Kleinwagen : Toyota Auris II: Goldene Mitte

Schlechte Schlagzeilen hat Toyota zuletzt reichlich geerntet – der kompakte Auris II soll nun endlich wieder für gute sorgen.

Gerhard Prien
328562_3_xio-fcmsimage-20100319005417-006000-4ba2bd295e765.heprodimagesfotos811120100319toyota_auris_2010__16529_.jpg
Unscheinbar. Den Golf im Blick und die vielen, vielen Käufer, die in dieser Klasse vor allem solide Kost und weniger...

Mit einem neu abgestimmten Fahrwerk und optischer Auffrischung kommt die zweite Auflage des Toyota Auris zu den Händlern – zu Preisen ab 16 650 Euro. Der vom japanischen Hersteller nach dem Element Gold benannte Kompaktwagen hat es hierzulande nicht einfach, denn er tritt in der Volumenklasse gegen den Klassenprimus VW Golf sowie gegen den Ford Focus und den Opel Astra an.

Im Gegensatz zur Konkurrenz gibt es den kompakten Japaner lediglich als Limousine, wahlweise mit drei oder fünf Türen. Eine Kombi-Version fehlt. Das leichte Facelifting, das den optischen Unterschied zum Vorgänger Toyota-typisch nicht zu krass ausfallen lässt, brachte eine überarbeitete Frontpartie, Änderungen an der Motorhaube, dem jetzt in Wagenfarbe lackierten Kühlergrill, an Scheinwerfern und Stoßfängern. Die seitlichen Blinker sitzen nun in den Außenspiegeln, am Heck fallen ein neues Rückleuchten-Design und weiter nach außen herumgezogene Stoßfänger ins Auge.

Mit 4,25 Metern Länge ist der aktuelle Auris zwar 2,5 Zentimeter länger als sein Vorgänger, im Kreis seiner Wettbewerber jedoch eines der kleineren beziehungsweise kürzeren Modelle. Dennoch kann man im Fond recht kommod sitzen. Der Innenraum selbst zeigt sich wohnlich und dennoch pflegeleicht. Optisch auffallend ist die neue – aber immer noch bogenförmig gestaltete – Mittelkonsole sowie das neue Lenkrad mit zusätzlichen Bedienelementen.

Die Einstiegs-Motorisierung, der Dual-VVT-i-Vierzylinder mit 1,3 Litern Hubraum und einer Leistung von 73 kW/99 PS, läuft im Standgas extrem leise. Das Aggregat zeigt sich zudem ausgesprochen drehzahlfreudig und rennt beim Ausbeschleunigen der Gänge schon mal gern in den Begrenzer. Das maximales Drehmoment von 132 Newtonmeter liegt bei 3800 Umdrehungen an. Das Kürzel Dual VVT-i des Euro 5 erfüllenden Antriebs steht für seine variable Ventilsteuerung. Sie passt Ein- und Auslasssteuerzeiten an die jeweilige Fahrsituation an und soll so zu einer Leistungssteigerung über das gesamte Drehzahlband beitragen.

Neben dem Motor verleitet das präzise Getriebe mit kurzen Wegen dazu, gerne und viel zu schalten. Der letzte Gang des manuellen Sechsganggetriebes ist als Drehzahl und Geräusch senkender (und damit Kraftstoff sparender) Schongang ausgelegt. Umweltfreundlich ist der 1.3 auch: Mit Start-/Stopp-Automatik ausgestattet emittiert er 136 Gramm CO2 pro Kilometer. Die Automatik schaltet den Motor im Stand automatisch ab, wenn der Fahrer im Leerlauf den Fuß vom Kupplungspedal nimmt. Der Motor wird in weniger als einer halben Sekunde wieder angelassen, wenn der Fahrer die Kupplung erneut betätigt. Nette Spielerei am Rande: Eine „Eco“-Anzeige signalisiert jeden automatisch ausgelösten Stopp-Vorgang, ein Zähler zeigt bei jeder Fahrt an, wie lange der Motor abgeschaltet wurde. Ein Gesamtzähler informiert darüber, wie lange das Fahrzeug insgesamt mit automatisch abgeschaltetem Motor gestanden hat. Damit der Frust für all jene, die täglich in überfüllten Innenstädten stehen, nicht zu groß wird, ist dieser Gesamtzähler rückstellbar. Zudem findet sich im Auris eine Schaltanzeige, die den optimalen Schaltpunkt signalisiert.

Eine überarbeitete Federung sorgt in Verbindung mit einer gegenüber dem Vorgänger breiteren Spur für recht ordentlichen Fahrkomfort. Mit seinem neutral abgestimmten Fahrwerk lässt sich der kompakte Japaner aber auch durchaus zügig auf Landstraßen bewegen. Das ist mit ein Verdienst der recht direkt ausgelegten, geschwindigkeitsabhängigen Servolenkung EPS, die dem Fahrzeuglenker jederzeit ein klares Feedback gibt – und die schon beinahe sportliches Kurvenwetzen ermöglicht. Die Scheibenbremsen vorn und hinten bringen den leer rund 1 300 Kilogramm schweren Japaner sicher zum Stehen. Die Höchstgeschwindigkeit gibt Toyota mit 175 km/h an, der Durchschnittsverbrauch auf 100 Kilometer soll bei 5,9 Liter liegen.

Für aktive und passive Sicherheit sorgen ein Schleudertrauma-Schutzsystem vorn, ein Bremsassistent sowie eine elektronische Stabilitätskontrolle (VSC). Obendrein gibt es Front- und Seiten-Airbags für Fahrer und Beifahrer, einen Knieairbag für den Fahrer und Kopf-Airbags vorn und hinten. Gerhard Prien

Das Wichtigste über das Basismodell Toyota Auris 1.33 Dual-VVT-i auf einen Blick: Wendekreis 11 Meter, Ladevolumen 354 bis 1335 Liter, Leergewicht 1295 bis 1360 kg, Motor: 1,3-Liter-Reihenvierzylinder-Benzinmotor, 73 kW/99 PS Leistung bei 6000 Umdrehungen/Minute, max. Drehmoment 128 Nm bei 3 800 U/min, manuelles Sechsgangschaltgetriebe; ab 16 650.

Die Mehrfahrgelegenheit - Carsharing in Berlin


Carsharing gilt als Verkehrskonzept der Zukunft, in Berlin wächst das Angebot rasant. Die einen macht die neue Ich-Mobilität glücklich, andere reich, manche wütend. Begegnungen mit Pionieren und Kritikern - und eine Datenanalyse mit vielen interaktiven Grafiken.

Mehrfahrgelegenheit –
ein Projekt von MEHR BERLIN

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben