Mobil in den Winter : Mit einem Wisch ist alles weg …

… aber selbstverständlich ist das gerade in der kalten Jahreszeit nicht: Tipps für den Scheibenwischer.

Heiko Haupt
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Akkordarbeit. Herbst und Winter sind für die Wischer harte Monate - umso wichtiger ist die Pflege der Gummis. -Foto: dpa

Scheibenwischer? Die sind einfach da, werden angeschaltet, wenn es regnet – und das war’s dann auch schon. So dürften nicht wenige Autofahrer denken. Tatsächlich aber sind die Wischer vor der Scheibe es durchaus Wert, sich intensiver mit ihnen zu beschäftigen. Denn zum einen gibt es in Sachen Konstruktion und Qualität enorme Unterschiede. Außerdem ist speziell in den kommenden Wintermonaten die gute Sicht ein wichtiger Faktor – und am einwandfreien Durch- und Ausblick während der Fahrt haben gerade die ständig auf- und niedereilenden Wischerarme einen wichtigen Anteil.

„Der Scheibenwischer am Auto ist im Grunde ein Hochleistungsteil“, sagt Hermann Schenk, Verkehrsexperte der Sachverständigenorganisation GTÜ. Denn der Scheibenwischer entfernt eben nicht einfach dann und wann mal Wasser vom Glas. Er soll dies zuverlässig bei jedem Tempo erledigen und muss außerdem bei allen Temperaturen von sommerlicher Hitze bis hinein in den tiefsten Winter einsatzbereit sein. Beide Jahreszeiten können dem Wischer zusetzen, vor allem dessen Gummi, das ja die eigentliche Arbeit übernimmt.

Dabei können sich die Folgen spätsommerlicher Ausfahrten noch in Herbst und Winter bemerkbar machen. Denn nicht alles, was von der Scheibe gewischt wird, ist auch weg. So kann es vorkommen, dass Insektenreste am Wischerblatt kleben bleiben. Folge: Der Wischer liegt nicht mehr einwandfrei auf dem Glas auf; in manchen Bereichen entstehen Schlieren. Am besten ist es in so einem Fall, das Wischergummi „mit einem feuchten und weichen Lappen“ zu säubern, rät Hermann Schenk. Auch wenn es mal nicht geregnet hat, sollte es kein Problem sein, den Lappen für die Säuberungsarbeit anzufeuchten: Der Inhalt der Scheibenreinigungsanlage eignet sich für diese Prozedur durchaus.

Mehr als ein paar Insekten können dem Wischergummi aber die Umstände des Winters zusetzen. Frostnächte führen dann leicht dazu, dass das Gummi am Glas festfriert. Dann sollte man sich und seine Ungeduld im Griff haben: „Wischer sind nicht dazu gemacht, dass man an ihnen zieht“, fasst Ulf-Malte Wünsch vom Wischerhersteller Bosch zusammen. Die Folgen eines Kraftaktes könnten das Ende des Gummis bedeuten. „Stücke des Gummis können herausreißen“, warnt Rainer Hillgärtner vom Automobilclub ACE. Das wiederum bedeutet, dass auf dem Glas keine durchgehende Gummilippe mehr aufliegt, sondern es winzige Lücken gibt. Es entstehen unangenehme Wasserstreifen, die nicht entfernt werden und so die Sicht einschränken.

Um das Problem des Festfrierens zu umgehen, gibt es verschiedene Tricks. Die einen empfehlen, die Wischerarme hochzustellen, so dass die Gummis nicht auf der Scheibe aufliegen. Eine anderer Rat ist, sie umzuklappen, so dass sie während der Ruhephase quasi mit dem Rücken auf der Scheibe aufliegen. Eine weitere Alternative ist, die Frontscheibe mit einer Pappe oder einer geeigneten Folie abzudecken. Rainer Hillgärtner empfiehlt außerdem, nach einer Regenfahrt in der Kälte nicht einfach nur die Zündung auszuschalten und den Wagen zu verlassen. Auf jeden Fall ist daran zu denken, den Wischer auszuschalten. Geschieht dies nicht, nimmt der Wischermotor beim nächsten Anschalten der Zündung augenblicklich die Arbeit auf – und reißt womöglich das angefrorene Wischergummi mit sich.

Muss ein Scheibenwischer ersetzt werden, sollte man Billigprodukte meiden. „In den Gummimischungen und der Konstruktion steckt viel Know-how“, so Hermann Schenk. Speziell im Winter kann es ratsam sein, einen Wischer mit weicherem Gummi zu wählen – ähnlich wie beim Winterreifen arbeitet das bei Kälte deutlich besser. Heiko Haupt

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