Auto : Like a Jeep

Wer den neuen Grand Cherokee mag, bekommt ihn nun auch mit Diesel – eine Probierfahrt

Der kann’s. Kein Modell verkauft sich besser als der Grand Cherokee. Foto: sppr
Der kann’s. Kein Modell verkauft sich besser als der Grand Cherokee. Foto: sppr

Das Warten hat ein Ende. Ein halbes Jahr nach Markteinführung ist der neue Jeep Grand Cherokee nun mit einem Diesel erhältlich. Nachdem das Flaggschiff bisher nur mit den zwei leistungsstarken Benzinern – einem Sechs- und einem Achtzylinder – erhältlich war, schiebt die Offroad-Marke Anfang Juni einen Sechszylinder-Selbstzünder nach. Der in zwei Leistungsstufen angebotene Dreiliter-V-Motor kostet in der 140 kW/190 PS-Version ab 42 300 Euro. Für die stärkere Variante mit 177 kW/241 PS muss man mindestens 48 850 Euro anlegen.

Das vergangene Jahr war für Jeep in Deutschland kein besonders gutes Jahr. Die Verkaufszahlen blieben mit insgesamt rund 8500 Einheiten weit hinter den Erwartungen zurück. Mittlerweile hat man unter Fiat-Regie das Portfolio gestrafft: Die Baureihen Cherokee und Patriot werden in Europa nicht mehr angeboten. Einstiegsmodell ist jetzt der frisch modellgepflegte Compass. Der Wrangler und Wrangler Unlimited wurden ebenfalls überarbeitet. Doch vor allem vom Grand Cherokee verspricht man sich viel: Endlich gibt es ihn mit einem Diesel-Aggregat.

Der Dreiliter-Sechszylinder wurde vom italienischen Zulieferer VM Motori – an dem Fiat mittlerweile die Mehrheit hält – entwickelt, wobei Fiat die Multijet II-Einspritztechnik beisteuert. Der Selbstzünder leistet 177 kW/241 PS.Der Sprint von 0 auf 100 km/h gelingt in 8,3 Sekunden, der Vortrieb endet bei 202 km/h. Durchschnittlich genehmigt sich der Italo-Amerikaner 8,3 Liter pro 100 Kilometer (218 g/km).

Soweit die theoretischen Daten. Und bei ersten Testfahrten zeigte sich der Sechszylinder von seiner kultivierten Seite. Leise und durchzugsstark ging es zur Sache; für den starken Antritt ist das üppige Drehmoment von 550 Newtonmeter verantwortlich. Die Kraftübertragung erfolgt allerdings nur über eine – wenn auch gut abgestimmte – Fünfstufen-Automatik. Vor allem im Gelände überzeugt der Jeep: Auch wenn die meisten Besitzer mit ihrem Fahrzeug selten bis gar nicht das Offroad-Potential ihres Grand Cherokee ausschöpfen, so scheint er sich dank seines serienmäßigen „Quadra-Trac II“-Allradantriebs in Dreck und Schlamm sowie auf steilen Abfahrten mit rutschigem Untergrund oder bei Wasserdurchfahrten mindestens so wohl zu fühlen wie auf Asphalt.

Apropos Wohlfühlen: Mit dem Diesel offeriert Jeep auch die zwei Ausstattungsstufen Laredo und Limited, die unterhalb der Topversion Overland positioniert sind. Allerdings sind die Grand Cherokee-Käufer nicht geizig und greifen selten zur 42 300 Euro teuren Basisversion. Diese wird daher nur in Verbindung mit dem 190 PS-Diesel angeboten und dürfte sich vornehmlich an die Dienstwagenfahrer in grüner Bekleidung richten. Der hohe Anteil an Top-Modellen sorgt bei Jeep für zufriedene Gesichter. Schließlich macht der Grand Cherokee hierzulande fast die Hälfte der Jeep-Verkäufe aus. Gut für die Marke, wenn die Kunden dann mindestens 48 850 Euro in die Limited-Ausgabe oder 57 650 Euro in die Overland-Version investieren. sppr

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