Mercedes : Das Erbe des Freibeuters

Das C-Klasse-Sportcoupé half Mercedes, den anderen Kunden abzuwerben. Das soll der CLC auch schaffen – mit gleichen Anlagen.

Kai Kolwitz

Vom 300 SL-Flügeltürer bis zum großen CLS – einen weiten Bogen spannte Mercedes anlässlich der Präsentation des CLC, um das ab Sommer erhältliche Modell Coupé-technisch einzusortieren. Ein „sehr emotionales Auto mit viel Esprit“ und „expressives und junges Design“ – das attestiert der Hersteller selbst seinem jüngsten Spross. Und so nahm es dann auch nicht wunder, dass man die Vorstellung des CLC auf dem Laufsteg der Berlin Fashion Week zelebrierte.

Allerdings gibt es noch eine weitere Parallele zur Mode. Nämlich: Alles kommt irgendwann wieder. Denn die Basis des CLC ist nicht ganz neu: Sie war bisher schon als C-Klasse-Sportcoupé der vergangenen Baureihe unterwegs. Passend zum Modellwechsel beim großen Bruder trägt das überarbeitete Coupé nun Front und Heckdesigns, die an die aktuelle C-Klasse angelehnt sind. Doch dieser Mix aus neu und alt birgt auch Probleme: Denn die markante, zumindest optisch längere Front steht dem Wagen zwar gut, scheint aber nicht aus allen Perspektiven so ganz zur recht nüchtern geschnittenen Hecklinie zu passen.

Unstrittig dagegen die Qualitäten der Motoren, vier Benzinern und zwei Dieseln mit Leistungen von 122 bis 272 PS. Denn auch sie befeuerten schon das Sportcoupé. Zum Modellwechsel hat man ihnen die gleichen Verfeinerungen angedeihen lassen, die auch der aktuellen C-Klasse zugutekommen und die die Leistungen etwas steigen lassen und den Verbrauch um bis zu elf Prozent senken sollen. Wer in das Sportpaket investiert, erhält nicht nur dunkle Zierleisten und Scheinwerfer, sondern auch massive 18-Zoll-Räder, Tieferlegung, strafferes Fahrwerk und Direktlenkung, dem Handling auf der Landstraße zuliebe.

Rund 320 000 Mal hat sich der CLC-Vorgänger Sportcoupé insgesamt verkauft. Wichtiger ist für Mercedes aber eine andere Zahl: Bei 70 Prozent lag die Eroberungsrate, sprich, es war gelungen, die überwiegende Zahl der Käufer bei anderen Marken abzuwerben. Diese Tradition soll die aufgefrischte Version fortsetzen. Bei einem Grundpreis von 28 000 Euro sind A- und B-Klasse zwar noch ein bisschen günstiger als der CLC – aber der Einstieg in die edle, „richtige“ Mercedes-Welt, der beginnt wohl doch erst beim kleinen Coupé. Kai Kolwitz

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