Mazda 3 : Gesunde Basis

Der neue Mazda 3 will in der Kompaktklasse wieder vorne mitmischen – schon der 1,6-Liter dürfte gute Chancen haben.

Sven Jürisch
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Vergnügen in Klein. Beim Mazda 3 kommt es nicht auf die Größe an – unser Autor hat sich vor allem wegen des guten Fahrwerks...

In der Kompaktklasse herrscht drangvolle Enge. Jeder Hersteller, mittlerweile sogar die aus der Premiumliga, möchte ein Stück von dem Kuchen abhaben, der den Konsumenten am besten schmeckt. Mazda hatte seit 2003 mit dem Mazda ein gehöriges Wort mitzureden und so wundert es nicht, dass sich die Japaner mit der Neuauflage des Bestsellers Golf und Co das Leben schwermachen möchten.

Schon von außen kündet der als Vier- und Fünftürer lieferbare Mazda3 von seinem Führungsanspruch. Das aerodynamisch glänzende Fließheck steht speziell in der mit modifizierten Scheinwerfern, Rückleuchten und Schürzen versehenen Sportversion sehr selbstbewusst auf der Straße. Breite Luftkiemen und stark ausgeformte Kotflügel unterstreichen den dominanten Auftritt. Der in Deutschland weniger nachgefragte Stufenheck Mazda3 kommt zwar dezenter daher; die Verwandtschaft zum schmucken Fünftürer ist aber unübersehbar. Bedauerlich nur, dass die Japaner auch in der aktuellen Ausgabe des Kompakten wieder auf eine Kombiversion verzichten, denn gerade die erfreute sich zuletzt bei der Konkurrenz großer Beliebtheit.

So oder so kann der Neue kräftig zupacken. Mit 340 Litern (Stufenheck 430 Liter) schluckt er schon in der Normalstellung der Rücksitze den Wochenendeinkauf der Familie. Dank asymmetrisch teilbarer Rückbank erhöht sich das Volumen des Fünftürers sogar bis auf 1 360 Litern, während der Viertürer in punkto Variabilität passen muss. Neben der runderneuerten Optik legte Mazda großen Wert auf eine hohe Material- und Verarbeitungsqualität. Das wird außen besonders durch schmale Fugenverläufe und gute Passungen deutlich. Innen gefallen hochwertige Kunststoffoberflächen und satt einrastende Schalter und Hebel .

Weniger gelungen ist die – je nach Ausstattungsvariante – hohe Anzahl an Knöpfen zur Bedienung von allerlei Nebensächlichkeiten rund um das Lenkrad. Bis zu 17 verschiedene Tasten steuern zum einen die optionale Bose-Soundanlage (am Rande bemerkt: klingt klasse!). Zum anderen klickt man sich durch das Navi, das weit entfernt vom Fahrer in einem Schacht unter der Windschutzscheibe sitzt. Leider ist dessen Bildschirm so schlecht zu erkennen, dass eine fehlerfreie Bedienung nur im Stand gelingt. Das gilt auch für den daneben platzierten Bordcomputer, der bereits in der einfachsten Ausstattungslinie mit an Bord ist. Beruhigend zu wissen, dass der Mazda 3 über insgesamt sechs Airbags und aktive Kopfstützen an den vorderen Sitzplätzen verfügt…

Der Mazda 3 wird zu Beginn mit insgesamt fünf verschiedenen Motoren angeboten, zwei Benzinern und drei Dieselmotoren. Hierbei handelt es sich grundsätzlich um Vierzylinder-Vierventiltriebwerke, wobei der 150-PS-Benziner mit Zweiliter-Maschine ausschließlich mit einem Fünfgang-Automatikgetriebe kombiniert werden kann. Besonders durchzugsstark und spritzig geben sich naturgemäß die beiden 2,2-Liter-Common-Rail-Diesel mit 150 beziehungsweise 185 PS, wenngleich es keinesfalls so viel Leistung braucht, um mit dem Antrieb des Mazda3 Spaß zu haben. Denn bereits der Benjamin unter den Benzinmotoren, der 1,6 Liter mit nominell eher schwächlichen 109 PS, reicht in Verbindung mit dem präzise schaltbaren und gut abgestuften Fünfganggetriebe aus, um den knapp 1200 kg schweren Kompakten binnen 12,2 Sekunden auf 100 km/h zu bringen. Speziell auf winkligen Straßen profitiert der Mazda3 neben dem fülligen Drehmomentverlauf im mittleren Drehzahlbereich auch von seinem sportlich abgestimmten Fahrwerk. In Verbindung mit der serienmäßigen Servolenkung macht der quirlige Japaner in engen Kurven ebenso eine gute Figur wie in weiten Bögen. Wird es dennoch zu flott, bremst die mit ESP, ABS und Bremsassistent versehene Bremsanlage die Fuhre sicher wieder ein.

Dass sich der kleinste Motor im Programm dabei mit gut sechs Litern begnügt, ist ein weiterer Pluspunkt, wenngleich der Mazda in dieser Ausführung derzeit nur Euro 4 schafft. Der Kompakte startet am 6.Juni mit Preisen ab 16 900 Euro. Doch leider bleibt es nicht dabei, denn Annehmlichkeiten lassen sich die Japaner teuer bezahlen – was auch an einer unsäglichen Paketaufpreispolitik liegt.

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