Mittelklasse : Das Fest der Familie

Vom neuen Passat bis zum Astra Kombi: Was es in der Mittelklasse zu sehen gibt.

Natürlich, die Elektro-Studien, ein CL AMG und andere Supersportwagen erregen in Paris mehr Aufsehen. Aber wichtiger sind die Premieren, die sich an Familienfahrer und Handlungsreisende richten. Denn diesen Autos schreiben Branchenbeobachter wichtige Impulse für das Marktgeschehen der nächsten Monate zu.

Ganz besonders gilt das für den VW Passat, der im November in die siebte Generation geht. Zwar nutzen Limousine und Kombi die bekannte Plattform. „Allerdings haben unsere Entwickler fast jedes Bauteil überarbeitet“, sagt VW-Pressesprecher Jochen Grüten. Neben markanten Designelementen wie die kantigere Karosserie und LED-Scheinwerfer biete die Neuauflage mehr Fahr- und Geräuschkomfort, so Grüten. Hinzu kommen neue Assistenzsysteme: Als erster VW leitet der Passat im Stadtverkehr automatische Notbremsungen ein und warnt den Fahrer bei aufkommender Müdigkeit.

Auch bei der Antriebspalette gibt es Veränderungen: Die zehn verfügbaren Motoren mit 105 PS bis 300 PS sind unter anderem durch Bremsenergie-Rückgewinnung und Start-Stopp-Automatik um bis zu 19 Prozent sparsamer geworden. Ab 24 425 Euro ist die Limousine zu haben, der Kombi kostet 1000 Euro mehr.

Ein bodenständiges Alltagsauto zeigt auch Peugeot mit dem 508, der die Nachfolge von 407 und 607 antritt. Der rund 4,80 Meter lange Wagen startet Anfang nächsten Jahres – wie der Passat zeitgleich als Limousine und Kombi. Das Auto wird zunächst in Versionen mit 112 PS bis 204 PS angeboten. Später soll es analog zum Kompaktvan 3008 ein Hybridsystem mit elektrisch angetriebener Hinterachse und 200 PS geben. Der 508 bietet Platz für fünf Passagiere. Die Limousine hat Peugeot zufolge ein Ladevolumen von bis zu 1381 Litern, der Kombi kommt auf maximal 1589 Liter.

Renault bereichert die obere Mittelklasse mit dem Latitude, der den Vel Satis ersetzt. Das Stufenheckmodell basiert auf der Limousine SM5 der koreanischen Konzerntochter Samsung. Den 4,89 Meter langen Latitude gibt es hierzulande ab 2011 als Benziner, der auch Bioethanol tanken kann, und in zwei Dieselversionen. Mit den Motoren deckt Renault eine Leistungsspanne von 140 PS bis 240 PS ab. Die Preise sind offen, dürften sich aber an den französischen Tarifen orientieren: Dort gibt’s das Flaggschiff ab 32 500 Euro.

Ebenfalls mit einer neuen Limousine ist der koreanische Hersteller Kia zum Pariser Salon gekommen: Der Optima soll den Magentis ablösen. Das Modell startet in Deutschland im Sommer nächsten Jahres und soll als Fünfsitzer kommen, der länger, breiter und geräumiger ist als der Magentis. Für den europäischen Markt bietet Kia einen 1,7 Liter großen Diesel mit 136 PS und einen neuen 2,0-Liter-Benziner an, der rund 170 PS leisten werde, heißt es bei Kia.

Für Familien mit gehobenen Platzansprüchen steht auf dem Pariser Salon zum Beispiel der Chevrolet Orlando als erster kleiner Van der US-Marke. 2011 kommt das Auto als Siebensitzer mit versenkbarer dritter Reihe zu den Händlern. Wer mehr Wert auf einen großen Laderaum legt, kann am Stand von Opel den neuen Astra als Kombi in Augenschein nehmen: Aus dem einstigen Caravan ist der Sports Tourer geworden, den das Unternehmen ab 18 000 Euro anbietet. Der Kombi bietet wie gehabt mit 500 bis 1550 Liter einen üppigen Stauraum, wecke aber optisch „deutlich mehr Emotionen“ als der Vorgänger, sagte Opel-Designchef Mark Adams.

   Blickfang auf dem Opel-Stand in Paris ist neben dem Astra Kombi der neue Ampera, der ab Ende 2011 verkauft werden soll. Denn dieses Auto vereint zwei der großen Trends des Autosalons: Die Karosserie des Mittelklassemodells ist genauso stufig geschnitten wie bei Passat, Peugeot 508 oder Renault Latitude. dpa

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