Mazda : Zurück auf Start

Kaum zu glauben, aber der CX-7 fährt schon seit zwei Jahren durchs Land. Vielleicht sehen wir den Mazda bald öfters: Endlich ist ein Diesel zu haben.

Eric Metzler
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Echte Handarbeit. Den CX-7 gibt es nur mit manueller Sechs-Gang-Schaltung. -Foto: promo

Zuweilen kommen die Dinge erst dann in Fahrt, wenn sie schon lange auf der Bahn sind. So verhält es sich mit dem CX-7, diesem großen Unbekannten von Mazda, der in Deutschland einfach nicht aus den Puschen kommen will. Das könnte an dem einzigen Motor liegen, den es seit dem Start vor knapp zwei Jahren im Angebot hat; ein 260-PS-Benziner, der seine Sache objektiv gesehen zwar gut, subjektiv aber viel zu verschwenderisch macht (10,4 Liter aufwärts). Nun gibt es endlich einen Turbodiesel, einen zumal, der in den verkaufsstarken Modellreihen Mazda 3 und Mazda 6 schon punkten konnte: Zweikommazwei Liter Hubraum, 180 PS, Verbrauch 7,5 Liter.

Für den CX-7, den man angesichts von 1875 Kilo Leergewicht nicht gerade als Leichtling bezeichnen kann, ist das Aggregat gerade stark genug. Er verrichtet seinen Dienst leise und erlaubt es, den Crossover so zu fahren, wie es seine Erfinder intendiert haben: unaufgeregt und unkompliziert wie ein ganz normaler PKW.

Gemerkt? Wir haben den japanischen Strategen aus dem Marketing einen Gefallen getan und das Genre „Crossover“ eingefügt. Der CX-7 will mehr sein als ein Coupé, ein höhergelegter Kombi oder ein SUV mit Allrad. Er bedient Vorlieben querbeet und das gar nicht mal schlecht: Ja, mit seinen bis zu 19-Zöllern tritt er breit und großspurig auf. Aber die geduckte Haltung und die schnittige Linie lassen ihn beinahe sportlich erscheinen. Er bietet wirklich viel Platz, man könnte in ihm nächtigen, wenn es die Liebste erlaubte. Dass der CX-7 über einen variablen Allradantrieb verfügt, verrät wie bei den Bayerischen Motorenwerken das X im Etikett – ein Hinweis auf echte Geländefähigkeiten kann und will das freilich nicht sein. Raum über dem Kopf ist auf allen Plätzen reichlich vorhanden; hinten sitzt es sich selbst hinter Großgewachsenen gut. Die Materialien im Innenraum sehen wertiger aus, als sie sich beim Anfassen entpuppen. Das Cockpit wirkt auf den ersten Blick aufgeräumt, erschlägt aber – seltener Effekt – auf den zweiten. Es hat unglaublich viele Tasten; im Lenkrad beispielsweise all jene fürs Navi. Da braucht es Übung, treffsicher durch die Bedienelemente zu steuern. Ohnedies wandelt Mazda mit dem Navi des CX-7auf neuen Routen, an denen sich die Geister scheiden: Einerseits viel günstiger als die etablierten Werkslösungen (720 Euro), andererseits mit einem viel zu kleinen Display, welches sich in dem großen Auto verliert.

Den Gesamteindruck trübt derlei nur bedingt: Dieser Mazda ist ein interessanter Multi, mit dem sich Familien Individulaität leisten, ohne auf Komfort oder praktische Details wie den drehbaren Ladeboden oder rutschfeste Ablagen zu verzichten. Bisher stand der dicke Benziner unüberwindlich vor der Garage; jetzt lockt ein vernünftiger Diesel ab knapp unter 30 000 Euro – das richtige Dienstwägelchen für den neuen Europa-Chef Jeff Guyton, der in Leverkusen gerade das Regiment übernommen hat. Eric Metzler

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