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Modellflut bei Kia : Angriff auf ganzer Linie

14.10.2012 11:19 Uhrvon und
Der Optima: Der 2,0 Liter-Benziner mit 150 PS arbeitet im Hybrid harmonisch mit einem 40 PS starken Elektromotor zusammen. Und das gerade im Vergleich zur Dieselversion deutlich dynamischer. So sportlich, wie es die Optik verspricht, geht es aber im Optima nicht zu.Bild vergrößern
Der Optima: Der 2,0 Liter-Benziner mit 150 PS arbeitet im Hybrid harmonisch mit einem 40 PS starken Elektromotor zusammen. Und das gerade im Vergleich zur Dieselversion deutlich... - Foto: Hersteller

Kia lässt der Konkurrenz keine Ruhe: Drei neue Modelle in drei verschiedenen Klassen zeigen exemplarisch, wie ernst es die Koreaner meinen.

Kia hat momentan einen Lauf. Von 2004 bis 2011 haben die Koreaner hierzulande ihren Absatz verdoppelt. Die hohen Zuwächse – von Januar bis September 2012 plus 44 Prozent – dürften bei den Deutschen für mehr als nur Unruhe sorgen. Wie auch die siebenjährige Garantie, die für viele Kaufargument Nummer Eins ist. Schon abenteuerlich, mit welchem Tempo die Koreaner aufholen. Koreaner? Der Chefdesigner kommt von VW, das Entwicklungszentrum steht in Rüsselsheim, die Autos werden im tschechischen Novosice gebaut, und die Neuheiten treffen immer mehr den Geschmacksnerv der anspruchsvollen Deutschen.

Mit großem Selbstbewusstsein greifen die Koreaner in allen Klassen an.

Da starten sie jetzt mit einem attraktiven XXL-Kombi in der Kompaktklasse, wo VW mit dem Golf Variant erst 2013 eine Antwort parat haben wird. Da bringen sie einen vergleichsweise preisgünstigen Hybriden in der Mittelklasse, dem die Deutschen derzeit nichts entgegenzusetzen haben. Und da frischen sie eines dieser beliebten SUV so konsequent auf, dass es faktisch eine Neuentwicklung ist.

Kia Optima Hybrid: Die etwas andere Limousine

Die vom Ex-VW-Designer Peter Schreyer gezeichnete Limousine ragt positiv aus dem Design-Einerlei der Mittelklasse heraus. Doch der mutig gestylte 4,85 Meter lange Optima wurde bislang nur mit einem 136 PS starken 1,7-Liter-Diesel angeboten. Und einen Kombi, eigentlich unverzichtbar in dieser Klasse, gibt es auch nicht. Seit kurzem kann ab 24 990 Euro ein Zweiliter-Benziner mit 165 PS und hohem Normverbrauch von sieben Litern pro 100 Kilometer geordert werden. Kein Reißer. Wer jedoch in der Mittelklasse Kunden fangen will, muss neben frischem Aussehen auch technisch etwas Besonderes bieten. Und so bringt Kia eine Benzin-Hybrid-Version des Optima, die ab erstem Quartal 2013 zu kaufen sein wird. Das ist der erste selbst entwickelte Hybridantrieb der Koreaner. Gegenüber der US-Version mit einem durstigen 2,4-Liter-Benziner mit 209 PS, kommt in der Europa-Variante ein Zweiliter-Vierzylinder mit 150 PS zum Einsatz, der per spezieller Kupplung mit einem 40 PS starken Permanentmagnet-Synchronmotor verbunden ist.

Anders als zum Beispiel Hybrid-Pionier Toyota, der auf ein stufenloses Getriebe setzt, das oft mit Heultönen missfällt, setzen die Koreaner bei der Kraftübertragung auf eine Sechsstufenautomatik ohne den herkömmlichen Drehmomentwandler. Der Hybrid fährt jedes Mal elektrisch an; nur wer sprinten will, animiert den Benziner zum sofortigen Mitmachen. Doch für allzu sportliche Fortbewegung ist dieser Kia ohnehin nicht so recht geschaffen; der komfortable Optima mag es lieber gelassen, auch weil die Lenkung für forsche Fahrmanöver präziser agieren könnte und der Motor jeden Kickdown-Befehl mit Dröhnen beantwortet. Bei gemäßigter Fahrweise erfreut man sich am perfekten Zusammenspiel von Verbrenner und E-Motor und registriert, dass der Kia auch das so genannte Segeln beherrscht – wenn der Verbrenner bei unbeschleunigter Fahrt vom Antriebsstrang abgekoppelt wird – und das Auto Sprit sparend mit Elektrounterstützung rollt. 5,4 Liter gibt Kia als Verbrauch an. Nach unseren ersten Erfahrungen – der Bordcomputer zeigte 6,3 Liter an – sollten Werte um die sechs Liter machbar sein. Kompliment! Schöner Gag: Im gut verarbeiteten Cockpit animieren einen grüne Blätter zum sparsamen Fahren. Je grüner, desto besser. Man lernt so auf neue Art, Auto zu fahren.

Kias erster Hybrid ist gelungen, aber nicht perfekt, denn die zwar nur 46 Kilogramm schweren aber aufwändig gekühlten Lithium-Polymer-Akkus, die erstmals in einem Serienauto eingesetzt werden, brauchen Platz im Kofferraum. Der schrumpft so von ordentlichen 505 auf für eine 4,85 Meter lange Limousine kümmerliche 381 Liter und wird zudem von den in den Innenraum ragenden Scharnieren beeinträchtigt. Zudem lässt sich nun die Rücksitzlehne nicht mehr umklappen, und die maximale Zuladung gibt Kia mit bescheidenen 388 Kilogramm an. Doch wer mit diesen Einschränkungen leben kann, findet im Kia Optima Hybrid ein auffälliges, sparsames, gut fahrendes Doppelmotor-Auto – eines, das mit seinem Einstandspreis von 29 990 Euro alternativlos ist, um es mit Angela Merkel zu sagen. Zumal die vorbildliche Garantie von sieben Jahren oder 150 000 Kilometern auch für den gesamten Hybridantrieb gilt.

Ceed Sportswagon: Der größere Golf-Kombi

Der Ceed Sportswagon: Die Kombi-Version ist 1200 Euro teurer als das Schrägheck. Ab „Vision“ Serie: Das Schienensystem im Heck.Bild vergrößern
Der Ceed Sportswagon: Die Kombi-Version ist 1200 Euro teurer als das Schrägheck. Ab „Vision“ Serie: Das Schienensystem im Heck. - Foto: Hersteller

Erstmal messen wir nach: Der Kombi vom Ceed ist länger geworden (plus 5 Zentimeter), der Kofferraum größer (plus 40 Liter), Fahrer und Beifahrer haben mehr Platz für Beine und Kopf. Angesichts der vergleichsweise hohen Sitzposition ist das auch gut so – und es passt zu diesem durch und durch vernünftigen Auto. Was soll man Böses sagen über einen Kompakten, der es in Sachen Komfort, Verarbeitung und Preiswürdigkeit mit den Klassenbesten aufnehmen kann? Obwohl man vor allem mit der Ausstattungslinie „Edition 7“ (ab 17 490 Euro) einige Hunderter gegenüber der deutschen Konkurrenz sparen kann, bietet der Ceed mehr Raum als der Astra und noch mehr als der Golf. Die Ladekante ist niedrig, die Heckklappe schlägt schön weit auf. Unter dem Ladeboden haben die Entwickler einige Staufächer platziert; ab der Ausstattung „Vision“ ist ein praktisches Organisationssystem an Bord, mit dem sich Gegenstände und Taschen auf Schienen fixieren lassen. Auffällig ansonsten in der Liste der Extras, die wie bei Kia üblich meist in Paketen und Linien zusammengefasst sind: Das riesige Panoramadach, die Lenkradheizung und der Parkassistent mit automatischen Lenkmanövern.

Raumgewinn: Mit Ceed Kombi legt Kia gegenüber dem Hauptkonkurrenten Golf vor. Der kommt erst im nächsten Jahr.Bild vergrößern
Raumgewinn: Mit Ceed Kombi legt Kia gegenüber dem Hauptkonkurrenten Golf vor. Der kommt erst im nächsten Jahr. - Foto: Hersteller

Vor einem halben Jahr erschien mit dem fünftürigen Schrägheck die erste Karosserievariante des neuen Ceed. Bevor im Frühjahr der dynamische Dreitürer anrollt, greift Kia jetzt mit dem jeweils 1200 Euro teureren Kombi an. Der Importeur nennt ihn Sportswagon. Mildes Lächeln ist da erlaubt – denn wirklich sportlich ist an dem Modell nur wenig, wenn man von den gepfeilten Scheinwerfern und der nach hinten abfallenden Dachlinie absieht. Die beiden Benziner (73 kW/(100 PS und 99 kW/135 PS) laufen ruhig und mit sechseinhalb Litern Verbrauch sparsam, sie zählen aber beileibe nicht zu den flottesten ihrer Zunft. Der kleinere, brummige Diesel (66 kw/90 PS) bekommt auf offener Strecke alsbald Probleme. Am besten passt der große Selbstzünder mit 94 kW/128 PS; laut Liste liegt auch sein Verbrauch mit viereinhalb Litern nicht über dem seines kleinen Bruders. Das von Kia selbst entwickelte Doppelkupplungsgetriebe lässt sich nur im Topp-Benziner ordern. Trotz weicher Übergänge vermag es nicht zu überzeugen, weil es die Gänge allzu weit ausdreht. Das können die Wolfsburger (noch) besser.

Sorento: Die ML-Klasse zum kleinen Preis

Der Sorento: Kias größtes Modell hierzulande. Die Konkurrenz ist extrem hart – also wurde der SUV nach nur drei Jahren renoviert.Bild vergrößern
Der Sorento: Kias größtes Modell hierzulande. Die Konkurrenz ist extrem hart – also wurde der SUV nach nur drei Jahren renoviert. - Foto: Hersteller

Mutter Hyundai und Tochter Kia gehen freundlich miteinander um. Durfte sich Kia beim Hybridantrieb zuerst bedienen, hat Hyundai beim großen SUV den Vortritt bekommen. Der Hyundai Santa Fe erhielt zuerst die neue moderne Plattform; jetzt folgt der Kia Sorento, der ab sofort gekauft werden kann. Drei Jahre nach seiner Markteinführung ist die zweite Generation überarbeitet worden. Halt, das ist falsch. Denn im Grunde genommen handelt es sich, wie beim Hyundai Santa Fe, auch beim Kia Sorento um eine Neuentwicklung. Die Karosseriestruktur wurde steifer und das Auto an wichtigen Stellen deutlich verstärkt, um bei einem möglichen Crash die Kräfte besser aufnehmen zu können. Dennoch ist der neue Sorento durch den Einsatz hochfester Stähle gut 100 Kilogramm leichter geworden. Äußerlich fallen neue Scheinwerfer mit LED-Tagfahrlicht, ein aggressiverer Grill und Heckleuchten in LED-Technik auf. Innen zieht neue Wohnlichkeit ein; weichere Kunststoffe, neue Instrumente, geänderte Mittelkonsole mit Sieben-Zoll-Display. All das sieht edel aus; man fühlt sich wohl.

Alternative zum fast doppelt so teuren Mercedes ML: Der Kia Sorento ist mit dem Facelift fast zu einem neuen Modell geworden.Bild vergrößern
Alternative zum fast doppelt so teuren Mercedes ML: Der Kia Sorento ist mit dem Facelift fast zu einem neuen Modell geworden. - Foto: Hersteller

Das gilt auch für das Fahren – so lange man es gemütlich angehen lässt. Sportlichkeit, wie bei der neuen ML-Klasse von Mercedes, liegt dem Kia Sorento fern. Zwar liefert der 2,4-Liter-Benziner dank Umstellung auf Direkteinspritzung mit 192 PS nun 18 PS mehr bei etwas geringerem Verbrauch – ein aufgeweckter Bursche ist er dennoch nicht. Das gleiche gilt für den 2,2-Liter großen Diesel mit 197 PS, dessen 436 Newtonmeter Drehmoment man nicht so recht glauben mag. Er arbeitet, gut gedämmt, harmonisch zusammen mit der optionalen Sechsgangautomatik. Doch die gibt es für moderate 1250 Euro erst ab der höheren Ausstattungsstufe Vision und nur für die Allradversion (ab 38 290 Euro).

Als komfortabler Reisewagen mit großem Gepäckraum (660 bis 1675 Liter) erweist sich der neue Kia Sorento als akzeptable Alternative zum fast doppelt so teuren Mercedes ML für alle, die viel gutes Auto für vergleichsweise wenig Geld haben wollen. Und er hat ja diese Siebenjahres-Garantie. Los geht es ab 29 900 Euro für den frontgetriebenen Benziner über 32 290 Euro für den frontgetriebenen Diesel, der nur 5,8 Liter brauchen soll, bis zum 45 400 Euro teuren allradgetriebenen Topmodell Spirit mit 197-PS-Diesel und Automatik. Nur das lässt sich für 900 Euro auch zum Siebensitzer aufrüsten.

Der Kia Optima im Praxistest:

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