Modelle : Die Neuheiten der IAA

An den familienfreundlichen Fahrzeugen verdienen die Automobil-Hersteller sehr viel mehr, als an den schnittigen Sportwagen. Fünf der auf der IAA vorgestellten Modelle mit ihren Vor- und Nachteilen wurden genauer unter die Lupe genommen.

Kai Kolwitz
Mazda 6 Foto: Mazda
Scharfgezeichnet. Der Mazda 6. -Foto: Mazda

MAZDA 6


Im Vorfeld der IAA geizt Mazda noch mit Informationen zum neuen 6. Doch geht man nach dem, was sich auf den wenigen veröffentlichten Fotos erkennen lässt, dann setzt der kommende Mittelklässler die Designlinie des alten fort. Allerdings geschärft und markanter gemacht, so als hätte man im Grafikprogramm auf „Scharfzeichnen“ gedrückt. Außerdem wird das Modell wohl auch zum ersten Mal mit einem Sechszylinder erhältlich sein: dem des SUVs CX-9, mit 3,5 Litern und zurzeit 250 PS. Allrad wurde schon bisher angeboten, für Stückzahlen dürften aber wohl vor allem die Vierzylinder und der 2,2-Liter-Diesel sorgen.

C-KLASSE KOMBI
Die Präsentation des T-Modells der neuen C-Klasse hat sich Mercedes für die IAA aufgespart – und muss sich um den Erfolg des Kombis angesichts der Marktstellung wohl keine großen Sorgen machen. Design und Fahreigenschaften wurden schon bei der Vorstellung der Limousine allseits gelobt, dazu setzt der Kombi vor allem auf praktische Fähigkeiten. Nachdem beim bisherigen T das schnittig gerundete Heck zwar nett aussah, aber auch Stauraum kostete, hat man sich beim neuen wieder für eine steilere Lösung à la E-Klasse entschieden. Gefällig sieht auch das aus und bietet nebenbei den Vorteil, dass sich nun 485 Liter im Heck unterbringen lassen, 15 mehr als im Vorgänger. Mit umgeklappter Rückbank sind es sogar 1500, also 146 mehr als beim Alten.



Da diese Werte zwar nett, aber nicht spektakulär klingen, hat man zusätzlich bei Mercedes den Begriff des Quadermaßes definiert. Und damit wissen wir: Der größte rechteckige Gegenstand, der sich im C-Klasse-Kombi unterbringen lässt, ist exakt 1,46 Meter lang, 94,3 Zentimeter breit und 59,9 Zentimeter hoch – zur Waschmaschine passt also gleich auch noch der Trockner ins Heck. 605 Kilo erlaubte Zuladung sorgen dafür, dass sich der Transport auch in dieser Hinsicht gesetzeskonform erledigen lässt. Und wenn der Platz trotz allem nicht reichen sollte: 1,8 Tonnen darf es ziehen, das T-Modell.

PEUGEOT 308


Mit dem 308 als neuem Angebot nimmt Peugeot ab 15. September die Golf-Klasse ins Visier. Auch der Neue kommt mit dem Markengesicht, weit nach vorn gezogener Frontscheibe und großem Lufteinlass an der Front. Einsteigen darf man ab 14 950 Euro. Dafür gibt es den Filou 95 VTi mit 1,4-Liter-Benziner und 95 PS. Schon in der Basisversion finden sich viele elektrische Helfer: ABS, Stabilitätsprogramm, Bremskraftverteilung und Notbremsassistent, der automatisch die Warnblinker einschaltet. Ebenfalls auf der Messe – allerdings nur als Studie – der 308, angetrieben von einem Diesel-Hybrid-Motor (Bild).

RENAULT LAGUNA
Als Alternativ-Passat mit französisch komfortablen Fahreigenschaften hat sich der Renault Laguna sein Stückchen vom Kuchen sichern können. Dazu gilt er als Sicherheitsprimus – allerdings verhinderte die ADAC-Pannenstatistik einen größeren Markterfolg. Gegen Letzteres hat Renault eine Selbstverpflichtung gesetzt, um in Sachen Sicherheit weiter ganz oben mitzuspielen, wurden beim Neuen die Seitenairbags neu gestaltet: Sie haben nun getrennte Kammern für Brust und Becken, Aufprallsensoren in Vordertüren und B-Säulen registrieren die Stärke eines Unfalls und ermitteln daraus, wie stark die Luftsäcke aufgeblasen werden müssen. Lademeister bleibt der Laguna vor allem als Kombi: Gut 500 Liter schluckt er mit aufgestellter, knapp 1600 mit umgeklappter Rückbank.

AUDI A4
Der A4 ist das beste Beispiel für den Imagewandel, den Audi in den letzten zwei Jahrzehnten geschaffft hat: Galt der alte 80 dereinst noch als Opa-Auto, so soll sich der Urahn in der neuesten Generation endgültig an die Fährten des BMW 3ers heften. Deshalb rückte

die Vorderachse um gut 15 Zentimeter nach vorne, was der Achslastverteilung und damit dem Kurvenverhalten zu Gute kommen soll. Auch das Design ist abermals schärfer und aggressiver geworden und zitiert nebenbei den großen A5, die Motorenpalette bietet Leistungen zwischen 143 und 265 PS, die sicherlich noch von einer kommenden RS-Version getoppt werden dürften. Gegen Aufpreis lassen sich zudem Automatik, Lenkung und Dämpfung und Motorsteuerung dem Charakter von Fahrer und Fahrsituation anpassen.

Die Mehrfahrgelegenheit - Carsharing in Berlin


Carsharing gilt als Verkehrskonzept der Zukunft, in Berlin wächst das Angebot rasant. Die einen macht die neue Ich-Mobilität glücklich, andere reich, manche wütend. Begegnungen mit Pionieren und Kritikern - und eine Datenanalyse mit vielen interaktiven Grafiken.

Mehrfahrgelegenheit –
ein Projekt von MEHR BERLIN

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben