Mazda 6 : Dieselflink

Mazda wechselt die Selbstzünder im Mazda 6. Die neue Generation erfreut mit ungeahnter Agilität.

Ingo von Dahlern

Neues Auto – alter Motor. Diese bittere Pille schlucken müssen im Moment noch alle, die den neuen Mazda 6 unbedingt mit einem Diesel haben wollen. Denn der Zweiliter-Selbstzünder mit 103 kW (140 PS) stammt noch vom Vorgänger. Kein schlechter Motor, zugegeben – aber nun sieht er von einem auf den anderen Tag ziemlich alt aus. Denn Mazda hat seinen eigens für den neuen Mazda 6 entwickelten Nachfolger endlich fertig. Wer genügend Geduld hatte, auf ihn zu warten, darf sich ruhig auf die Schulter klopfen. Denn der vom Jahresbeginn an verfügbare Neue macht bei Technik, Leistung und Laufkultur einen großen Sprung nach vorne.

Erster Eindruck: Er ist sehr viel leiser geworden. So leise, dass wir beim ersten Probegalopp ernste Zweifel hatten, überhaupt einen Diesel unter der Haube zu haben. Erst beim Aussteigen war es klar, nach welchem Verbrennungsprinzip diese Maschine arbeitet. Aber im Fahrzeug und bei geschlossenen Fenstern sorgt eine wirksame Dämmung dafür, dass man die Arbeitsgeräusche kaum noch wahrnimmt.

Doch es gab einen weiteren wichtigen Grund, daran zu zweifeln, einen Diesel zu fahren. Denn so spontan, wie diese Maschine auf den Tritt aufs Gaspedal reagiert, kennt man das eigentlich nur von Benzinern. Allerdings bewegten wir auch die leistungsstärkste Version des neuen 2,2-Liter-Selbstzünders, die 136 kW (185 PS) bereitstellt. Ihre 8,3 Sekunden für den Spurt auf Tempo 100 liegen deutlich über den 9,0 und 10,6 der schwächeren Versionen mit 120 und 92 kW (163 und 125 PS). Doch auch die sind durchaus flott im Anzug und bestätigen erneut, wie agil moderne Diesel geworden sind.

Blickt man dann noch auf die beachtlichen Drehmomente, die für den neuen Mazda-Diesel bei 310 bis 400 Newtonmeter bei gerade einmal 1800 Umdrehungen pro Minute liegen, dann gibt es neben der Sparsamkeit des Selbstzünders mindestens ein weiteres wichtiges Argument, sich für einen Diesel zu entscheiden: seine überzeugende Dynamik, die es erlaubt, den so motorisierten Wagen auch betont sportlich zu bewegen. Vor allem dann, wenn es darum geht, nach kurzem Abbremsen wieder Fahrt aufzunehmen, ist das über einen breiten Drehzahlbereich hohe Drehmoment des Diesels einfach konkurrenzlos. Der neue Mazda- Diesel bestätigt das mit seinen souveränen Fahrleistungen vollauf.

Um solche Ergebnisse zu erzielen, haben die Mazda-Entwickler tief in die Trickkiste gegriffen. Sie entschieden sich für eine Kombination von Grauguss und Aluminium beim Motorblock, zwei oben liegende Nockenwellen mit Kette, zwei Ausgleichswellen, einen auf 2000 Bar erhöhten Einspritzdruck, neue Zehn-Loch- Einspritzdüsen, schnellere Magnetventile für die Injektoren, einen optimierten Turbolader mit variabler Schaufelgeometrie und eine optimierte Abgasrückführung. Ein Schritt voran ist auch ein neuer Partikelfilter mit kürzeren Regenerationszeiten. Und trotz beachtlich höherer Leistung konnten sie die Verbrauchswerte auf dem bisherigen Niveau halten – bei 5,5 bis 5,7 Liter je 100 Kilometer oder 147 bis 152 g CO2/km.

Und neben dem neuen Diesel gibt es eine weitere wichtige technische Neuerung beim Mazda 6: den Spurwechsel assistenten „Rear View Monitoring“. Dieses elektronische Fahrerassistenzsystem überwacht mit zwei rückwärtigen Radarmodulen den Nachfolgeverkehr bis zu einem Abstand von 50 Metern. Dem Fahrer zeigt es mit kleinen Leuchten an beiden A-Säulen auf Höhe der Rückspiegel an, ob sich von hinten ein Fahrzeug nähert. Wenn der Lenker den Blinker setzt, um die Spur zu wechseln, zeigt ein Blinken der Lampe, kombiniert mit einem akustischen Warnsignal, an, dass sich ein Fahrzeug im Gefahrenbereich befindet – sinnvoll vor allem, um den toten Winkel zu entschärfen.

Drei neue flotte Diesel und ein Sicherheitsplus als Serienausstattung – diese Neuerungen dürften dazu beitragen, dem Erfolg der jüngsten Generation des Mazda 6 weiteren Auftrieb zu geben. Bisher sind laut Hersteller schon 85 000 Exemplare in Europa verkauft worden.

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