Mégane Cabrio : Satt Sonne

Der Frühling besinnt sich – und wir probieren das neue Mégane Cabrio von Renault.

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Von der Seite gefällt uns die neue Linie des CC am besten - ohne Schnörkel.
Von der Seite gefällt uns die neue Linie des CC am besten - ohne Schnörkel.Foto: promo

Stahlklappdächer bleiben Mode, selbst wenn Audi und BMW in der Kompaktklasse auf die klassische Stoffkapuze setzen. Was aber tut man, um sich von den anderen Cabrios mit Stahlklappdach (VW Eos, Peugeot 308, Ford Focus) zu unterscheiden? Man montiert eine einmalige Konstruktion, welche der Spezialist Karman aus Osnabrück direkt ans Band ins französische Douai liefert, wo der offene Renault gebaut wird. Und zwar das Dach mit der größten Glasfläche, immerhin knapp einen Quadratmeter.

Und dafür nehmen die Franzosen sogar zwei Nachteile in Kauf: das höhere Gewicht sowie die Aufheizung des Innenraums. Zum Glück ist stets eine Klimaanlage an Bord, selbst beim Basismodell. An heißen Tagen muss sie trotz vorgezogener Innenjalousie schwer arbeiten. Also, besser weg mit dem Dach. In nur 21 Sekunden ist es im Heck verschwunden. Aus Sicherheitsgründen (O-Ton Renault) geschieht das beim Mégane CC nur im Stand. Los geht’s. Mit einer Überraschung: Mit den zusätzlichen 140 Kilogramm Speck auf den Hüften fühlt sich das neue Cabrio pudelwohl.

Die Renault-Techniker mussten nämlich für das höhere Gewicht das Fahrwerk modifizieren, und diese Veränderung ist ihnen vortrefflich gelungen. Die CC-Version fährt sich deutlich souveräner als das Modell mit festem Dach. Zusätzliche Versteifungen im Unterboden sollen Ruhe ins Gebälk bringen. Verspricht Renault. Zwar ist die Karosserie steifer als die des Vorgängers, doch auf schlechten Straßen kann sie sich ein spürbares Zittern nicht verkneifen. Da aber dieses ausgesprochen komfortabel abgestimmte Cabrio ohnehin das sanfte Gleiten lieber mag als scharfes Kurvenbolzen, steckt man diesen Makel lässig weg – und genießt stattdessen die bequemen Sitze sowie das schöne Gefühl, über sich freien Himmel zu haben. Renault rückte den Frontscheiben-Rahmen um sechs Zentimeter nach vorn. Angenehme Folge: Die vorn Sitzenden haben nun kein Brett mehr vor dem Kopf, dafür mehr Wind um die Ohren. Damit es nicht zu zugig wird, besitzen alle Varianten serienmäßig eine kleine Kunststoffscheibe zwischen den hinteren Kopfstützen und – gegen faire 298 Euro Aufpreis – ein klassisches Windschott.

Im Fond reisen jedoch nur Kleinwüchsige freudvoll. Der Kofferraum (offen 211 Liter/geschlossen 417 Liter Volumen) schrumpfte gegenüber dem Vorgänger, reicht aber wenigstens noch für drei Taschen. Einen Lapsus haben sich die sonst so stilsicheren Franzosen allerdings erlaubt: die Antenne auf dem Heckdeckel. Sie wedelt beim Fahren so heftig hin und her wie die Rute eines liebestollen Hundes. Störend.

Zur Markteinführung im Juli fehlt der wichtige, weil günstige 110 PS starke Basisbenziner (ab 24 950 Euro). Und ein erschwinglicher Diesel wie der 1.6er mit 110 PS, den es im Coupé sogar mit harmonischem Doppelkupplungsgetriebe gibt, ist beim Coupé-Cabriolet gar nicht im Programm. Diese Kombination würde richtig gut zu diesem Auto passen. Wir fuhren den 130 PS starken Turbo-Benziner, ein kultiviertes und kraftvolles Triebwerk, das optimal mit dem offenen Gleiter harmoniert. Doch dieses Modell (ab 26 950 Euro) ist ausschließlich mit Sechsgang-Schaltgetriebe lieferbar. Warum für Deutschland nicht die ideale Verbindung 130-PS-Benziner und Doppelkupplungsgetriebe angeboten wird, bleibt ein unergründliches Rätsel der Franzosen. Hoffentlich ändern sie diese Ungereimtheiten im Motorenprogramm.

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