Kurztest : BMW 135i: Da haben wir ihn, den wahren Einser

Autos aus München wollen mehr bieten als den Stand der Dinge. Bisher gab es den Einser nur brav mit Schrägheck. Heute nun startet das Coupé mit viel Vorschusslorbeeren. Wir fuhren den 135i.

BMW 135i
Den 1er gibt es jetzt auch in Coupé-Form. Ein ansprechender Anblick. -Foto: BMW

Der Po. Es muss dieser Po sein. „Sexy“, sagt der Kollege, „ziemlich sexy. Hat was von Jennifer Lopez.“ Bei aller Eindimensionalität – Kollege Lothar hat recht: Dieser Hintern steht dem Coupé wie eine Eins. Daneben sehen die meisten Kompakten mit ihrer gebeugten Haltung alt aus. Das allerdings gilt nicht nur für Auris, Astra und Golf. Sondern auch für den Einser mit Schrägheck. Der wurde seit seinem Start 2004 zwar anderthalb Millionen Mal verkauft. Aber die eingefleischten Fans der Marke wurden mit dem Einstiegsmodell nie recht warm – kein schlechtes Auto, aber die echte Freude am Fahren bietet erst der Dreier.

BMW 135i
Besonders das Heck ist den Designern gelungen. Da gerät der Experte ins Schwärmen. -Foto: BMW

Mit dem heutigen Tag sind die Vorbehalte von gestern: Wer das Coupé 135i fährt, will keinen anderen, keinen Größeren mehr. BMW hat für die neue Karosserieform einen Sechszylinder entwickelt, mit dem man sich von Anfang an eins fühlt. Weich, beinahe samten, so der erste Eindruck; die brummelnde Maschine drängt sich nicht auf, solange man es beim Cruisen belässt. Doch schon bei leichtem Gas macht das Wägelchen eindeutige Angebote. Willste? Schwer, dem Kitzeln zu widerstehen – und so killert man schon nach wenigen Minuten zurück. Beschleunigen von unten heraus, auch von ganz unten; spontanes Antreten bei hohem, auch bei ganz hohem Tempo auf der Autobahn – alles mühelos. Souverän. Dass der 135i stets und stetig druckvollen Schub liefert, liegt an gleich zwei Turboladern verschiedener Größe. Die versorgen die Maschine bei jedem Drehzahlniveau mit komprimierter Luft.

Ein Turbo ohne Turboloch? Ende der Sechziger konnten die Ingenieure davon nur träumen. Damals gelang den Münchnern das weltweit erste Serienauto mit aufgeladenem Motor – im 2002, der sich mit langem Radstand, kurzen Überhängen und optimaler Gewichtsverteilung so handlich und so dynamisch fuhr wie kein BMW zuvor. Wer eine Ahnung davon bekommen will, wie unsere Väter damals gestaunt haben, möge mit dem 1er Coupé ein Wochenende durch Brandenburg wieseln: Mit solch einem Fahrwerk und solch einer Lenkung ist jede Kurve ein wohliges Wunder. Fast 40 Jahre danach driften wir mit dem legitimen Erben des 2002 zurück in die Zukunft: Dank des wahren Einsers wissen wir wieder, wie sexy Heckantrieb mit Stummelheck ist.

Die Mehrfahrgelegenheit - Carsharing in Berlin


Carsharing gilt als Verkehrskonzept der Zukunft, in Berlin wächst das Angebot rasant. Die einen macht die neue Ich-Mobilität glücklich, andere reich, manche wütend. Begegnungen mit Pionieren und Kritikern - und eine Datenanalyse mit vielen interaktiven Grafiken.

Mehrfahrgelegenheit –
ein Projekt von MEHR BERLIN

0 Kommentare

Neuester Kommentar