Mercedes : Vier saubere Pläne

Mit Akku, Wasserstoff, Diesotto oder Hybrid: Mercedes fährt mehrgleisig in die Zukunft. Was immer der Autobauer vorhat: Hier schauen Konkurrenten und Kunden ganz genau hin.

Wolfgang Gomoll
Mercedes
Noch nicht serienreif: Der F 700. Aber von der Technik des "Diesotto" wird man noch hören. -Foto: promo

„Ned schwätza, oifach schaffa“ – nicht reden, einfach machen, sagt der Schwabe. Und „beim Daimler“, wie Mercedes in der Heimat heißt, sieht man dieses Sprichwort als Programm an. Der Stuttgarter Autobauer arbeitet an einer umweltfreundlicheren mobilen Zukunft. Hinter dem Titel „Road to the Future“ verbirgt sich zunächst eine grundlegende These der Sternen-Deuter: Die eierlegende Öko-Wollmilchsau in Form eines Autos wird es in naher Zukunft nicht geben. Eher soll ein Baukasten von verschiedenen Produkten, die wir auf dieser Seite genauer unter die Lupe nehmen, für eine maßgeschneiderte und möglichst grüne Nischen-Mobilität sorgen: Reine Elektrofahrzeuge wie der Smart ed mit Akkus haben per se eine geringere Reichweite von etwa 120 Kilometern, müssen öfter wieder aufgeladen werden und sind deshalb nur für den Stadtverkehr geeignet. Dagegen sind bei Brennstoffzellen-Autos bereits jetzt Reichweiten bis zu 400 Kilometer realisierbar. Aufgrund der schweren Wasserstofftanks sind dafür größere Autos geeignet. Diese beiden Faktoren sprechen eindeutig für den Langstrecken-Einsatz. Bis 2015 soll die Brennstoffzellen-Technologie serienreif sein.

So schön die Aussicht auf sauberes Fahren auch sein mag, gibt es doch noch einige Klippen zu umschiffen. Eine davon: Es gibt noch kein ausreichend dichtes Tankstellennetz. Und bevor sich das lohnt, muss erst die Versorgung mit Wasserstoff gewährleistet sein. „Wir haben das Ei gelegt. Jetzt muss nur noch die Henne kommen und sagen: ‚Ich mache den Wasserstoff''", so erklärt Dr. Christian Mohrdieck, Leiter der Mercedes-Brennstoffzellenentwicklung, die Problematik. Auch bei den Batterien wird es keinen Quantensprung geben. Die Energiespeicherung ist teuer. Noch kostet eine Kilowattstunde 800 Euro. Bei Produktionszahlen oberhalb von 100.000 Stück sollen es in sechs Jahren nur noch 300 Euro sein. Bei einer Leistung von 20 Kilowattstunden wären das immer noch 6000 Euro nur für die Batterie. Doch mit der Stückzahl und besseren Fertigungstechniken sinkt auch der Preis.

Unabhängig von diesen Entwicklungen steht auch bei Mercedes fest: Der Verbrennungsmotor wird nicht über Nacht zum alten Eisen gehören. Man wird weiter daran arbeiten, den Verbrauch zu optimieren – durch Hybridisierung ebenso wie durch Downsizing kombiniert mit neuen Verbrennungstechniken (wie beim Diesotto).

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