Auto : MESSESTAND

Eric Metzler

Auf die eine oder die andere Tour:

Die Messe zum Mitmachen

Erst durften die Journalisten rein, dann kam die Kanzlerin – aber jetzt bestimmen die Hauptdarsteller das Bild: die Kunden, von denen die Branche lebt. Zehntausende werden dieses Wochenende durch die Frankfurter Messehallen tigern. Selbst wer nicht jedes Detail fotografiert wie die Asiaten, sollte einen ganzen Tag IAA einplanen. Für Schulklassen gibt es bis zum 23. September ein Sonderangebot: Sie kommen zu einem ermäßigten Eintrittspreis von 3,50 Euro pro Schüler auf die Messe – Voraussetzung ist ein offizielles Schreiben der jeweiligen Schule, auf dem die Anzahl der teilnehmenden Schüler und Begleitpersonen bestätigt wird. Mehr Informationen dazu gibt’s unter der Internetadresse www.iaa.de

Viel zu tun mit dem Nichtstun:

Die Messe der schönen Nebenjobs

Daran ändert weder die Klimadebatte noch die Spardiskussion was: Auf den großen Messen werden neben schönen Autos schöne Frauen gezeigt. Einige Eventagenturen haben sich auf dieses Geschäft mit dem Danebenstellen und Ruhigsein spezialisiert; bei Studentinnen ist der schön stressige Job wegen der vergleichsweisen guten Verdienstmöglichkeiten ziemlich begehrt. Unter Branchenkennern steht der Stand der Fiat-Gruppe besonders hoch im Kurs, schon klar, die bauen ja in der Tat ansehnliche Autos…

Zeigen, was man zu zeigen hat:

Eine Messe zum Niederknien

Wie die Hostessen posieren auch manche Männer gerne neben den Autos – mit dem Unterschied, dass sie schlechter aussehen, aber mehr zu sagen haben. Stellvertretend für mindestens fünfzig Manager, die sich während der ersten IAA-Tage knieten, hockten und bückten, zeigen wir drei: Audi-Chef Rupert Stadler strahlt neben dem neuen A 4, der die Mittelklasse aufmischen will. GMs Europachef Carl Peter Forster stützt sich auf die strombetriebene Studie „Eflex“, mit der in drei, vier Jahren alltagstaugliche Fahrten möglich sein sollen. Die meisten Zuschauer hatte VW-Chef Martin Winterkorn: Er machte seinen Diener vor der Studie „Up!“, einem heckbetriebenen Stadtauto, für das es noch keinen konkreten Starttermin gibt.

Blick auf den Stand der Dinge:

Eine Messe für schlaue Zulieferer

Hier sind es neue Tankstutzen für Wasserstoffautos – generell profitieren vor allem Zulieferer, wenn alternative Antriebe, die elektronische Kommunikation im Auto oder neue Fahrerassistenzsysteme weiterentwickelt werden. Die Hersteller lagern immer mehr Forschung für Komponenten aus und kaufen sie zu.

Bekannt gemacht mit Bekannten:

Die Stars der Messe (I)

Wie viel Schwung Fabian Hambüchen am Reck hat, weiß die Welt spätestens, seit er bei den Turn-Weltmeisterschaften den Titel geholt hat. In Frankfurt zeigte der Turner an einem roten Chevy, was er draufhat. Hambüchens unverblümter Kommentar zum offenen Camaro: „Geil, gefällt mir“. Andere Stars auf der IAA gingen mit gewählteren Worten zu Werke – bezahlt, versteht sich. Für VW ließen sich Edinaldo Batista Libanio Grafite (links) und Trainer Felix Magath vom Bundesligisten VfL Wolfsburg sehen, Frühpensionär Schumi besuchte seinen Irgendwie-immer-noch-Arbeitgeber Ferrari, und Filmemacher Sönke Wortmann bespielte den neuen Jaguar XF. An diesem Nachfolger des S-Type scheiden sich angesichts der ungewohnten Optik die Geister – Schauspieler Heino Ferch fand ihn auf der IAA aber genauso gut wie seine Kollegin Alexandra Kamps.

Handarbeit am laufenden Band:

Die Stars der Messe (II)

Der Begriff „Weltpremiere“ klingt hochtrabend – dabei darf er selbst für Modelle gebraucht werden, die in Fachblättern längst von oben bis unten besprochen wurden. Macht nichts, entscheidend ist ohnehin die Erstberührung des Publikums. Damit die zu einem Ereignis wird, werden die Autos von Fachkräften enthüllt, von Tänzern, Models und Politikern. Natürlich trübt dabei kein Stäubchen und kein Fleckchen das Bild; mehr als 3000 Helfer sind unentwegt damit beschäftigt, die Messeschönheiten zu polieren und zu wienern. Eric Metzler

Die Mehrfahrgelegenheit - Carsharing in Berlin


Carsharing gilt als Verkehrskonzept der Zukunft, in Berlin wächst das Angebot rasant. Die einen macht die neue Ich-Mobilität glücklich, andere reich, manche wütend. Begegnungen mit Pionieren und Kritikern - und eine Datenanalyse mit vielen interaktiven Grafiken.

Mehrfahrgelegenheit –
ein Projekt von MEHR BERLIN

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben