Auto : Kombi für Mutbürger

Hyundai wagt mit dem neuen i40cw einen neuen Stil – der kostet knapp 24 000 Euro

Da geht was. Die Koreaner haben sich in den letzten Jahren unauffällig zu einem der erfolgreichsten Importeure gemausert. Jetzt wird Hyundai forscher.
Da geht was. Die Koreaner haben sich in den letzten Jahren unauffällig zu einem der erfolgreichsten Importeure gemausert. Jetzt...

Alle Kritiker, die das Arsenal automobiler Formen für erschöpft halten, dürfen sich abermals eines besseren belehrt wissen: Die Kombivariante, mit der Hyundai die Mittelklasse-Baureihe i40 noch vor der viertürigen Limousine einführt, könnte sich auch als Concept Car direkt von der Automesse auf die Straße verirrt haben. Vom ungewöhnlichen LED-Tagfahrlicht über die extrem konturierte Flanke bis hin zur gegenläufigen D-Säule präsentiert sich der ab 23 390 Euro angebotene Koreaner voller überraschender Stilelemente.

Auch im Innenraum: Vor dem Fahrer sind Tacho und Drehzahlmesser mit dreidimensional hervorgehobenen Innenskalen positioniert; dazwischen sitzt ein Informationsbildschirm, der je nach Ausstattung mit konventionellen LED-Anzeigen oder als TFT-Bildschirm ausgeführt wird. Die Mittelkonsole ist in Anbetracht der umfangreichen Ausstattung recht aufgeräumt – und sie ist mit einem der besten Infotainment-Systeme auf dem Markt bestückt. Der Kunststoff-Spange im Aluminium-Look sieht man ihr tatsächliches Material allerdings ebenso an wie den großflächigen Plastik-Applikationen im Klavierlack-Look. Trotzdem muss der Koreaner den Klassenvergleich nicht scheuen – Ford Mondeo oder Opel Insignia können es nicht besser.

Dem Klassenstandard entspricht auch das Raumangebot mit viel Luft auf allen Sitzplätzen. Das mit 1410 Euro günstig eingepreiste Panorama-Schiebedach schafft für die hinten Sitzenden ein fast romantisches Reisegefühl; vorn verpufft der Effekt allerdings weitgehend. Der Gepäckraum fasst zwischen 557 und 1.731 Liter. Vier Fensterheber und Klimaanlage sind ebenso an Bord wie die obligatorische Airbag-Phalanx.

Schon zum Markstart liefert Hyundai vier Motoren – zwei Benziner mit 99 kW/135 PS (1.6) und 130 kW/177 PS (2.0) sowie zwei 1,7-Liter-Turbodiesel mit 85 kW/116 PS beziehungsweise 100 kW/136 PS. Schon der schwächere Dieselmotor reicht dabei für die meisten Situationen völlig aus. Das gut gedämmte Aggregat dreht noch bei 190 km/h mit unter 4.000 U/min; der Verbrauch pendelt sich meist zwischen 5 und 6 Litern pro 100 Kilometer ein, der Zyklusverbrauch liegt mit dem optionalen Start-Stopp-System sogar nur bei 4,3 l/100 km. Ähnlich liegen die Verbrauchswerte des 136-PS-Diesel, der in Verbindung mit dem manuellen Getriebe im unteren und mittleren Geschwindigkeitsbereich spritzig wirkt. Gegen Aufpreis gibt es für ihn eine gut abgestufte und sanft schaltende 6-Gang-Automatik.

Die Automatik wirkt sich zwar auf das Temperament des i40 etwas beruhigend aus, das passt aber gut zu der eher komfortbetonten Abstimmung des Fahrzeugs. Die schluckfreudige Federung ist sportlichen Exzessen abhold, und das gilt auch für die ebenso leichtgängige wie gefühllose elektrische Servolenkung.

In seinen Einstiegsversionen ist der Koreaner fast ein Preisbrecher, in seinen Spitzenvarianten zielt er allerdings direkt auf die deutsche Premium-Konkurrenz. Das Technikpaket mit einer Vielzahl von Assistenzsystemen wirkt ebenso hochwertig wie das Gepäckraumordnungssystem mit soliden Metallschienen. Und sogar das Farbprogramm ist ungewöhnlich anspruchsvoll. Schattierungen mit Tiefeneffekt wie White Crystal oder Blue Spirit finden sich bei der deutschen Konkurrenz eher im Individual-Programm. Dort kosten sie allerdings ein Vielfaches.

Als Extra-Bonbon übernimmt Hyundai übrigens alle Wartungskosten während der ersten fünf Jahre, und zwar für Privat- wie für Gewerbekunden. Was noch fehlt, ist die Stufenheck-Variante - sie kommt im November. Kurz darauf wird ein 160 bis 170 PS starker Spitzen-Diesel nachgereicht. Was leider nicht kommt, ist ein Turbo-Benziner. Hyundai schont damit die eigene CO2-Bilanz - und die Konkurrenz, die an einem i40 mit dem rund 280 PS starken Direkteinspritzer aus dem markeneigenen Baukasten sicher zu knabbern hätte.sppr

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