muskeln, und sei es – wie beim manirierten Heck des Sorento – unangenehm. Beide Kia wurden in diesem Herbst einem Facelift in puncto Farben, Materialien und Technik unterzogen. Die Innenräume wurden aufgewertet, die Motoren laufen sparsamer.

Pluspunkte gibt es vor allem für…

die Gesamtleistung im Falle des Ceed. Er ist, allen Vorurteilen zum Trotz, ein ernstzunehmender Rivale von Golf und Astra. Der erste Kia, der in Europa gebaut wird, gibt sich keine Blöße: Er ist sparsam, er lässt sich leicht, reichlich und auf ebenen Flächen beladen, das Fahrwerk ist harmonisch abgestimmt, und gut verabeitet ist er auch. All das ist bei Kia längst nicht selbstverständlich; erst kürzlich zeugte ein rappeliger Soul davon. Im Ceed Sporty Wagon gefällt der neue 1,6-Liter-Diesel mit 115 PS: Bei unseren Tests verbrauchte das leise, ausreichend starke Aggregat unter sechs Liter. Die (optionale) Start-Stopp-Automatik macht ihre Sache gut; die manuelle Sechsgang-Handschaltung ist leichtgängig. Gewonnen hat das Lenkrad – es sieht nun sportlicher aus und bietet kluge Bedienelemente für die Audioanlage. Im Zuge der Gleichteile-Politik finden sich Lenkrad und Audioanlage aus dem Ceed auch im Sorento – allerdings klingt sie auch im SUV ziemlich blechern. Der neue Sorento geriet flacher (-5 Zentimeter), aber länger (+9), wovon der Kofferraum profitiert: Jetzt gehen 20 Prozent mehr rein. Auf Wunsch gibt’s eine leicht versenkbare dritte Sitzbank, die kleinen Kindern reicht. Ein Segen ist Kias Grundsatzentscheidung: Statt Leiterrahmen hat der Sorento jetzt eine selbsttragende Karosserie, was zu einer Gewichtsersparnis von 220 Kilo führt. Der Wagen ist nun endlich reisetauglich, und: Er wankt nicht mehr so. Ins Gelände fahren Familien ohnehin selten und wenn doch, schickt die Elektronik bis zu 50 Prozent der Antriebskräfte auf die hinteren Räder (4WD).

Weniger Charme hat…

die Akustik des (ansonsten guten) 2,2-Liter-Diesel des Sorento. Im Stadtverkehr ist er rau vernehmbar; bei Überholmanövern lärmt er. Die Verarbeitung des Sorento erreicht nicht ansatzweise die Güte des Ceed – allgeghenwärtiges Klappern trübt selbst die Freude über das zweigeteilte Panoramadach. Das Einsteigen hinten wird im Sorrento durch weit nach vorne gezogene Radkästen erschwert. Angenehm sind die in dre Neigung verstellbaren Rückenlehnen. Dass es derzeit kein Navi ab Werk gibt ist schade. Die Freisprecheinrichtung im Ceed versteht sich partout nicht mit unserem Nokia.

Das spannendste Detail…

schlummert im Rückspiegel des Sorento. Wird der Rückwärtsgang eingelegt, erscheint eine (gute) Kameraufnahme. In Kombination mit dem Piepser ermöglicht das sicherers Rangieren – viel besser als Park-Bilder im Navi-Display!

Unterm Srich die richtige Wahl für…

Sparwillige. Beide Kia sind ausstattungsbereinigt um die 1500 Euro günstiger als Konkurrenten. Nervig ist die Paketpolitik – mündige Kunden stellen sich ihre Extras selbst zusammen. 

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