Mercedes : Wie gehabt: SL steht für ''sehr lässig''

Design neu, Motor neu: So fährt sich der 350er.

Eric Metzler

Die Fans haben den Code längst übersetzt. Mercedes spricht von der „neuen Generation SL“, gemeint ist aber ein Facelift. Sieben Jahre ist die Baureihe R 230 auf dem Markt, nun legten die Stuttgarter gründlich Hand an. Was dabei herauskam, hatten wir Ihnen nach der Premiere im Februar beschrieben: Der SL ist schärfer gezeichnet, kommt breiter, flacher, aggressiver daher; es gibt neue Goodies wie den Luftschal und die Scheinwerfer mit Lichtprogrammen; einen neuen Einstiegsmotor (280 SL), bärige AMG- und überarbeitete Aggregate dazwischen. Seit Anfang des Monats steht der SL beim Händler – wie also fährt sich der neue Stern?

Nun, es bleibt dabei: Es gibt weit und breit keinen anderen Roadster, der den Spagat zwischen „Sportwagen“ und „Reisegerät“ derart lässig meistert. Für sich betrachtet, mag es von jedem Typ Bessere geben. Beides zugleich bringt nur der SL perfekt auf die Straße. Wer inklusive Extras von 90 000 Euro an aufwärts investiert, bekommt zwei Autos in einem. Von einer Sekunde auf die andere kann der Fahrer umsteigen: Eben gibt er den Cruiser, spaziert weich und stolz durch die Landschaft wie ein Modell über den Laufsteg. Doch plötzlich stürmt er los, geht gierig in die Kurve und verschlingt sie so selbstverständlich, als habe jemand Haftcreme verteilt. Was der Fahrer auch vom Untersatz fordert, er bekommt es auf hohem Niveau – in der Fähigkeit zum eleganten Rollenwechsel liegt das Geheimnis SL.

Richtig genießen lässt sich das neuerdings schon mit einem spurtstarken Sechszylinder. Mercedes hat den V6 aus dem SL 350 gedopt, die Leistung von 272 auf 316 PS gesteigert. Die zu nutzen, bereitet auch wegen des Soul aus dem Auspuff Vergnügen. Ab 2500 Umdrehungen dreht sich bei der Maschine alles ums Drehen, Schluss ist erst über 7000. Die neue Direktlenkung mit variabler Übersetzung zahlt sich in engen Kurven aus und tröstet darüber hinweg, dass der SL nicht leichter geworden ist. Wer sich zeitweise beherrscht, kann den SL 350 mit elf Litern Verbrauch bewegen (236 g C02/km). Dass die Achtzylinder bis zum neuen AMG 63 noch mehr Fleisch vom Teller ziehen, ist unbestritten – unser Preis-Leistungs-Tipp aber ist der SL 350 (ab 86573 Euro).

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