Land Rover : Auf dem Pfad der Tugend

Mit Start-Stopp-System braucht der Land Rover Freelander bis zu 20 Prozent weniger Diesel

Sven Jürisch

Die wachsende Beliebtheit der geländegängigen Mittelklassefahrzeuge sorgt dafür, dass die Hersteller auch jenen Kunden nicht länger die kalte Schulter zeigen können, denen der Verbrauch nicht völlig gleichgültig ist – ob aus monetären oder ideellen Gründen. Ein Beispiel dafür sind die britischen Kollegen von der Insel: Land Rover setzt erstmals auch im Offroad-Sektor auf die von den Pkw bekannte Start-Stopp-Technologie, mit der Emissionen reduziert werden sollen. Erstes Modell der „E-Terrain Technologies“ genannten Umweltoffensive ist der ausschließlich mit Handschaltung lieferbare Freelander Diesel TD4-e. Er hat einen 152 PS starken 2,2 Liter Motor, der für (unverändert) 29 900 Euro bei den Händlern steht .

Mit an Bord ist eine kleine Taste mit der Aufschrift "eco", die die Start-Stopp-Anlage auf Wunsch deaktiviert. Dies ist aber – außer bei besonderen Bedingungen, wie etwa im Gelände oder im Anhängerbetrieb – nicht nötig, denn die Anlage arbeitet in der Praxis bestens. Wann immer der Freelander im dichten Stadtgewühl einen Moment steht, schaltet die Elektronik den Motor aus. Betätigt der Fahrer dann das Gas oder Kupplungspedal, springt das Aggregat wieder an, ohne zu zögern, und die Fahrt kann fortgesetzt werden.

Dabei muss der Fahrer keine Einbußen in Sachen Komfort hinnehmen. Denn dank einer ausgefeilten Elektronik unterbleibt das oftmals beim Abstellen von Dieselmotoren zu beobachtende Schütteln im Freelander ebenso, wie eine kurzzeitige Unterbrechung der laufenden Navigation. Und sollte im Sommer bei abgestelltem Motor die zuvor gewählte Temperatur im Innenraum des Freelander überschritten werden, wirft die Elektronik den Diesel und damit auch den Klimakompressor von selbst wieder an. Bei nasskaltem Herbstwetter sorgt zudem eine elektrisch betriebene Wasserpumpe im Heizungskreislauf für anhaltend warme Füße und beschlagfreie Scheiben.

All diese Vorgänge geschehen vollautomatisch und ohne Zutun des Fahrers, was die Bedienung des Systems erleichtert. Für den Fall, dass die Technik eine Störung erkennt, etwa einen zu geringen Ladestand der Fahrzeugbatterie, schaltet sich die Start-Stopp-Anlage selbstständig aus.

Aber auch um die Haltbarkeit der mechanischen Komponenten hat man sich beim Freelander TD4-e gesorgt. So sollen ein verstärkter Anlasser, eine modifizierte Batterie und eine verbesserte Schwungscheibe einen problemlosen Betrieb der Anlage über die gesamte Fahrzeuglebensdauer sichern.

Lohn der Mühe ist ein – je nach Einsatzgebiet – auf 179 g/km reduzierter C02-Ausstoß. Werden mit diesem Freelander besonders viele Stadtkilometer zurückgelegt, ergibt sich ein Verbrauchsvorteil von bis zu 20 Prozent. Im Mittel konsumiert der Freelander TD4-e im 0,8 Liter Diesel weniger als sein Vorgänger (11 Prozent). Unterm Strich bleibt zu hoffen, dass sich Land Rover mit der Start-Stopp-Technik bald auch mit seinen anderen Modellen auf den Pfad der Tugend begibt – wir berichten, wenn es so weit ist.

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