Mercedes SL : Alles Legende

Der Neue kommt im April – und weil Mercedes ohne SL nicht Mercedes wäre, sehen wir ganz genau hin.

Eric Metzler
Mercedes SL
Die Legende lebt. Im April kommt der neue Mercedes SL auf den Markt. -Foto: promo

Es gibt Autos, die lassen einen nicht los. Über Jahre, Jahrzehnte, jeder Mode und Vielfalt zum Trotz. So eines ist der SL. Für viele unter uns Jüngeren, Älteren, Wohl- und Wenigerhabenden ist es der Mercedes schlechthin; der strahlendste Stern einer Marke, die das Bild der Deutschen anderswo lange aufgehellt hat. Der SL. Das magische Kürzel für „Sportbau-Leicht“, erfunden vor mehr als einem halben Jahrhundert. Im Sommer 1951 schickt Mercedes den Konstrukteur Rudolf Uhlenhaut in die Spur – und der baut einen Sportwagen, wie ihn die Welt noch nicht gesehen hat. Ein Rahmen aus 50 Kilogramm Gitterrohr; darüber ein enges, sinnliches Kleid aus Aluminium, drunter nichts als sechs Zylinder und 180 PS. Dann räumt der Silberling ab. Gewinnt ein Rennen nach dem anderen. Begeistert die Fans. An eine Serienproduktion denkt zunächst keiner – bis ein Importeur aus Amerika tickert: „Baut ihn, please. Davon könnten wir 1000 auf einen Schlag verkaufen“. Mercedes wird schwach, entwickelt fürs fahrende Publikum einen 300 SL und feiert bei der Weltpremiere 1954 einen starken Auftritt mit Langzeitwirkung. Mehr als 600 000 SL wurden bis heute verkauft, jeder Zweite über den großen Teich. Inzwischen hat der Mythos fünf Gesichter, und alle, ja alle fahren sie noch, je älter, desto seltener und kostbarer. Stattliche sechshunderttausend Euro kostet ein gut erhaltenes Exemplar der ersten Jahre – aber zu einer fantastischen Wertanlage gratulieren wir auch allen, deren SL in der Garage so ausschaut wie auf dem zweiten oder dritten Bildchen unserer Galerie oben.

Hervorgeholt haben wir die Alten wegen des Jüngsten – Stichtag 5. April. Dann erscheint „die neue Generation“ des SL. Streng genommen stapelt Mercedes mit diesem Etikett hoch: Das Auto wird noch bis 2011 auf alter Plattform gebaut. Aber tatsächlich ist das Facelift tiefgreifend, gehen einige technische Neuheiten über eine gewöhnliche Modellpflege hinaus.

Schauen wir also nach vorne, wo sich der Charakter eines jeden SL entscheidet: Die Front wird dominanter, breiter, am unteren Ende betont von einer scharfen Abrisskante. Der Stoßfänger geht nahezu in der Kühlermaske auf. Die Doppelscheinwerfer des aktuellen Modells werden eingemottet; die neuen ragen weit in die Kotflügel, ein bisschen böser Blick, denken wir Laien, eine „dynamische Pfeilung“, sagt Design-Chef Hans-Dieter Futschik. Der Grill ist wieder unumschränkter Hauptdarsteller am SL, auch trägt er links und rechts des Sterns nur noch eine Lamelle, ganz so, wie es einmal war. Markant ist die Reminiszenz auf der Haube: Zwei Wölbungen, Powerdome genannt im Jargon. Den Ur-SL zierte das auch – damals aber aus notwendigem Grunde: Der Motor war in einem 50-Grad-Winkel eingebaut, ohne Falz hätte er herausgelugt.

Am Heck haben die Gestalter wenig geändert, vermutlich zöge jeder Eingriff hier aufwändige Anpassungen an der Technik des elektrisch versenkten Daches nach sich.Von der Seite wirkt der SL extrem flach, auf dem Sprung. Das liegt weniger an den drei zusätzlichen Zentimetern. Die Front steht steiler, das streckt die Haube. Im Ganzen wirkt der neue SL um Längen sportlicher, aggressiver. Damit ist klar, wohin die Reise zukünftiger Mercedes-Modelle geht – im und ums Hause gilt der SL seit jeher als Vortänzer.

Auf den zwei Sitzplätzen gibt es bis auf den billigen Alu-Look kleiner Teile nichts zu bekritteln: Edel, komfortabel, funktional. Details nebst Motoren und technischen Neuheiten lesen Sie im Kasten links auf dieser Seite – hervor stechen die neue Direktlenkung und das „Intelligent Light System“. Die Fahreindrücke folgen, wenn Mercedes den SL zum ersten Mal auf die Straße lässt. Dann gibt es auch die Preise, von denen nur bekannt ist, dass sie „unter 80 000 Euro netto“ beginnen sollen – für das neue Einstiegsmodell SL 280.

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