Mercedes F 800 : Das kann doch nicht wahr sein

Oder doch? Mit dem F 800 zeigt Mercedes, wo die Reise mit dem Auto der Zukunft hingeht – zum wahren Luxus namens Alternativer Antrieb.

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Wie das schon klingt! For-schungs-fahrzeug. Aber das täuscht. Wenn Mercedes so ein Ding, so ein Unding vorstelllt, dann sollte man Augen und Ohren weit aufsperren. Denn zu erfahren ist, was die Zukunft bringen kann, bringen wird. Das kommende Design, die Technik von Morgen, das nehmen alle paar Jahre die F-Modelle vorweg, nummeriert nach Hunderten. Jetzt also der F 800. Der macht ganz schön Druck. Weil er flacher, kompakter, muskulöser ausschaut als jede S-Klasse.Gut, von hinten würde niemand aufschreien, wenn ein Jaguar-Emblem drauf pappte. Von der Seite, hm, da ist ein Schuß BMW drin. Aber wer dem Konzept–Auto aufs Maul schaut, in die LED-Augen, der ahnt, wie ernst er es meint, der Designchef. Gorden Wagener lächelt bescheiden, viel bescheidener als sein Werk, das vor Kraft nur so strotzt. „Organisch überspannte Kariosserieflächen“ beschreibt Wagner und „bionisch geschwungene Lamellen“.

Exorbitante Worte für eine exorbitante Oberklasse, die mit einer Schwing-Schiebetür beeindruckt, mit gebogenem Holz, mit Sitzen aus Elasto-Fasern und mit einer Audio-Navi-Bedienung, die Steve Jobs sich mal ansehen sollte (siehe Kasten auf dieser Seite). Und doch ist das Spannendste verborgen: Der F 800 steht auf einer Multi-Antriebs-Plattform. Will heißen: In die selbe Hülle kann Mercedes verschiedene Welten packen. Entweder einen Plug-in-Hybrid, der mit seiner Kombi aus Benzin-Direkteinspritzer und aufladbarer Lithium-Ionen-Batterie ideal für die Stadt ist (Verbrauch 2,9 Liter, CO2-Ausstoß 68 g/km). Oder das Auto bekommt einen Elektroantrieb mit Brennstoffzelle. Dann packt er 600 Kilometer, ohne irgendwelche Schadstoffe zu produzieren.

Mit dem F 800 gießt Mercedes den Stand der Forschung in Form – und beschreibt einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz: Keiner weiß, welche Antriebstechnik sich durchsetzen wird. Es läuft auf einen Mix hinaus. Und dafür hat Benz heimlich, still und weise einen Systembaukasten entwickelt, der Module von dieser und Teile von jener Philosophie aufnehmen kann. Was zählt, sind die inneren Werte. Wie das schon klingt!

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