Messe : BusinessMobil setzt voll auf Umwelt

Wie sie Fuhrpark oder Firmenauto für die neuen Abgasnormen rüsten, können Geschäftsleute auf der Berliner Messe "BusinessMobil’07" erfahren.

Stefan Robert Weißenborn

Für manchen Klempner, Taxifahrer oder Gemüsehändler droht die Berliner Innenstadt im kommenden Jahr zur Sperrzone zu werden. Ab Januar nämlich tritt die neue Feinstaubverordnung in Kraft, und dann wird es für viele Gewerbetreibende wie Privatpersonen gleichermaßen heißen: draußen bleiben, außerhalb des S-Bahn-Rings, denn der markiert dann die Umweltzone, die No-Go-Area für von der EU gebrandmarkte Altfahrzeuge. Es sei denn, das Kraftfahrzeug ist für die neuen Abgasnormen gerüstet. Wie sie Fuhrpark oder Firmenauto auf Vordermann bringen, können Geschäftsleute auf der „BusinessMobil’07“ erfahren. Die erste Fachmesse mit dem Schwerpunkt auf Firmenwagen und Transporter in Berlin und Brandenburg findet am Wochenende vom 13. bis 14. Oktober auf dem Gelände des TÜV-Rheinland in Berlin-Tempelhof statt. Veranstalter ist der Tagesspiegel.

Nach einer Umfrage unter Mitgliedern der Handwerkskammer Berlin dürften in der Hauptstadt über 40 Prozent der Betriebe mit mindestens einem ihrer Fahrzeuge ohne Nachrüstung ab 2008 an der Abgas-Hürde scheitern. Erhoben wurden die Daten zwar bereits im Januar. Dass Gewerbetreibende sich jedoch immer noch nicht genügend auf das automobile Staubwischen eingestellt haben, befürchten die Straßenverkehrsämter: Nach ihren Angaben hat bislang erst ein Bruchteil der Betroffenen einen Antrag auf Ausnahmegenehmigung gestellt. Von den Auflagen befreit werden können etwa neuere Firmenautos, die nicht nachrüstbar sind. Zudem soll eine Art Quotenregelung für Fuhrparks mit mehr als vier Fahrzeugen Aufschub gewähren.

Die „BusinessMobil“, die auch als Verkaufsmesse ausgelegt ist, will Firmen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Unter anderem TÜV und Kfz-Innung informieren, ob alte Autos weiter genutzt werden können oder nicht. Welche Nachrüstoption, etwa Kaltlaufregler oder Zusatzkat, zur Einhaltung der Normen verfügbar ist, kann ebenso erörtert werden.

So weit die Theorie. Wer Nägel mit Köpfen machen will, der kann sich direkt an einen der 25 Berliner Händler wenden, die mit insgesamt 28 Automarken auf 3000 Quadratmetern vertreten sind. Von Kippfahrzeugen fürs Baugewerbe über Transporter für Maler und Lackierer, Klempner- und Sanitärbetriebe bis zu Kühlaufbauten für Lebensmittel oder Blumen wird an dem mobilen Wochenende in der Alboinstraße 56 alles aufgefahren, was das Gewerbe in Bewegung hält. Mit dabei sind auch Taxen, Fahrschulautos und Ladewunder für Umzugsunternehmen. Wer zum spontanen Kauf tendiert, kann seiner Entscheidung vor Vertragsabschluss am Stand der Berliner Energieagentur noch einmal auf Umwelteffizienz prüfen: Im Rahmen des von der Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz geförderten Projekts „Sauberer Fuhrpark“ werden die Unternehmen beraten. Der Service zielt aber nicht nur auf Neuanschaffungen ab, auch in Sachen Verbrauchsoptimierung oder Umrüstung auf Gasantrieb soll das Umweltgewissen besänftigt werden.

Der Eintritt zur Messe ist frei. 40 Euro muss dagegen bezahlen, wer ab 2008 ohne entsprechende Plakette die Umweltzone befährt. Dazu gibt es einen Punkt in Flensburg. Aber es soll ja auch Autos geben, die die Anforderungen schon heute erfüllen. Dennoch: Vor allem im Gewerbe jedoch sehen die teilnehmenden Händler laut Veranstalter „ein großes Potenzial für Neuanschaffungen“. Stefan Robert Weißenborn

Die „BusinessMobil“ öffnet ihre Tore am Samstag, 13. Oktober, von 10 bis 18 Uhr sowie am Sonntag, 14. Oktober, zwischen 10 und 16 Uhr. (www.tagesspiegel.de/businessmobil). Medienpartner ist Radio Eins 95,8, das am Sonntag von 12 bis 14 Uhr in Tempelhof live auf Sendung geht.

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