Auto : Kleine große Hoffnung

Man reißt ihn uns schon vor dem Start aus den Händen, sagt Peugeot über den neuen 2008: Das Pfeifen im Walde?

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Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Entweder dem Deutschland-Chef von Peugeot steht das Wasser angesichts des sinkenden Marktanteils derart bis zum Hals, dass er gar keine andere Wahl hat, als den Tag vor dem Abend zu loben. Oder der kleine 2008 löst tatsächlich eine Euphorie aus, „wie wir sie seit dem 206 CC nicht erlebt haben.“ Marcel de Rycker strahlt. Für das ganze Jahr 2013 habe man mit 6000 Verkäufen gerechnet. Und nun, da das Modell „noch nicht mal in der Werbung“ ist, liegen schon 3400 Bestellungen vor.

Da das Auto weder ein Brüller noch Peugeot der erste Anbieter eines Mini-SUV ist, lässt der Erfolg nur einen Schluss zu: Was derzeit nur halbwegs nach höher gelegtem Rustikus aussieht und bezahlbar erscheint, verkauft sich wie von selbst. Der Trend ist so gewaltig, da spielt es keine Rolle, ob ein Hersteller mit einem Rad am Abgrund hängt. Nicht bei Opel, da läuft der Mokka wie verrückt. Und nicht bei Peugeot, wo der 2008 den verkorksten Einstand des 208 vergessen macht.

Als dieser Rivale des Polo im letzten Jahr erschien, hofften die Peugeot-Händler auf Erlösung nach Monaten schleppender Absätze – vergeblich. Mit den Verkäufen verhielt es sich wie mit dem ungewöhnlich tief platzierten Lenkrad: unter den Erwartungen. Jetzt aber ist die Wende geschafft, frohlockt der Deutschland-Chef. „Auch dank des neuen 208 GTi“ kletterte die Verkaufskurve im April auf 2000 Exemplare. Es geht also steil aufwärts und das ohne Ende: Der neue 308 präsentiere sich „deutlich hochwertiger“ als sein Vorgänger; das Warten werde sich lohnen. Der Franzosen-Golf erscheint im Spätherbst. Stolz ist de Rycker schon jetzt – lange genug gelitten unter der Werksschließung inFrankreich und dem Umzug der Deutschland-Zentrale von Saarbrücken nach Köln, bei dem zwei Drittel der Mitarbeiter von der Fahne gegangen sind.

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