Auto : Mit dem Trabbi in die Zukunft Effizienz: Auch alte Ideen werden neu entdeckt

dpa

Zwar spricht im Moment alles vom Elektroauto. Doch obwohl manche Hersteller bald mit der Produktion beginnen, wird es nach Einschätzung vieler Experten noch viele Jahre dauern, bis die Stromer ihre Nische verlassen können.

Deshalb arbeitet die Branche parallel weiterhin daran, die konventionellen Verbrennungsmotoren effizienter zu machen. Einer der wichtigsten Trends ist dabei das sogenannte Downsizing. Dabei erreichen die Motorenhersteller durch Aufladung mit Turbo oder Kompressor und meist auch durch Umstellung auf Direkteinspritzung trotz kleinerer Hubräume eine höhere Leistung und sparen so mehr als ein Fünftel Sprit. Für die neue E-Klasse zum Beispiel, bei der Mercedes nach diesem Prinzip verstärkt auf Vierzylinder statt auf die prestigeträchtigeren, aber durstigeren V6-Motoren setzt, reklamiert der Hersteller einen Verbrauchsvorteil von bis zu 23 Prozent.

Bei den Kleinwagen schrumpfen die Motoren noch weiter: Der Dreizylinder ist dort gang und gäbe und macht zum Beispiel den nächsten Polo Blue Motion mit einem Verbrauch von 3,3 Litern (CO2-Ausstoß: 87 g/km) laut VW zum sparsamsten Fünfsitzer der Welt. Und für die nächsten Generationen sind bei VW wie bei Fiat sogar Zweizylinder im Gespräch.

   Doch Downsizing ist nicht der einzige Ansatz. Mit vielen kleinen Schritten wollen die Entwickler den Verbrauch drücken. Zum Beispiel mit einer variablen Ventilsteuerung: Systeme wie Valvetronic von BMW oder Valvelift von Audi erlauben eine Veränderung der Ein- und Auslassventile an den Zylindern und können so die sogenannten Ladungswechselverluste reduzieren, wenn der Fahrer mit sanftem Gasfuß fährt. „Schon heute bringt das bis zu acht Prozent. Eine Umstellung auf elektromechanische Systeme würde den Gewinn auf 15 Prozent erhöhen“, sagt Professor Stefan Pischinger vom Lehrstuhl für Verbrennungskraftmaschinen an der Technischen Hochschule Aachen.   Ebenfalls mehr Variabilität erwartet Pischinger bei der Verdichtung des Kraftstoff-Luftgemischs im Zylinder. Allerdings sieht Pischinger auch hier noch drei bis fünf Jahre Entwicklungsbedarf. Auch Lotus experimentiert mit variabler Verdichtung und kombiniert das mit einem Zweitakt-Konzept à la Trabant.

   Weitere Potenziale sehen Experten in der Kühlung der Abgaskrümmer (bis zu zehn Prozent), Minderung der Reibung durch neue Lager für Nocken- und Kurbelwelle und glattere Laufbuchsen in den Zylindern sowie geregelte Nebenaggregate. „Allein auf diesem Feld liegt das Gesamtpotenzial bei etwa 10 Prozent“, sagt Pischinger. Außerdem nennt er jeweils weitere 10 Prozent Effizienzgewinn für den Einsatz alternativer Kraftstoffe oder die Umstellung auf eine „kontrollierte Selbstzündung“. Sie ist auch unter dem Namen „Diesotto“-Technologie bekannt.  dpa

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