Leipziger Dreierlei : Neues Leben auf der AMI

An diesem Wochenende beginnt die AMI – ein Besuch lohnt nicht nur wegen 3er Touring und Audi A3. Seit die Messe sich mit der Frankfurter IAA abwechselt erfährt die Autoshow einen zweiten Frühling.

Aufhübschen in Leipzig: In diesem zeigen sich nahezu alle Hersteller in der Sachsen-Metropole.
Aufhübschen in Leipzig: In diesem zeigen sich nahezu alle Hersteller in der Sachsen-Metropole.Foto: dpa

Nach dem Krisenjahr 2009 feiert die AMI in Leipzig so etwas wie Wiederauferstehung. Der Branche geht es bestens, die Frankfurter IAA ist diesmal keine Konkurrenz und die Neuheiten sind bunt gemischt wie selten zuvor. Rund 70 Premieren locken in diesem Jahr. Und auch einige neue Namen sind anzutreffen.

Dass Leipzig im internationalen Messekalender nicht nur eine kleine, sondern auch eine feine Autoshow ist, zeigt die Weltpremiere des BMW 3er Touring. Der Kombi ist in der Mittelklassefamilie der Münchner die mit Abstand wichtigste Variante. In der neuen Generation präsentiert sie sich leicht gewachsen, aber deutlich geräumiger als zuletzt. Im Fokus bleibt aber – vor allem im Vergleich mit wirklichen Lademeistern wie dem VW Passat – die schlanke Form. Weiterer Debütant für die sächsische Metropole mit BMW-Werk ist der kompakte 1er in der dreitürigen Version, die im Sommer den Fünftürer ergänzt.

Messe-Debüt für Rolls Royce

Bei Opel feiert das kleine SUV "Mokka" seine ersten Messeauftritt auf deutschem Boden. Die Rüsselsheimer setzen aber auch auf Sport: Der Astra OPC soll mit seinen 280 PS den Golf GTI in die Schranken weisen.
Bei Opel feiert das kleine SUV "Mokka" seine ersten Messeauftritt auf deutschem Boden. Die Rüsselsheimer setzen aber auch auf...Foto: Hersteller

Aber auch der erstmalige Auftritt von Rolls-Royce sorgt für Flair in den Hallen. Die Briten präsentieren die Studie Six Senses, eine Art ultimative Variante der Luxuslimousine Phantom, bei der nur die allerfeinsten Materialien zum Einsatz kommen. Ebenfalls erstmals vertreten ist der kalifornische E-Autopionier Tesla, der von den Wiedereinsteigern Jaguar, Nissan und Volvo flankiert wird.

Im Zentrum der Messe stehen aber nicht teure Exoten, sondern massentaugliche Kompaktmodelle – hier zeigt sich die AMI als perfektes Geläuf für Kaufinteressenten; besser vergleichen lassen sich die Neustarts sonst wohl nirgends in diesem Jahr. Sowohl der neue, sanft modernisierte Audi A3 als auch die komplett umgekrempelte Mercedes A-Klasse treffen sich zum Stelldichein und werden vom dreitürigen BMW 1er und dem Volvo V40 begleitet. Unterhalb der Premium-Liga schicken sich derweil die Koreaner an, erstmals kräftig am Thron des VW Golf zu rütteln. Kia zeigt seinen ausdrucksstarken und vergleichsweise preiswerten Ceed, Hyundai hat mit dem i30cw einen Kombi-Wettbewerber für den Variant im Programm. Opel sorgt indes dafür, dass der Fahrspaß nicht zu kurz kommt und wartet mit dem 280 PS-Boliden Astra OPC auf. Mit 70 PS weniger, dafür aber ohne Dach setzt das VW Golf GTI Cabrio mehr auf schnelles Reisen als auf Nürburgring-Bestzeiten.

Preiswertes für die Familie

Feiert Premiere in Leipzig: Der BMW 3er Touring. Dank eines Längenwachstums um rund zehn Zentimeter auf 4,62 Meter führt der neue 3er-Touring nun in Sachen Laderaumgröße knapp vor Audi A4 Avant und dem T-Modell der Mercedes C-Klasse. Bei voller Bestuhlung stehen 495 Liter Stauvolumen zur Verfügung, 35 Liter mehr als zuvor.
Feiert Premiere in Leipzig: Der BMW 3er Touring. Dank eines Längenwachstums um rund zehn Zentimeter auf 4,62 Meter führt der neue...Foto: Hersteller

Wer in Leipzig ein richtiges Familienauto sucht, wird ebenfalls fündig. Mit einem Startpreis von knapp 10.000 Euro gehört der Mini-Van Dacia Lodgy zu den interessantesten Modellen. Er entstammt der Logan-Familie und bietet Platz für sieben Personen. Gut 6000 Euro teurer ist Fords Vertreter B-Max, dafür kann er mit Schiebetüren punkten, die keine B-Säule benötigen. Wer es lieber kernig mag, findet bei den SUV eine große Auswahl. Mazda etwa zeigt den schnittigen und sparsamen CX-5, Opel den höhergelegten Corsa-Ableger Mokka. Honda hat den neu aufgelegten CR-V im Programm und Citroen und Peugeot zeigen ihre ersten Kompakt-SUV, den C4 Aircross und den 4008.

Dank eines Längenwachstums um rund zehn Zentimeter auf 4,62 Meter führt der neue 3er-Touring nun in Sachen Laderaumgröße knapp vor Audi A4 Avant und dem T-Modell der Mercedes C-Klasse. Bei voller Bestuhlung stehen 495 Liter Stauvolumen zur Verfügung, 35 Liter mehr als zuvor. Durch Umklappen der Rückbank wächst das Platzangebot auf 1 500 Liter. Die Heckscheibe kann wie beim Vorgänger separat geöffnet werden. Neu im Programm ist der sogenannte „Smart Opener“; wie bei einigen Konkurrenten lässt sich die Kofferraumtür durch eine Fußbewegung unter der hinteren Stoßstange ohne Einsatz der Hände öffnen.
Dank eines Längenwachstums um rund zehn Zentimeter auf 4,62 Meter führt der neue 3er-Touring nun in Sachen Laderaumgröße knapp vor...

Prominent besetzt ist auch das Kombi-Segment auf der AMI. VW hat den Passat Alltrack im Gepäck, einen Variant im Offroad-Stil. Tochter Audi exerziert eine Klasse höher die gleiche Übung mit dem A6 Allroad durch, der dank robuster Beplankung zur eine Alternative zu Q5 und Q7 wird. Als Rückkehrer in der Kombiklasse feiert der Jaguar XF Sportbrake, die britische Alternative in der gehobenen Businessklasse, Deutschlandpremiere. Einen Hightech-Beitrag zur Spritspardiskussion präsentiert Volvo mit dem V60 Plug-in-Hybrid, der die Eigenschaften eines Diesel-Kombis mit denen eines Elektroautos paart.

Deutlich leichter fällt die Sparsamkeit jedoch in den kleinen Klassen. Hier bildet der neue Toyota Yaris Hybrid die Speerspitze der Öko-Riege mit einem elektrisch unterstützen Niedrigverbrauch von 3,5 Litern. Dass aber auch jenseits des Doppelmotorantriebs noch Sparpotential liegt, zeigt der Peugeot 208, der gegenüber dem Vorgänger kleiner und leichter und somit auch sparsamer geworden ist. Auch die in Leipzig erstmals vollständig versammelte Kleinstwagen-Familie des VW-Konzern, bestehend aus den drei- und fünftürigen Varianten von VW Up, Seat Mii und Skoda Citigo, besteht dank ihrer neu entwickelten Dreizylinder zumindest auf dem Papier aus echten Kostverächter. Gar keinen Sprit braucht der Renault Twizy, ein Elektromobil für die Stadt – ohne richtige Türen, aber mit viel Fahrspaß. (sppr)

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