Auto : Kleinvieh macht auch Lust

Teures Vergnügen: AUDI A1 SPORTBACK Unbekannte Größe: SUZUKI SWIFT SPORT.

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Die gute Nachricht zuerst: Den knackigen Audi A1 gibt es auch als Viertürer. Das macht ihn interessant für alle, denen es zu umständlich ist, ständig den Vordersitz vorzuklappen, um Krimskrams auf die Rückbank zu werfen. Die schlechte Nachricht: Die hinteren Türen versprechen mehr als sie halten. Das Einsteigen ist mühsam, die Kniefreiheit mau und größere Mitfahrer touchieren das Dach. Nun, im Kleinwagen stoßen selbst die trickreichen Entwickler aus Ingolstadt an ihre Grenzen – das Absenken und Ausdünnen der Rückbank hat nur bedingt geholfen.

Die nächste Enttäuschung folgt nach dem Starten des Motors: Der 1.6 TDI läuft rau und schlecht gedämmt, wie wir es in einem Premium-Mini nicht erwartet hätten. Gewiss – in dieser Klasse gelten andere Komfort-Gesetze als in den Ligen darüber. Doch leider haben wir vor der Begegnung mit dem gut ausgestatteten Testwagen in der Preisliste geblättert: Diser A1 kratzt bis auf einige Hundert Euro an der 30 000-Euro-Grenze. Ganz klar: Das weckt Ansprüche.

Was Design, Materialien und Verarbeitung angeht, werden die auch gnadenlos erfüllt – zunächst. Mit zunehmendem Kilometerstand aber stellen wir uns nicht nur wegen des überharten Fahrwerks und der schlechten Sicht nach hinten mehr und mehr Fragen: Warum ist die Fünfgang-Schaltung so ruppig? Warum klappt der schlüssellose Zugang mal und mal nicht? Warum dröhnt das Armaturenbrett schon bei gar nicht allzu lauter Musik? Warum scheppert die Freisprecheinrichtung bei den Gesprächspartnern derart im Ohr, dass wir alle Telefonate vorzeitig abbrechen? Und schließlich: Warum sammelt sich am Öffnungsknopf des Kofferraums ständig so viel Dreck, dass man sich nach Gebrauch die Hände abputzen muss?

Beinahe hätten wir vor lauter Warums vergessen, die entscheidende Leistung des Edel-Polo zu würdigen: Der TDI lässt sich problemlos mit viereinhalb Litern Diesel fahren – und in Relation dazu zieht er wirklich fabelhaft. Eric Metzler

Mehr als ein Jahr hat er schon auf dem Buckel, der kleine Suzuki. Und trotzdem wissen nur Wenige auf Anhieb, wovon die Rede ist: Von einem schnörkellos gezeichneten Kleinwagen, der nicht so stylisch wie ein Mini, aber auch nicht so bieder wie ein Polo um die Ecke kommt. Drinnen jedenfalls macht sich die Form einer schlichten Kiste bezahlt: Vorne wie hinten hat der Kopf viel, viel mehr Platz als im A1. Dass die Knie der Fondpassagiere immer Hautkontakt mit dem Fahrerstuhl pflegen, liegt in der Natur Lilliputs – 3,89 Meter sind nun mal endlich. Demzufolge darf man auch im Kofferrraum keine Wunder erwarten – bei nur 211 Litern Ladevolumen wäre es allerdings schön, wenn die Rückbank wenigstens teilbar wäre.

Unterwegs hinterlässt die Sportausgabe des Swift keinen schlechten, aber auch keinen mitreißenden Eindruck: Dafür fehlen dem 1,6-Liter doch ein bischen Power und Drehfreude. Gewiss, dank 136 PS ist man flott unterwegs. Doch der Funke für den Fahrspaß will nicht so recht überspringen; daran ändern auch die bewusst harte Federung und die saubere Sechsgang-Schaltung nichts. Immerhin: Kurven- und Straßenlage sind bei jedweder Gangart ausgezeichnet. Selbst mit 180 km/h liegt der Swift satt und zitterfrei. Lauter als im A1 wird es bis zu dieser Geschwindigkeit auch nicht; wer schneller fährt, nimmt allerdings heftiges Spiegel-Zischeln in Kauf.

Die Stoffsitze geben perfekten Seitenhalt. Das Cockpit vermittelt ein hartplastisches und insofern auch sportliches Feeling. Doch im Ernst: Atmosphärisch hat es sich Suzuki zu leicht gemacht – das gilt auch für das funktionsarme Infotainment; es wirkt wie aus der Zeit gefallen. Vielleicht sollten die Designer mal eine Dienstfahrt im neuen Renault Clio RS machen…

Unterm Strich hat uns der ausschließlich mit Komplettausstattung lieferbare Swift Sport enttäuscht. Nicht, dass er für 19 000 Euro ein schlechtes Auto wäre. Aber Emotionen hat er bei uns zu wenig geweckt – Sport-Etikett hin oder her. eric

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